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Celle Stadt Vom Acker zum Bauland
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Vom Acker zum Bauland
15:29 13.06.2010
So stellen sich die Planer das Baugebiet Wohnpark Örtze vor. Quelle: Gemeinde Hermannsburg (GLL-LGN)
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Celle Stadt

„Hermannsburger Baugebiet offiziell übergeben“, lautete am 6. Oktober 2004 die Überschrift eines Berichtes in der Celleschen Zeitung. 25 Parzellen im Bereich des Bebauungsplanes Osterfeld-Ost kamen unter dem Namen „Wohnpark Örtze“ auf den Markt. Ein Foto zeigt Männer beim feierlichen Durchschneiden des Trassenbandes – einer von ihnen ist der Grundstückseigentümer Wilhelm Ebeling. „Ein rühriger Rentner“, erinnert sich sein damaliger Projektsteuerer Holger Krüger aus Celle, „sehr selbstbewusst und mit hoher Zielstrebigkeit.“

Investor Ebeling hat es geschafft, aus einem Acker gegenüber seinem Wohnhaus Bauland zu machen. Die Gemeinde stellte dafür den Bebauungsplan auf, schloss mit dem Eigentümer Verträge zur Übernahme der Planungskosten und für die Erschließung. Ein ortsübliches Verfahren, denn kommunales Bauland gibt es in Hermannsburg nicht. „Die Gemeinde entwickelt keine eigenen Baugebiete, weil entsprechende Flächen erworben werden müssten. Auf Grund der finanziellen Situation ist dieses nicht mehr finanzierbar“, erklärt Wolfgang Gallasch. „Es wird daher erhebliches Kapital gebunden, dass für andere Zwecke benötigt wird. Das spart die Gemeinde ein, wenn sie dieses Feld den privaten Investoren überlässt.“

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Mehrere derart von privat entwickelte Baugebiete am Ort bieten derzeit noch freie Bauplätze: Bährenfeld zirka 50 Bauplätze, Greunet Eck drei, Riethkamp fünf, Flachskamp etwa zehn und Wulfhorn zwei Bauplätze. „Die Preise liegen zwischen 55 und 60 Euro/Quadratmeter inklusive Erschließungskosten“, weiß der Bauamtsleiter. Diese massive Ausweisung von Bauland ist für manche Bewohner fragwürdig: „Ein Überangebot, das an dem derzeitigen Bedarf vorbeigeht“, meint etwa Ute Rosin. Sie ist Mitglied des Ortsrates Baven und redaktionelle Betreuerin der Homepage im Internet. „Ich finde es zuviel“, sagt Rosin. „Vor 25 Jahren haben mein Mann und ich händeringend einen Bauplatz gesucht, heute fragt man sich, wie das denn alles verkauft werden soll.“

Das Plangebiet „Osterfeld-Ost“ ist knapp drei Hektar groß. Nach den Bauamtsakten sind bisher sieben Gebäude errichtet worden. Der Spielplatz hat 590 Quadratmeter und liegt am Rande des Baugebiets, die Spielgeräte müssen noch aufgestellt werden. Ebenso steht der Endausbau der mit Schotter befestigten Straße aus, dafür stehen alle Straßenlaternen. Eine Adresse allerdings haben die bisher 16 Bewohner schon: Sie leben in der Wilhelmstraße. Der Vorschlag an den Gemeinderat für die Benennung kam vom Eigentümer, der sich und seinem Vater Wilhelm damit ein dauerhaftes Denkmal setzen ließ. Bislang verkaufte Wilhelm Ebeling seine Grundstücke selbst, neuerdings hat er auch einen Vermarktungsauftrag an die Sparkasse Celle gegeben.

Vom Baugebiet an der Erschließungsstraße „Zur Örtze“ sind es drei Steinwürfe bis zur Örtzebrücke mit Bootsanleger, die Ortsmitte von Hermannsburg ist nur gut zwei Kilometer entfernt. Im Kernort leben derzeit 4445 Menschen, in der Gemeinde sind es insgesamt 8210. Baven, das größte Dorf der Gemeinde, hat aktuell 1560 Einwohner. Hermannsburg verfügt über eine sehr gute Grundversorgung: Neben vielen Fachgeschäften gibt es fünf große Supermärkte. Die soziale Infrastruktur ist hervorragend: Es gibt mehrere Kindergärten, alle Schulformen von der Grund-, über die Realschule bis zum Christian-Gymnasium sowie zahlreiche Kultur-, Sport und Bildungseinrichtungen. Hervorzuheben ist die Niedersächsische Lutherische Heimvolkshochschule, an der ein Fach­abitur absolviert werden kann. Das Hallenbad im Waldschwimmbad erfreut sich großer Beliebtheit. Hermannsburg bietet eine gute Versorgung mit Allgemein- und Fachärzten. Bis nach Celle sind es nur knapp 30 Kilometer.

Leider gibt es bisher in der Gemeinde keine kommunale Förderung für Bauland. „Konzepte wie familienfreundliches Hermannsburg und eine gute Versorgungsstruktur für Senioren sorgen dafür, dass hier der Status der Lebensqualität weiter erhöht wird“, meint Bauamtsleiter Gallasch. „Dadurch wird für jeden potenziellen Bauinteressenten der nötige Anreiz geschaffen, Hermannsburg als idealen Wohnstandort für das Eigenheim auszuwählen.“

Infos zum Baugebiet

Bebauungsplan von 2004: Allgemeines Wohngebiet

Grundflächenzahl 0,2,

eingeschossige Bauweise

auf Hauptbaukörpern Sattel- oder Krüppelwalmdächer von 30° bis 45° zulässig

Einzel- und Doppelhäuser

Mindestgröße der Grundstücke: 600 m2 (Einzelhaus), 400 m2 (Doppelhaushälfte)

Insgesamt 25 Baugrundstücke, davon noch 17 frei

Verfügbare Grundstücke zwischen 501 und 1166 m2

Kaufpreis voll erschlossen zwischen 58 und 63 Euro/m2

sofort bebaubar ohne

Bauträgerbindung

Ansprechpartner:

Eigentümer Wilhelm Ebeling,

Telefon (05052) 3051

CellerImmobilienCenter der Sparkasse Celle,

Telefon (05141) 913227

Bauberatung der

Gemeinde Hermannsburg:

Wolfgang Gallasch,

Telefon (05052) 6529

Mail: wolfgang.gallasch.her@lkcelle.de

www.hermannsburg.de

www.baven-online.de

Von Wolfgang Becker