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Groß Hehlen Ein ganzes Haus für Kinder
Celle Aus der Stadt Groß Hehlen Ein ganzes Haus für Kinder
17:31 28.12.2018
Bei ihrer Arbeit orientiert sich Beatrice Hasselmann vor allem an der Reggio-Pädagogik. Dabei wird das Kind als kreativer Gestalter seiner Entwicklung gesehen. Quelle: Oliver Knoblich
Celle

Ein ganzes Einfamilienhaus mit Garten hat Beatrice Hasselmann für ihre neue Kindertagespflege hergerichtet – mit Fördermitteln des Bundesfamilienministeriums. Das Storchennest auf dem Dach steht für den Namen des Hauses. Im neuen Jahr ziehen fünf Kinder im Alter zwischen einem und drei Jahren zur Ganztagsbetreuung ein.

Beatrice Hasselmann ist vielen Cellerinnen bekannt, weil sie viele Jahre lang das Mammographie Screening koordinierte. Doch nachdem ihre Tochter schwer erkrankte, haben sich die Prioritäten in ihrem Leben verschoben. "Mein größtes Lebensziel sind Kinder", sagt die 49-Jährige. "Eigentlich wollte ich schon 1986 Sozialpädagogik studieren." Deshalb sattelte sie um und ließ sie sich über die Stadt Celle zur Tagesmutter ausbilden.

Fokus liegt auf Reggio-Pädagogik

Bei ihrer Arbeit orientiert sich Beatrice Hasselmann vor allem an der Reggio-Pädagogik. Dabei wird das Kind als kreativer Gestalter seiner Entwicklung gesehen. "Zum Beispiel arbeite ich mit bedeutungsoffenen Materialen, aus denen sich die Kinder eine eigene Murmelbahn bauen können." Wichtig sei dabei, dass die Kinder sich auf sich selbst konzentrieren und sich nicht mit anderen vergleichen.

Ein besonderer Hingucker ist der Mini-Bus der Kindertagespflege, mit dem die Kinder die Gegend erkunden sollen. "In Groß Hehlen haben wir Wald und Wiese vor der Tür und können Kühe, Hunde, Gänse und Schafe besuchen", erzählt Hasselmann.

Tagespflege ist wichtige Ergänzung

In Celle gibt es insgesamt 41 Tagespflegepersonen. Die Zahl ist in den vergangenen Jahren gestiegen. Allein im Jahr 2017 sind fünf Tagesmütter dazugekommen. 2018 waren es sogar sieben. Da die Beitragsfreiheit ja erst seit fünf Monaten und für Kinder ab dem dritten Lebensjahr gelte, würden trotzdem nachgefragt, sagt Stadtsprecherin Myriam Meißner. Wie viele Tagesmütter im neuen Jahr noch dazukämen, hänge davon ab, wie viele interessierte Eltern sich melden.

Aktuell warten 13 Familien auf einen Kita-Platz. Für diese arbeite der Fachdienst an Lösungen, so Meißner. "Tagespflege ist eine wichtige Ergänzung insbesondere für die Betreuung der unter dreijährigen Kinder." Für 2019 sei im Frühjahr ein neuer Qualifizierungskurs vorgesehen, der in Kooperation mit dem Landkreis laufe.