Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Anmelden
Celle Stadt Zwei ICE und ein Metronom in Celle beworfen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt

Zwei ICE-Schnellzüge bei Fahrt durch Celle mit Steinen beworfen

15:12 17.03.2020
Von Christoph Zimmer
Quelle: Jan Woitas (Archiv)
Anzeige
Celle

Die Schnellzüge waren gegen 12.45 Uhr kurz hintereinander auf der Fahrt von Hannover nach Hamburg unterwegs, als sie in Höhe der Straßenbrücke zwischen Vorwerk und Groß Hehlen von Unbekannten mit Steinen beworfen wurden. Zwei Seitenscheiben wurden dabei beschädigt, aber nicht durchschlagen. Die Fahrgäste blieben unverletzt. Ein Bundespolizeihubschrauber hat danach den Bereich ohne Ergebnisse überflogen.

Beide Züge hielten außerplanmäßig in Unterlüß. Die Scheibe eines Zuges konnte gesichert werden. Die Weiterfahrt des zweiten ICE mit Fahrgästen war jedoch nicht möglich – dessen rund 150 Passagiere stiegen in den ersten ICE um.

Anzeige

Wie jetzt bekannt wurde, wurde am Montag um 16.10 Uhr an derselben Stelle unterhalb der Straßenbrücke zwischen Vorwerk und Groß Hehlen auch ein Metronom beworfen. Dabei entstanden Lackschäden.

Mehrere Zeugenhinweise eingegangen

Nach einem Bericht in der Celleschen Zeitung sind mehrere Zeugenhinweise eingegangen. Demnach sollen sich am Montag gegen 12.50 Uhr zwei Mädchen und ein Junge an der Straßenbrücke über der Eisenbahnlinie aufgehalten haben. Die beiden Mädchen im Alter von zirka 14 Jahren trugen dunkle lange Haare. Der Junge soll zirka 16 Jahre alt sein, blond, schlank und trug eine dunkle Hose mit einem grauen Kapuzenpulli.

Um 16.10 Uhr sah ein Fahrgast des beworfenen Metronom drei bis vier Jungen im Alter von zirka 12 bis 14 Jahren unter der Brücke. Einer trug einen giftgrünen Kapuzenpulli.

Noch ist unklar, ob die beschriebenen Kinder oder Jugendlichen die Straftaten begangen haben. Ermittlungen wegen gefährlicher Eingriffe in den Bahnverkehr dauern an. Die Bundespolizeiinspektion Bremen bittet weiterhin um Zeugenhinweise: Telefon (0421) 16299-777

Bundespolizei warnt Kinder und Eltern

An der Bahnstrecke in Vorwerk und an einem nahen Bach unter den Gleisen werden immer wieder spielende Kinder gemeldet. Der Aufenthalt ist in dem Streckenabschnitt wegen hoher Zuggeschwindigkeiten von bis zu 200 km/h und damit verbundenen Soggefahren mit besonderen Risiken verbunden. Zudem liegt die Reaktionszeit beim Erkennen eines Zuges zum Verlassen des Gefahrenbereiches bei unter zwei Sekunden.

Eltern sollten ihre Kinder konsequent auf das Verbot des Betretens von
Bahnanlagen hinweisen. Gerade in der schulfreien Zeit werden bei frühlingshaften
Temperaturen wieder häufiger lebensgefährliche Situationen auf Bahnstrecken erwartet. Und Lokführer werden stets von Personen an den Gleisen verunsichert: Rechtzeitig stoppen können sie bei Anhaltewegen von mehr als 1000 Metern nicht.

Christoph Zimmer 17.03.2020
Gunther Meinrenken 17.03.2020