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Celle Stadt Verdienstmedaille für Ralf Leineweber
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Verdienstmedaille für Ralf Leineweber
15:35 20.12.2019
Von Michael Ende
Ehrung im Alten Rathaus: (von links) Jörg Nigge, Birgit Scheer-Leineweber und Ralf Leineweber. Quelle: Oliver Knoblich
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Celle

Für sein mehr als 20-jähriges Engagement im sozialen Bereich hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier CZ-Chefredakteur Ralf Leineweber mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Bei einem Festakt im Alten Rathaus überreichte Oberbürgermeister Jörg Nigge am Freitag die Medaille.

Mit Tombola fast 1,75 Millionen Euro eingeworben

Als Journalist und Chefredakteur organisiert Leineweber über sein berufliches Engagement hinaus die Weihnachtsaktion, zu der die Cellesche Zeitung seit dem Jahr 1995 unter dem Titel „Menschen in Not“ aufruft. Einen Schwerpunkt bildet dabei seit 1997 die große Weihnachtstombola, mit der fast 1,75 Millionen Euro eingeworben wurden. "Das ist natürlich nur möglich, weil uns immer wieder so viele Sponsoren unterstützen und die Menschen so eifrig Lose kaufen", so Leineweber bei der Ehrung. Allein bei der diesjährigen Tombola waren 101.114 Euro zusammengekommen.

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Beim Losverkauf zugunsten der Aktion „Mitmenschen in Not“ ist Ralf Leineweber unermüdlich im Dienst der guten Sache im Einsatz.

"Motor der Aktion"

Im Rahmen der Weihnachtsaktion werden Menschen im Landkreis Celle unterstützt, die unverschuldet in Not geraten sind. Insgesamt wurden seit 1995 rund 2,8 Millionen Euro an Bedürftige und soziale Organisationen ausgeschüttet. "Ralf Leineweber ist bis heute mit der Durchführung der Tombola und der Einwerbung von Spenden Motor und Organisator dieser Aktion", sagte Oberbürgermeister Nigge.

Im Jahr 2010 wurde aus der Weihnachtsspenden-Aktion aus steuerrechtlichen Gründen ein gemeinnütziger Verein, der ganzjährig um Spenden wirbt und Hilfsmaßnahmen unterstützt. Vom ersten Tag an ist Leineweber Vorsitzender des Vereins „Mitmenschen in Not“.

Ruderer zu Erfolgen geführt

Aber auch im sportlichen Bereich engagierte sich Leineweber. So war er von 1985 bis 2006 Schrift- und Pressewart des Landesruderverbandes Niedersachsen. Im Celler Ruderverein war er neben seiner Vorstandstätigkeit zehn Jahre für das Training der Leistungssportler verantwortlich und führte die Aktiven dabei zu Erfolgen auf Landes- und Bundesebene. Außerdem ist er seit vielen Jahren auf norddeutschen Ruderregatten als ehrenamtlicher Regattasprecher tätig.

„Rudern gegen Krebs“

Im Jahr 2015 übernahm Leineweber den Vorsitz des Regattaausschusses Celle, den Celler Ruderverein, Hermann Billung Celle und Ruderclub Ernestinum-Hölty gemeinsam bilden. In dieser Funktion leitet der 54-Jährige die jährlich stattfindende Herbstregatta auf der Aller und engagiert sich seit 2015 federführend für die Regatta „Rudern gegen Krebs“, die 2015, 2016 und 2018 als jeweils bundesweit größte dieser Art in Celle stattfand. Dabei wurden in Zusammenarbeit mit der Stiftung Leben mit Krebs rund 90.000 Euro für die Arbeit des Onkologischen Forums eingenommen.

Im Alten Rathaus heftete Jörg Nigge Ralf Leineweber die Verdienstmedaille an die Brust. Quelle: Oliver Knoblich

Beeindruckende "Herzenswärme"

"Eine Stadt kann nur den Rahmen vorgeben – die tatsächliche Herzenswärme kann nur von den Menschen selbst kommen. Dafür sind Sie ein hervorragendes Beispiel", sagte Nigge. Er dankte im Namen der Stadt mit einem Blumenstrauß auch Birgit Scheer-Leineweber, die ihrem Mann den Rücken frei hält. Der Geehrte dankte allen Weggefährten der vergangenen Jahre. "Nur weil immer andere Menschen da waren, die mich bei meinem Tun unterstützt haben, stehe ich heute hier", so Leineweber. Ein besonderer Dank gelte in diesem Zusammenhang seiner Familie sowie den Kollegen aus Redaktion und Verlag.

Nachgefragt ...

... bei Ralf Leineweber, Chefredakteur der Celleschen Zeitung und Organisator von „Mitmenschen in Not“.

Wer gab den Anstoß dazu, die Leser in der Vorweihnachtszeit zu Spenden aufzurufen? 1985 hatte sich die Arbeiterwohlfahrt an die Cellesche Zeitung mit der Bitte gewandt, eine Aktion für Menschen ins Leben zu rufen, die unverschuldet in Not geraten sind. Da sich die CZ von jeher auch in einer gesellschaftlichen Verantwortung für die Region sieht, war die Entscheidung nicht schwer und so erschien unter dem Motto „CZ-Weihnachtshilfe“ ein erster Spendenaufruf. Ihm folgten Schilderungen von Einzelschicksalen, die die Leser bewegt haben müssen: Innerhalb kurzer Zeit kam eine fünfstellige D-Mark-Summe zusammen. Zudem konnte einem arbeitslosen Familienvater eine Arbeitsstelle vermittelt werden.

Wie ging es weiter? Es wurde ein Kuratorium mit Vertretern der Kirchen und Sozialverbände, von Stadt und Landkreis sowie der CZ gegründet, das die Verteilung der Gelder koordinierte. 1991 wurde die „CZ-Weihnachtshilfe“ dann abgewandelt, denn eine vom Schicksal besonders hart getroffene Familie aus dem Landkreis brauchte Hilfe für ihren einjährigen Sohn – er musste wegen eines Herzfehlers in den USA operiert werden. 1995 wurde dann die heutige Aktion „Mitmenschen in Not“ ins Leben gerufen.

Aber das war nur der bescheidene Beginn eines neuen Kapitels der CZ-Weihnachtsaktion. Seit dem Jahr 1997 hat sich eine Weihnachtstombola nach und nach zur Hauptquelle des Spendenerlöses entwickelt. Seitdem Jahr für Jahr ein Auto als Hauptpreis ausgelobt wird und wir im Jahr 2000 mit der Veranstaltung von Wienhausen nach Celle wechselten, stieg der Erlös kontinuierlich.

Wie ist der aktuelle Stand in Sachen Tombola? Mit den 101.114 Euro aus der diesjährigen Tombola kommen wir insgesamt auf rund 1,75 Millionen Euro, die wir auf diesem Weg für „Mitmenschen in Not“ eingenommen haben. Dies war und ist möglich, weil in so großer Zahl Preise zur Verfügung gestellt wurden, weil so viele Spaß daran haben, zu helfen und gleichzeitig mit etwas Glück zu gewinnen, und weil sich so viele aktuelle und ehemalige CZ-Mitarbeiter, aber auch Celler Persönlichkeiten als Losverkäufer in den Dienst der guten Sache gestellt haben.

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