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Celle Stadt Wochen- gegen Weihnachtsmarkt in Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Wochen- gegen Weihnachtsmarkt in Celle
17:16 08.08.2018
Von Dagny Siebke
Zur Weihnachtszeit muss der Celler Wochenmarkt von der ganzen Stechbahn weichen. Als neue Standorte sind Schuhstraße und Brandplatz vorgesehen.Doch die Markt-Beschicker wollen bei der Planung noch ein Wörtchen mitreden, um Umsatzeinbußen und neue Lücken zwischen den Ständen zu verhindern. Quelle: Oliver Knoblich
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Celle Stadt

Die Celler Marktbeschicker ärgern sich über die "Geheimniskrämerei" der Celler Stadtverwaltung: Am 1. August kam es zum lang ersehnten Termin im Neuen Rathaus, der jedoch anders als von Rüdiger Korte erhofft verlief. Der Vorsitzende der Interessengemeinschaft Celler Wochenmärkte sagt: "Statt einer einer Aussprache und der Chance, unsererseits Ideen einbringen zu können, waren wir lediglich gut genug, eine ,Urteilsverkündung' entgegenzunehmen. Für uns Marktbeschicker ist dies ein Schlag ins Gesicht."

Der Wochenmarkt soll in der Weihnachtszeit auf Teile der Straße Markt, der Schuhstraße und des Brandplatzes ausweichen. Durch die Verlegung rechnet ein Großteil der Händler mit Verlusten von bis zu 70 Prozent. Wegen neuer Brandschutzvorschriften sei ein ansprechender und kundenorientierter Marktaufbau nicht mehr möglich. Da der innere Ring für die Marktverlegung geschlossen werde, drohe ein Verkehrschaos.

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"Wir sind nicht gegen den Weihnachtsmarkt, wir stehen für ein respektvolles Miteinander", betonen die Marktbeschicker. Eine erhebliche Flächenerweitung vor dem Schloss und in einigen Innenhöfen hörten sich erst einmal gut an. "Deshalb fragen wir uns, warum wir weichen müssen? Uns wurde nicht glaubhaft vermittelt, warum so viele Stände zwecks Anbindung auf der Stechbahn benötigt werden, sodass für uns kein Platz mehr ist."

Die Händler auf dem Wochenmarkt befürchten, dass die geplante Qualitätssteigerung "durch Masse statt Klasse verwässert" werde. "Celle braucht keine massive Ausweitung von Kirmes- und Schützenfestbuden hinter Tannengirlanden", so Korte. Der Kompromissvariante der vergangenen Jahre habe sich bewährt. "Sollten Sie den Eindruck haben, Marktbeschicker jammern sowieso immer, dann schauen sie sich mit offenen Augen Leerstände in der Stadt und leere Plätze auf dem Wochenmarkt an."

CTM-Geschäftsführer Klaus Lohmann antwortet, dass der Celler Weihnachtsmarkt ebenso wie der Celler Wochenmarkt eine beliebte Institution für Bürger und Besucher sei: "Da ,Stillstand Rückschritt ist' und vor dem Hintergrund eines immer anspruchsvolleren Publikums soll dieses Jahr mit der Integration des ikonischen Celler Schlosses der Weihnachtsmarkt inhaltlich und geographisch ausgebaut werden."

Vor diesem Hintergrund werde die Stadtverwaltung die ganze Stechbahn als einen Teil des Weihnachtsmarktes nutzen, "um eine homogene und weihnachtlich anmutende Einheit vom Großen Plan, über die Poststraße, die Stechbahn bis zum Schloss und umgekehrt zu bieten", erläutert Lohmann. "Die Idee ist eine intuitive Besucherführung und ein lückenloses Weihnachtsmarkterlebnis der besonderen Art."

Unter dem Motto „Weihnachtsstadt“ werden viele weitere Aktionen unter einem Hut und federführend von der CTM vermarktet. "Ziel ist, Celle noch beliebter und über die Stadtgrenzen hinaus bekannter zu machen, um mehr zahlungskräftige Besucher zu generieren", sagt Lohmann. Die Marktbeschicker seien rechtzeitig über die neue Regelung informiert worden. In der Wochenmarktsatzung sei zudem festgelegt, dass dieser einmal jährlich wegen des Weihnachtsmarktes und ein zweites Mal im Jahr für ein großes, überragend bedeutendes Event für Celle mit Ausstrahlung über die Landkreisgrenzen hinaus umziehen müsste. "Von der Flächenwidmung und der Infrastruktur kommen dafür nur die Schuhstraße und der Brandplatz infrage", so Lohmann.

"Wir betrachten den Wochenmarkt und den Weihnachtsmarkt als faktisch und geografisch zusammenhängende Märkte, da ja weiterhin der Wochenmarkt wie gewohnt auch in der Straße Markt stattfinden wird", sagt Lohmann. Um die neuen Standorte Schuhstraße und Brandplatz zu bewerben, sind Programmhefte, Flyer, Karten und Schilder geplant, "damit die Kunden weiterhin ihre lieb gewonnenen Marktbeschicker finden."