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Celle Stadt Vielfältige Hilfe für Familien in Nöten
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Vielfältige Hilfe für Familien in Nöten
18:31 16.06.2010
Von Oliver Gatz
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Celle Stadt

Petra K. (Name von der Redaktion geändert) ist alleinerziehende Mutter von zwei kleinen Kindern. Sie arbeitet in Teilzeit, kann sich nicht ständig um ihre Sprösslinge kümmern. Da kann Unterstützung von außen nicht schaden. Der Celler Kinderschutzbund griff der Familie mit seinen vielfältigen Angeboten unter die Arme – ein Beispiel dafür, was der Ortsverband im vergangenen Jahr geleistet hat.

Der neunjährige Sohn von Petra K. besuchte zunächst die Vorkindergartengruppe des Vereins. Mittlerweile kommt er regelmäßig am Montagnachmittag in den Kidstreff. Hier hat der Neunjährige die Möglichkeit, zu spielen, zu basteln und sich mit anderen Kindern auszutauschen. Die Zeit der Betreuung nutzt seine Mutter, um zum Beispiel Arzttermine für die kleine Schwester oder sich selber wahrzunehmen.

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Die zweijährige Tochter bekommt erst im nächsten Jahr einen Kindergartenplatz. Deshalb besucht auch sie zunächst erst einmal die Vorkindergartengruppe. Zweimal in der Woche wird sie hier auf die Zeit im Kindergarten vorbereitet. Sie lernt unter anderem, sich mit anderen Jungen und Mädchen auseinanderzusetzen und mit ihnen zu spielen.

Um sich Anregungen für die Kindererziehung zu holen, besuchte die Mutter den Kursus „Fit für Kind und Kegel“. Bei den zwölf Treffen ging es um Gesundheit, Feste gestalten, Kindermassagen, Beratungsangebote, Freizeitangebote in Celle und anderes mehr. Das alles kann Petra K. nun gut im häuslichen Umfeld umsetzen.

Die alleinerziehende Mutter nutzt auch die Kleiderbörse des Kinderschutzbundes, um günstige Hosen, Blusen oder T-Shirts für ihre Kinder oder sich zu kaufen. Vor kurzem hat sie sich auch nach den Möglichkeiten einer Familienberatung erkundigt und einen Termin vereinbart. Neben Fragen zu Besuchsregelungen mit den beiden Vätern ihrer Kinder wurde auch ein Antrag auf Kostenzuschuss für eine Klassenfahrt des Sohnes gestellt.

Dieses Beispiel verdeutlicht, wie die praktische Arbeit des Celler Kinderschutzbundes aussieht und was die Organisation, die ihren Sitz in der Straße Neustadt 77 hat, leistet. Die Arbeitsschwerpunkte sind niedrigschwellig angelegt. Das heißt: Familien aus bildungsfernen Schichten sowie Kinder und Erwachsene mit Migrationshintergrund können die Angebote gut nutzen. Die Mitarbeiter unterstehen der Schweigepflicht. Der überwiegende Teil der Angebote ist kostenlos. Zu den Arbeitsbereichen des Ortsverbandes gehörten Kindergruppen, Beratungsstelle, Kleiderbörse, Begleiteter Umgang, das Nähprojekt „Lust auf Nähen?“ und das Elternprojekt „Fit für Kind und Kegel“.

Die Angebote des Kinderschutzbundes konnten nur durch die Unterstützung der Stadt Celle realisiert werden, heißt es in dem Tätigkeitsbericht 2009. Der Zuschuss für die Miet- und Sachkosten betrug 15085 Euro. Zudem übernahm die Stadt das Gehalt der Geschäftsführung für eine 30-Stunden-Stelle. Zusätzlich wird der Verein getragen durch Mitgliedsbeiträge, Einnahmen der Kleiderbörse, Bußgelder und Spenden.

Beim Kinderschutzbund Celle arbeiteten im vergangenen Jahr 23 ehrenamtliche Mitarbeiter und Mitglieder sowie acht hauptamtliche. Als Angestellte waren beschäftigt die Geschäftsführerin Silvia Seibel sowie eine Damenschneiderin in der Kleiderbörse. Alle anderen Mitarbeiter waren geringfügig beschäftigt.