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Hehlentor Das ändert sich bald für Sparkassen-Kunden
Celle Aus der Stadt Hehlentor Das ändert sich bald für Sparkassen-Kunden
10:27 10.04.2019
Von Dagny Siebke
In der Sparkassen-Filiale am Altenhäger Kirchweg wird es ab Herbst nur noch SB-Automaten geben. Überweisungen nimmt auch ein Sprachcomputer an. Bei Interesse erklären Mitarbeiter, wie das Telefonbanking genau funktioniert. Quelle: Dagny Siebke
Hehlentor

Fusionen von Sparkassen sind in Deutschland keine Seltenheit. Zwischen 2015 und 2018 ist die Zahl der selbstständigen Sparkassen von 413 auf 385 gesunken – die Unternehmensberatung zeb schätzt, dass es im Jahr 2025 nur noch 250 sein werden. Eine davon ist die neue Sparkasse Celle-Gifhorn-Wolfsburg, die aus der Fusion der Sparkasse Celle mit den Bankinstituten in Gifhorn und Wolfsburg entstehen wird.

Da die neue Sparkasse ihren Hauptsitz in Gifhorn haben wird, ändert sich die Bankleitzahl als Teil der IBAN. Doch für die Celler Kunden habe das kaum Folgen, sagt Sparkassen-Sprecherin Johanna Crolly. "Wie schon bei der Fusion der damaligen Stadt- und Kreissparkasse Celle 1991 wird es für unsere Kunden einen Umzugsservice geben." Daueraufträge und Lastschriften stelle die Sparkasse automatisch um. Briefbögen und Visitenkarten mit der alten IBAN können also in den nächsten Jahren noch aufgebraucht werden. "Auch 28 Jahre nach der Fusion kommen heute noch Zahlungen und Abbuchungen auf Konten unserer Kunden auch mit der alten Bankleitzahl an", betont Crolly. So werde es auch bei der IBAN laufen, deren Umstellung aber erst im April/Mai 2020 Thema wird.

Förderung für die Region wird erweitert

"Bei allen Planungen ist es unser Ziel, die regionalen Vorteile um die Vorteile aus Gifhorn und Wolfsburg zu erweitern", erläutert Crolly. So werde die fünftgrößte Sparkasse Niedersachsens zum Beispiel die Förderung der Region Celle von heute 700.000 auf eine Million Euro erweitern.

Schon bevor die am Freitag besiegelte Fusion mit Gifhorn-Wolfsburg perfekt war, hat das Celler Bankunternehmen seine Struktur dem veränderten Kundenverhalten angepasst. Da immer mehr Kunden auf Online-Banking umgestiegen sind, zieht die Sparkasse im vierten Quartal Mitarbeiter aus Filialen in den Celler Ortsteilen Klein Hehlen, Groß Hehlen und Hehlentor ab. Vor Ort bleiben die Geldautomaten und Selbstbedienungsterminals.

Alle Finanz-Experten unter einem Dach

"Im neuen Kompetenzzentrum Celle-Vorstadt sitzen alle Experten zu finanziellen Fragen unter einem Dach", erklärt Crolly. An der Harburger Heerstraße soll es 35 Parkplätze und eine Bushaltestelle direkt vor dem Neubau geben. Mit der CeBus führe die Sparkasse noch Gespräche, um den Fahrplan an die Bedürfnisse der älteren Menschen im Ortsteil Hehlentor anzupassen.

Für den Kunden gibt es einen Fächer an Möglichkeiten. Crolly sagt: "Bei einfachen Bankgeschäften, wie einer Überweisungen, haben unsere Kunden die Wahl zwischen unterschiedlichen Wegen, genauso, wie es gerade am bequemsten ist: online, persönlich in der Geschäftsstelle oder telefonisch." Erst vor drei Monaten wurde das Angebot der "Telefongeschäftsstelle" erweitert. Mittlerweile nutzen 3500 Kunden das kostenlose Telefonbanking der Sparkasse Celle.

Kostenloses Telefonbanking als Alternative?

Rund um den Altenhäger Kirchweg hat sich die CZ umgehört, wie ältere Menschen mit Neuerungen umgehen. Mobile Rentner wie Gisela Koch nehmen es gelassen: "Wenn ich tatsächlich etwas bei der Sparkasse zu erledigen habe, werde ich einfach in die Innenstadt fahren." Online-Banking komme für sie nicht infrage, sagt sie. Und ihr mache es nichts aus, dass die Überweisung mit Papier oder am Automaten 1,50 Euro kostet. "Für die paar Überweisungen, die ich tätige, ist das in Ordnung. Ich bestelle ja nichts im Internet", so Koch.

Zwei andere Seniorinnen lassen die Änderungen einfach auf sich zukommen und sagen: "Zum Glück haben wir Kinder, die sich darum kümmern." Helga Habekost dagegen versucht, so viel wie möglich selbstständig zu erledigen. Sie sagt: "Ich bin traurig darüber, dass es immer mehr Automaten gibt. Ich rede lieber mit einem Menschen." Obwohl sie Online-Banking ablehnt, hat sie sich schon mit den neuen kostenlosen Möglichkeiten auseinandergesetzt.

Sprachcomputer arbeitet rund um die Uhr

Unter der Woche zwischen ­8 und 19 Uhr beraten Mitarbeiter die Kunden unter Telefon (05141) 913-0. Außerhalb der Geschäftszeiten hilft ein Sprachcomputer weiter. Habekost berichtet: "Eine freundliche Sparkassen-Mitarbeitern hat mir hier vor Ort genau erklärt, wie ich auch per Sprachcomputer Überweisungen vornehmen kann."

Beim SoVD-Kreisverband steht man dem Trend zum Telefonbanking skeptisch gegenüber. "Nicht jeder kann damit umgehen. Schwerhörige Menschen sind damit überfordert", sagt die Sozialberaterin Sabine Kellner. Sie hat den Sprachcomputer privat selbst getestet. "Ich habe sechs oder sieben Minuten gebraucht, bis alles fertig war. Dabei bin ich noch keine 85 Jahre alt. Wenn man sich verdrückt, kann man nochmal von vorne anfangen." Helga Habekost sieht das eher gelassen: "Der Sprachcomputer hat mich erst nicht verstanden, aber nach mehreren Versuchen hat es geklappt. Man muss sich einfach konzentrieren", sagt sie.

IBAN über die Tastatur eingeben

Das Wichtigste für die Programmführung beim Telefonbanking ist auf einer DIN-A4-Seite zusammengefasst. Der Sprachcomputer ist rund um die Uhr unter Telefon (05141) 913456 erreichbar. Kunden erhalten auf Nachfrage eine fünfstellige PIN per Post – nach der Eingabe stehen acht Funktionen zur Auswahl. Wer Geld überweisen will, sagt einfach das Wort "Überweisung" oder drückt die Taste 3. Anschließend tippen die Anrufer die IBAN über die Tastatur ihres Telefons ein.