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Celle Stadt Wahlkampfhilfe aus Berlin
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Wahlkampfhilfe aus Berlin
17:03 22.07.2016
Von Gunther Meinrenken
Der Vorsitzende der CDU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder (rechts), sprach in der Congress Union aktuelle politische und wirtschaftliche Themen an. Mit seinem Besuch in Celle wollte er dem CDU-Oberbürgermeister-Kandidaten, Jörg Nigge (links), Rückendeckung im Wahlkampf verschaffen. Quelle: Alex Sorokin
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Wortgewandt, witzig und wirtschaftsnah streifte Kauder die aktuellen Themen, die die Unternehmen in Deutschland bewegen. "Wirtschaft ist nicht alles, aber ohne Wirtschaft ist alles nichts", verbreitete Kauder eine oft zitierte Binse und betonte, dass es Sache der Politik sei, die Rahmenbedingungen für die Betriebe so zu gestalten, dass diese erfolgreich agieren könnten.

Ein Punkt, auf den auch Nigge in seinem kurzen Grußwort einging. "Die Verwaltung verlangt von den Unternehmen Steuern, Arbeitsplätze und Investitionen", sprach Nigge die Firmenvertreter direkt an, dafür biete die Stadt jedoch relativ wenig, behauptete er und versprach, dass er im Falle seiner Wahl die Verwaltung als Dienstleister für die Wirtschaft aufstellen werde. Unter anderem wolle er die Wirtschaftsförderung auch personell so ausstatten, dass sie schnell auf die Anliegen der Betriebe reagieren könne.

Kauder streifte bei seinen weiteren Ausführungen auch das erst kürzlich verabschiedete Fracking-Gesetz, das vor allem von den Unternehmen der Celler Erdölbranche herbeigesehnt und mit Spannung erwartet worden war. Zufrieden waren viele Betriebe mit dem, was in langwierigen Beratungen innerhalb der Großen CDU-SPD-Koalition herausgekommen war, nicht. Kauder reklamierte für sich, "lange gerungen zu haben", um einen Kompromiss mit Gegnern und Befürwortern der Technik auch in der eigenen Fraktion gefunden zu haben. "Jetzt kann man sagen, wir hätten gerne mehr gehabt, auch das kann ich verstehen", sagte er den Vertretern der Celler Wirtschaft.

Auch die Verhandlungen zwischen den USA und der EU über das Freihandelsabkommen TTIP themasierte Kauder. Bei aller Kritik werde das Abkommen den Europäern mehr nutzen als den Amerikanern, gab sich Kauder überzeugt und brachte die Problematik mit dem Beispiel der Chlorhühner etwas flapsig auf den Punkt: "Es wird niemand gezwungen, im E-Center ein amerikanisches Chlorhuhn zu kaufen, er kann auch ein Salmonellen besetztes Huhn von Wiesenhof oder so kaufen", so Kauder vor dem Hintergrund, dass die Amerikaner auch noch die kleinsten Salmonellenspuren bei Hühnchen tilgen, indem sie sie durch ein Chlorbad ziehen.

Europa sei aus den Fugen, schloss Kauder seine Ausführungen. Der Schlüssel sei die Türkei, führte er aus und gab ein Gespräch zwischen dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und Kanzlerin Angela Merkel wieder. Als Erdogan angemerkt habe, dass die USA auch die Todesstrafe hätten, habe Merkel nur trocken geantwortet: "Die USA wollen auch nicht in die EU."