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Celle Stadt „Wir brauchen mehr Geld“
Celle Aus der Stadt Celle Stadt „Wir brauchen mehr Geld“
14:06 13.06.2010
Von Michael Ende
Einladung zum Hintergrundgespräch mit ver.di zur Tarifrunde ÖD Quelle: Peter Müller
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Celle Stadt

Über seinen Job beschweren will sich Meico Jantze nicht – dabei wäre es durchaus verständlich, wenn er es täte. Er organisiert bei der Celler Straßenreinigung den Winterdienst: „Wir arbeiten zwölf bis 16 Stunden täglich, auch am Wochenende, sind rund um die Uhr im Einsatz – und da sollen wir jedes Jahr noch die Personalkosten um ein Prozent reduzieren. Das geht nicht.“ Was Jantze und seine rund 2000 tarifbeschäftigten Kollegen im Celler öffentlichen Dienst wollen, ist eine angemessene Bezahlung. Und dafür wollen sie zur Not auch streiken.

Die Arbeitnehmer forderten sozial gestaffelte Entgelterhöhungen von insgesamt fünf Prozent, so Lutz Kokemüller, ver.di-Sprecher für den Bezirk Lüneburger Heide. Außerdem sollten Auszubildende eine für zwei Jahre gültige Übernahmegarantie erhalten und jetzt ausgelaufene Altersteilzeit-Regelungen erhalten werden.

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In Sachen Bezahlung und Aufstiegschancen gebe es bei den Angestellten mittlerweile eine Zwei-Klassen-Gesellschaft, bemängelt der städtische Personalrats-Vorsitzende Ralf Piening. „Bei uns im Kindergarten gibt es teilzeitbeschäftigte Kolleginnen, die müssen trotzdem Hartz IV beantragen oder einen Zusatz-Job machen, weil sie sonst nicht über die Runden kommen“, sagt Erzieherin Katja Zeiske: „Das kann’s nicht sein.“ Rathaus-Mitarbeiter Ulrich Ehlert verweist darauf, dass Arbeitnehmer als Kunden die Konjunktur ankurbeln könnten und bringt die Hauptforderung auf den Punkt: „Wir brauchen mehr Geld.“

Arbeitgeber ist Celles SPD-Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende erste seit knapp einem Jahr. In seiner Brust schlügen zwei Herzen, meint er: „Ich habe natürlich Verständnis dafür, dass gute Arbeit sich auch lohnen muss.“ Andererseits würde die Fünf-Prozent-Forderung für die Stadt jährliche Mehrausgaben von 1,6 Millionen Euro bedeuten: „Und das in einer Situation, in der unsere Konsolidierungsbemühungen durch Mindereinnahmen von zwei Millionen konterkariert wird, die uns die neuen Steuergesetze des Bundes bescheren.“ Die aktuelle Forderung der Arbeitnehmer sei für die öffentlichen Haushalte „nur schwer darstellbar“, so Mende.