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Celle Stadt Wieviel Bauhaus steckt in den Haeslerbauten?
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Wieviel Bauhaus steckt in den Haeslerbauten?
15:34 18.02.2019
Galerie dr. jochim, Direktorenhaus an der Magnusstraße. Quelle: Marcus Jacobs
Celle

Zum Bauhaus-Jahr hat die „Otto-Haesler-Initiative“ eine vielschichtige Vortragsreihe initiiert. Die Auftaktveranstaltung mit dem Titel „Der Name Haesler hat die Bauhäusler angerührt“ von Architekturhistorikerin Dr. Simone Oelker erlebte einen wahren Besucheransturm. Die Glücklichen, die einen Platz in der Galerie Dr. Jochim ergattert hatten, wurden nicht enttäuscht. Simone Oelker schilderte, von interessanten Fotos unterstützt, die vielfältigen Beziehungen zwischen Otto Haesler und dem Bauhaus.

Architektur als Gesamtkunstwerk

Die Bauhausschule wurde im Jahr 1919 von Walter Gropius in Dessau als Kunstschule gegründet. Es ging darum, die Architektur als Gesamtkunstwerk mit anderen Künsten zu verstehen. 1925 erfolgte der Umzug nach Dessau in die berühmten Gebäude des Bauhauses. Die eigentliche Architekturlehre wurde am Bauhaus erst 1927 eingeführt. Da hatte Otto Haesler in Celle schon über 20 Jahre als Architekt gewirkt und sich seit 1924 mit dem Modernen Bauen seiner Zeit auseinandergesetzt. Die Siedlung Georgsgarten (1925/26) gilt als erste Siedlung des Neuen Bauens. Haesler experimentierte mit der Stahlskelettbauweise, um die Baukosten deutlich zu senken. „Das Bauen für die breiten Massen war ihm wirklich ein großes Anliegen“, betont Simone Oelker.

Beeindruckt von Vielfalt des Bauhauses

Absolventen der Bauhausschule wurden im Büro Haesler angestellt. Ein Beispiel ist der Architekt Hermann Bunzel, der nach dem Zweiten Weltkrieg noch lange in Celle tätig war. Otto Haesler war beeindruckt von der Vielfalt des Bauhauses und beauftragte beispielsweise die Reklamewerkstatt des Bauhauses mit dem Entwurf eines zeitgemäßen Firmenbriefpapiers. Als 1928 die Altstädter Schule eröffnet wurde, verewigten sich begeisterte „Bauhäusler“ im Gästebuch der Schule. Zwei Jahre später bot man auf Empfehlung von Walter Gropius Otto Haesler die Stelle als Direktor des Bauhauses in Dessau an. Haesler sagte ab, da er mit seinem Büro an mehreren Großprojekten arbeitete.

Gegenwind durch die Nazis

Allerdings wurde bald der Gegenwind durch die Nazis sowohl für die Bauhausschule als auch für das Büro Haesler immer stärker, so dass sich das Bauhaus im Jahr 1933 auflöste und Otto Haesler Ende 33 mit seiner Familie nach Eutin zog. Simone Oelker wandte sich zum Abschluss mit einem persönlichen Appell an ihr begeistertes Publikum. „Sie haben hier mit den Haeslerbauten einen wahren Schatz an begehbarer Architekturgeschichte. Machen Sie die Gebäude wieder sichtbar. Sie erleben es heute selbst: Mit dem Haus der Galerie Dr. Jochim ist das bereits wundervoll gelungen. Ich habe hier als Jugendliche im Jugendzentrum Filme geschaut und fand das Gebäude schrecklich.“

Von Petra Senftleben

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