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Celle Stadt Wie kurz darf der Rock an Celler Schulen sein?
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Wie kurz darf der Rock an Celler Schulen sein?
16:59 25.05.2018
Von Audrey-Lynn Struck
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Celle Stadt

Auch in den sozialen Netzwerken wird dieses Thema gerade vor den Sommerferien stark diskutiert, die Eltern der Schüler spalten sich in zwei Lager. Die einen sehen die Kinder in ihrer Selbstbestimmung und Freiheit eingeschränkt, für die anderen gehört es zum guten Umgang sich in der Schule bedeckter zu halten. Auch die weiterführenden Schulen gehen ganz unterschiedlich mit der Sommerhitze der Schüler um.

Am Hermann-Billung-Gymnasium käme es nicht vor, dass jemand durch seine Kleiderauswahl negativ auffiele, so Schulleiter Mirko Truscelli. Das Gymnasium hat sich gegen eine Kleiderordnung entschieden. "Es gab bisher keine Auffälligkeiten, die einen Regelungsbedarf hervorgerufen hätten", so Truscelli. Dennoch sollten sich die Kinder in der jeweiligen Umgebung den Regeln entsprechend verhalten. Bei dieser Erziehung seien die Eltern der Kinder in der Verantwortung. "Mit Regeln meine ich hier allgemein gültige Umgangsformen, die auf Höflichkeit und Respekt beruhen", erklärt der HBG-Schulleiter.

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Auch an der Oberschule Celle 2 existiert keine Kleiderordnung. "Das Kollegium spricht gegebenenfalls einzelne Schüler an, wenn ein sehr kurzes Top mit Bauch frei getragen wird. Oder wenn eine Hose so tief sitzt, dass man die Unterwäsche sehen kann", sagt Schulleiterin Cornelia Bruns-Haun. Diese Einzelgespräche seien bisher immer erfolgreich gewesen.

Sowohl am Gymnasium Ernestinum als auch an der Axel-Bruns-Schule wird die Kleiderauswahl hingegen in der Schulordnung thematisiert. An der Axel-Bruns-Schule findet sich der Passus: "An unserer Schule erwarten wir von allen, die hier arbeiten und lernen, eine angemessene Kleidung, wie sie im Berufsleben erforderlich ist." Gerade wegen der beruflichen Erfordernisse – insbesondere in den Werkstätten – hat es schon immer Regeln zur Kleiderordnung gegeben, an die sich auch die Lehrer selbst zu halten haben. "Die Kenntnis der Regelung muss im Rahmen der Schulordnung schriftlich bestätigt werden", erklärt Schulleiter Heinrich von Fintel. Dadurch dass schon bei der Einschulung die Schüler direkt auf die mögliche Problematik angesprochen werden käme es auch sehr selten vor, dass jemand durch seine Kleidung negativ auffällt. Bei Auffälligkeiten oder gar Schulverstößen würden die Schüler direkt darauf angesprochen werden. "Schließlich ist das Grundprinzip unserer Schule die Achtsamkeit aufeinander", so von Fintel.

Am Gymnasium Ernestinum müssen die Schüler ebenfalls bei der Anmeldung eine „Vereinbarung zwischen Schülerinnen und Schülern mit der Schule“ unterschreiben. Unter Punkt zehn heißt es: "Ich verpflichte mich in der Schule auf ein angemessenes und gepflegtes Äußeres zu achten.“ "Diese Vereinbarung wird auch zu jedem Schuljahresbeginn zur Erinnerung neu ausgeteilt", so Schulleiter Johannes Habekost. Konkrete Anweisungen zur angemessenen Kleidung oder gar ein Katalog verbotener Kleidungsstücke gebe es allerdings nicht. Mit einer Ausnahme: "Heelies". "Das sind Schuhe, in deren Absätze Rollen eingearbeitet sind, damit man wie auf Inlinern oder Skateboards durch die Flure rollen kann. Aus Sicherheitsgründen sind die bei uns aber verboten", erklärt Habekost.

Ein weiteres klares Verbot gibt es an der Axel-Bruns-Schule und dem Ernestinum lediglich gegen "Das Tragen von Emblemen und Abzeichen mit extremistischen Bezügen beziehungsweise Inhalten ist nicht gestattet.“ Auch an der Oberschule Westercelle wird darauf geachtet, dass niemand verbotene Symbole trägt. "Neben der Schulordnung haben wir allerdings keine explizite Kleiderordnung", so Schulleiter Ulf Krüger. Das könnte sich allerdings ab Sommer ändern. Für das nächste Schuljahr ist an der Oberschule geplant, eine Kleiderordnung und Sicherheitshinweise zu erarbeiten. "Diese soll von allen schulischen Gremien getragen werden", sagt Krüger.

Zu wenig sollten Celler Schüler also nicht anziehen, wenn sie nicht von Lehrern zu einem Einzelgespräch eingeladen werden wollen. Immerhin: Nicht nur die Entscheidung, wie kurz Röcke oder Hosen sein dürfen, obliegt letzten Endes der Schule. Wenn die Temperaturen ins Unerträgliche gehen, liegt es auch an der Schulleitung, den Klassen des Sekundarbereichs 1 hitzefrei zu geben.