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Celle Stadt Zwischen Licht und Schatten
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Zwischen Licht und Schatten
17:34 12.10.2018
Von Dagny Siebke
Ein Drittel der 200 Stellen hat Baker Hughes schon besetzt: Geschäftsführer René Ritter und Personalleiterin Angela Biermann haben die Suchradius vergrößert. Quelle: Oliver Knoblich
Celle

Der gestiegene Öl-Preis und Geothermie-Projekte in Süddeutschland auf der einen sowie das Fracking-Moratorium in Niedersachsen und Sanktionen gegen Russland und Iran auf der anderen Seite: Das ist das Spannungsfeld, in dem sich die Bohr-Industrie in Celle bewegt. Während Ölfeld-Ausrüster Baker Hughes bereits ein Drittel der 200 neuen Stellen besetzt hat, bleibt es bei der Itag dabei – die Bohrsparte wird 2019 eingestellt. Zulieferer wie Bohrlochköpfe-Anbieter Hartmann Valves suchen zehn neue Mitarbeiter.

Suchradius vergrößert: „Wir haben in Celle mit der Suche nach Mitarbeitern angefangen und vergrößern jetzt unseren Radius“, erklärt Angela Biermann, Personalleiterin bei Baker Hughes. So kooperiert das Unternehmen nun auch mit den Arbeitsagenturen in Walsrode, Gifhorn, Hannover, Wolfsburg und Braunschweig. „Schließlich wollen wir den Zuliefer-Betrieben vor Ort nicht die Mitarbeiter abwerben“, betont Geschäftsführer René Ritter. Noch in diesem Jahr will Baker Hughes 200 neue Mitarbeiter unter Vertrag nehmen. Da der Ölfeld-Ausrüster 2015 noch Stellen abgebaut habe, kämen viele ehemalige Mitarbeiter schnell zurück. Man suche nicht gezielt im Ausland nach Fachkräften, da gute Deutschkenntnisse in der Fertigung gefordert seien, so Ritter. Räumlich brauche sich Baker Hughes in Celle nicht zu vergrößern: „Wir haben genug Hallenfläche“, sagt der Geschäftsführer. Allerdings benötige man am Standort mehr Parkplätze und Außenlagerfläche.

Zulieferbetrieb expandiert: Auch Hartmann Valves, Anbieter von Spezialkugelhähnen und Bohrlochköpfen, ist auf Wachstumskurs. „Die Auftragslage ist aktuell positiv und wir erwarten weitere Steigerungen“, sagt Geschäftsführer Werner Hartmann. Aktuell sind bei Hartmann zehn Stellen in verschiedenen Bereichen ausgeschrieben. 2019 werden wieder Zerspanungs- und Industriemechaniker sowie technische Produktdesigner ausgebildet. „Als Forschungs- und Entwicklungspartner und Zulieferer von Baker Hughes freuen wir uns über die Expansion und spüren in der gesamten Branche den Aufwärtstrend und Bewegung im regionalen Arbeitsmarkt“, so Hartmann. „Neben den klassischen Bereichen der Öl- und Gasindustrie freuen wir uns auch über starken Zuwachs der erneuerbaren Energien, vor allem Geothermie-Projekte in Deutschland, Europa und der Türkei, sowie über Aufträge aus der chemischen Industrie, in der wir als Spezialanbieter neue Lösungen für den Hochleistungsbereich entwickeln.“

Licht und Schatten: Wolfgang Genannt gehört zum Vorstand von „Geo-Energy Celle“ und sieht in der Suche nach Fachkräften hohe Hürden: „Viele Mitarbeiter, die während der Krisenjahre entlassen wurden, haben sich inzwischen umorientiert.“ Daher sei in Celle viel Potenzial weggebrochen. Die Hochburg der Zulieferindustrie Europas sei durch das Fracking-Moratorium in Niedersachsen und die Sanktionen gegen Russland doppelt schwer getroffen.

Miriam Ahrens ist Sprecherin des Bundesverbandes „Erdöl und Geoenergie“ und hat sich unter Mitgliedern umgehört: „In den vergangenen Jahren wurde viel Personal abgebaut. Zwar stellen einzelne Unternehmen wieder Mitarbeiter ein, das hängt aber hauptsächlich mit dem Aufschwung im internationalen Markt zusammen. Dazu kommen aussichtsreiche Geothermie-Projekte, zum Beispiel in Bayern.“ Für neue Projekte in der heimischen Erdgas- und Erdölproduktion seien die Hürden nach wie vor hoch, doch auch hier seien Investitionen geplant.

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