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Celle Stadt Wenn Träume die Welt verändern
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Wenn Träume die Welt verändern
14:38 13.06.2010
Dagmar Hurtak-Beckmann in "Trödelmarkt der Träume". Foto: Jochen Quast Quelle: Fremdfotos / Texte Eingesandt
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Celle-Altstadt

Schon seit Menschengedenken übt die Welt des Traums eine besondere Faszination aus. „Was in dem Schlaf für Träume kommen mögen, wenn wir den Drang des Irdischen abgeschüttelt“, fragte Hamlet und Freud erforschte in seiner „Traumdeutung“ die Symbolik der Traumbilder.

Das Schlosstheater Celle geht der Rolle der Träume im „wachen“ Leben nun auf den Grund. Regisseur Benjamin Westhoff nahm die traumhaften Erfahrungen und surrealen Bildwelten aus Michael Endes „Spiegel im Spiegel“ und „Trödelmarkt der Träume“ als literarische Grundlage für seine eigene Inszenierung „Trödelmarkt der Träume. Ein musikalischer Abend mit Texten und Liedern von Michael Ende“ im Malersaal. „Es geht um den Balanceakt zwischen dem Träumen und Sich-in-den-Träumen-Verlieren“, erklärt Westhoff im Vorgespräch. Eine zentrale Frage ist also die nach dem Eigenleben, das Träume entwickeln können und nach deren Einflüssen auf das Alltagsleben. Die Willkür des Traumes, das Verlieben in einen Traum und die Verführung durch den Traum tauchen als Gedankenimpulse auf. „Wir erzählen eine Geschichte, wir spielen einen Traum, eine Traumnacht vom Einschlafen bis zum Aufwachen“, versucht der Regisseur nicht zu viel zu verraten. Nur soviel: es werden surreale Bilder aufgebaut. „Wir sind aber ganz puristisch geblieben“, so Westhoff. „Das Stück beginnt mit einem sterilen Raum, der sich in der Traumnacht füllt. Wir fangen mit einer Schwarz-Weiß-Ästhetik an, und so wie sich der Traum entwickelt wird auch der Abend bunter. Wesentlich bunter.“ Die Betonung weckt Neugier. Auch die erwähnte Kulisse. Viele kleine weiße Kisten evoziierten trotz der Fülle eine Leere – eine Aura, die spannend sei. Insgesamt ergebe sich ein homogenes Bild.

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Der „Trödelmarkt der Träume“ wurde erst einmal in München als Revue mit einer anderen Geschichte aufgeführt, so dass bei Westhoffs Regiearbeit vielleicht gar von einer Art Uraufführung gesprochen werden kann.

Der Musiker und Komponist Andreas Unsicker hat ausgewählte Lieder aus „Trödelmarkt der Träume“ für diese Produktion vertont. Endes „Hauskomponist“ Wilfried Hiller hätte musikalisch eine andere Richtung eingeschlagen. „Wir haben einen Schwerpunkt auf elektronische Sounds gelegt“, sagt der Regisseur. Zwecks Entfremdung. So schuf Westhoff aus den Erzählungen und Balladen Endes eine Geschichte für einen Musiker und eine Schauspielerin (Dagmar Hurtak-Beckmann), die auf spielerische Weise die Beziehung zwischen Traum und Träumer erkundet. Westhoff: „Wir halten viele Überraschungen bereit.“

●Vorstellungen: Die Premiere am Freitag ist bereits ausverkauft. Weitere Termine am 20., 25. und 26. Juni, jeweils 20 Uhr.

Von Aneka Schult