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Celle Stadt Von der Gefühlsinventur bis zur Gardinenpredigt
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Von der Gefühlsinventur bis zur Gardinenpredigt
13:35 13.06.2010
Der Vorsitzende des Autorenkreises Celle, Jürgen Paschke Quelle: Rolf-Dieter Diehl
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Unter dem Motto „Wundervolle Wörter-Welten“ hatten sich diesmal 18 Autorinnen und Autoren gemeldet, die – von lyrischer Poesie bis zum spannenden Krimi – ihrer Fantasie und gedanklichen Gestaltungsfülle freien Lauf ließen. Und immer wieder gab es mal besinnliche, mal prickelnde Gedanken über die Liebe in all ihren Facetten zwischen Melancholie und Himmelhochjauchzen, von der Schönheit des „Augen-Blicks“ bis zur „Inventur der Gefühle“. War es Zufall, dass da auch immer wieder die berühmten Schmetterlinge zu anregenden Protagonisten wurden?

Aber auch die Not mit den Pfunden wurde zum amüsanten Thema, als die Gedanken zwischen körperlicher Bewegung und dem Wartezimmer der Arztpraxis pendelten. Die thematische Vielfalt der Vorträge wurde durch Live-Musik des Jazz-Duos „Tonnix“ dezent und doch ausdrucksstark ergänzt. Für Nachdenklichkeit, aber auch große Heiterkeit sorgte vor allem der amüsant gestaltete besinnlich-kritische Rückblick von Gunda Heber auf den Mauerfall in Berlin, als sie die Siegesgöttin Victoria von ihrer Quadriga auf dem Brandenburger Tor herab dem Kriegsgott Mars und der Göttin Minerva, die unten in den Torbögen stehen, in einer humorvollen „Gardinenpredigt“ ihre Meinung sagen ließ. Schade nur, dass man wieder einmal auf ein Mikrofon verzichtet hat, wodurch die buchstäblichen leisen Töne der überwiegend weiblichen Autoren leider nicht immer ihr Ziel erreichten.

Von Rolf-Dieter Diehl