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Celle Stadt „Zukunft liegt in der Wahrhaftigkeit des Erinnerns“
Celle Aus der Stadt Celle Stadt „Zukunft liegt in der Wahrhaftigkeit des Erinnerns“
14:07 13.06.2010
Von Michael Ende
"September 1939: 70 Jahre danach". Veranstaltung im Celler Schloss. Andrzej Osiak, Generalkonsul der Republik Polen, Celles Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende, Niedersachsens Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann und Habbo Koch, Geschäftsführer der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten (von links) im Gespräch. Quelle: Peter Müller
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Mit blumengeschmückten Karabinern zogen Ende August 1939 die Soldaten des Celler Heidebataillons in die Schlacht, begleitet von den Glückwünschen ungezählter Celler am Straßenrand. „Diese Menschen machten sich nicht die erforderlichen Gedanken über die möglichen und zu erwartenden Konsequenzen ihres Handelns und ihrer Wünsche“, sagte gestern Celles Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD) bei der zentralen Veranstaltung des von der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten organisierten Begegnungsprogramms „Zeitzeugen im Dialog“. Der Auftrag der Celler Soldaten vor 70 Jahren war es, Polen zu überfallen. Was folgte war nicht „nur“ ein Krieg – es war ein Schlachten, dem allein sechs Millionen Polen zum Opfer fielen.

„Im gemeinsamen Reden über die Verbrechen, die in deutscher Verantwortung stattfanden, wird die Vergangenheit konkret – doch zugleich wird Zukunft sichtbar.“ Diese Worte fand Niedersachsens Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann (CDU), die zugleich Stiftungsratsvorsitzende ist. Sie begrüßte ganz besonders herzlich 20 Überlebende verschiedener Konzentrations- und Kriegsgefangenenlager in Niedersachsen und unterstrich den Wert unmittelbarer Kontakte zu den Überlebenden der NS-Verfolgung: „Reden und Zuhören kann Menschen dafür sensibilisieren, kein Unrecht zu verüben und sich gegen Unrecht zu stellen.“

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„Die wichtigste Lehre des zweiten Weltkriegs ist die Feststellung, dass man niemandem die menschliche Würde absprechen darf“, so der polnische Generalkonsul Andrzej Osiak.

Anschließend stellten Jugendliche die phantasievollen Ergebnisse ihrer Auseinandersetzung mit ihren Begegnungen mit Zeitzeugen vor.

„Die Zukunft Europas“, so Stiftungs-Geschäftsführer Habbo Knoch, „liegt in der Wahrhaftigkeit des Erinnerns. Daran müssen wir über Generationen hinweg gemeinsam arbeiten.“