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Celle Stadt Zahl der Privatinsolvenzen steigt an
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Zahl der Privatinsolvenzen steigt an
11:26 12.07.2011
Von Gunther Meinrenken
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Celle Stadt

Nach Auskunft des Amtsgerichts Celle gab es im vergangenen Jahr 390 Privatinsolvenzen. Nach Jahren des Rückgangs erstmals wieder ein kleiner Anstieg im Vergleich zu 2009 (373) und 2008 (371). Doch bereits in den ersten sechs Monaten dieses Jahres betrug die Anzahl der Privatinsolvenzen 240. Sollte sich dieser Trend so fortsetzen, dürften am Jahresende fast an die 500 Insolvenzen von privaten Personen zu Buche schlagen. „Wir haben im Landkreis Celle einen recht hohen Bestand an Arbeitslosen und Hartz-IV-Empfänger“, so der Direktor des Celler Amtsgerichts, Günter Busche.

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Bei den Schuldnerberatungsstellen im Landkreis Celle schlägt sich dies teilweise in mehr Beratungsgesprächen nieder. So auch beim Diakonischen Werk, wo Ludwigs eine verstärkte Anfrage festgestellt hat. „Der Beratungsbedarf in der Stadt Celle und im Landkreis ist nicht gedeckt“, meinte er.

Hauptursachen für die Verschuldung privater Haushalte seien in erster Linie der Verlust des Arbeitsplatzes und die damit verbundene Einkommensverringerung sowie die Trennung von Lebenspartnern. „Das kann teuer werden. Es gibt Fälle, da hat die Frau die Bürgschaft für neue Möbel in Höhe von mehreren tausend Euro übernommen und nach der Trennung bleibt sie auf den Schulden sitzen“, berichtete Ludwigs. In der Schule würden solche Dinge leider nicht auf dem Lehrplan stehen.

Problematisch sei, dass viele, die schon verschuldet seien, ihr Konsumverhalten nicht änderten. Auch, um den Anschein eines normalen Lebens aufrecht zu erhalten und sozial nicht weiter ausgegrenzt zu werden. Die aggressive Werbepolitik trage ein übriges dazu bei, dass solche Menschen immer weiter im Strudel ihrer Schulden versinken. „Angebote über Null-Prozent-Finanzierungen oder Heute-kaufen-in-drei-Monaten-bezahlen suggerieren den Menschen, dass sie die Waren quasi umsonst bekommen. So werden viele Menschen dazu verleitet, ihre materiellen Möglichkeiten zu überschätzen“, kritisierte Ludwigs.