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Hustedt "Wollen international durchstarten"
Celle Aus der Stadt Hustedt "Wollen international durchstarten"
14:45 18.01.2019
Von Michael Ende
Neuer Chef in Hustedt: Michael Giffhorn.
Hustedt

Gezählt sind die Tage, in denen das Bildungszentrum Hustedt fernmeldetechnisch eine Einsiedelei war, in deren Abgeschiedenheit Gewerkschaftern, die von keinem Handy-Empfang abgelenkt wurden, politische Bildung vermittelt wurde. Derzeit wird ein Funkmast errichtet, der sicherstellt, dass Hustedt künftig mit Highspeed "am Netz" ist. "Das gehört heute einfach zu den Standards", sagt Michael Giffhorn. Der neue Leiter des Bildungszentrums freut sich, dass sein Vorgänger Maximilian Schmidt unter anderem diese Innovation eingetütet hat, bevor er Hustedt Richtung Hannover verlassen hat, wo er ab jetzt Hauptgeschäftsführer der Bildungsvereinigung Arbeit und Leben in Niedersachsen ist. "Ich habe hier eine tolle Basis vorgefunden, auf die wir aufbauen könne, sagt Giffhorn.

Über Umwege nach Hustedt

Der 55-Jährige verheiratete Vater dreier erwachsener Kinder hat eine lange Reise hinter sich, die ihn nun nach Hustedt geführt hat. Geboren bin ich in Hannover, wo ich seit kurzem wieder lebe. Doch als ich drei Jahre alt war, ging es mit meinen Eltern weit weg ins Hessische", so Giffhorn. Dort wuchs er auf, und nach der Ausbildung zum Energieanlagenelektroniker und dem Studium der Informationselektronik sammelte er im Siemens-Konzern langjährige Betriebsratserfahrung: "15 Jahre regional in Frankfurt am Main und im Gesamtbetriebsrat."

Gewerkschafter durch und durch

Seit 37 Jahren ist Giffhorn Gewerkschaftsmitglied, davon 29 Jahre IG Metall. "Das prägt", sagt der Mann, der die politische Bildung unter dem Dach der Gewerkschaften schon früh schätzen gelernt hat: "Erst als Teilnehmer und dann als einer, der sein Wissen weiter geben will." Zehn Jahre lang war Giffhorn selbstständig als Berater und Referent für Betriebsräte und Gewerkschaften unterwegs. Dann wurde er sesshaft – von 2016 bis 2018 als Leiter der Heimvolkshochschule in Springe und jetzt in Hustedt.

Trend zur Internationalisierung

Am Rande von Celle möchte Giffhorn die Internationalisierung voran treiben: "Mit dem Europäischen Betriebsrätezentrum (EBZ) sind die Voraussetzungen geschaffen, nun gilt es diese auch mit Leben zu füllen. Wir wollen international durchstarten." Erste Anfragen großer deutscher Konzerne seien bereits eingegangen, Kontakte mit dem Europäischen Gewerkschaftsbund (European Trade Union Confederation, ETUC), sowie dem Europäische Metallgewerkschaftsbund (EMB) bestünden und würden intensiviert. Giffhorn kann ohne allzu viel Druck die Kartons auspacken, die sich noch in seinem neuen Büro stapeln: "Für dieses Jahr sind wir bereits ausgebucht."

Ökologisch ambitioniert

Auch ökologisch will der E-Auto-Fahrer Giffhorn Akzente setze. "Ich strebe an, mindestens zwei Ladesäulen für E-Automobile zu installieren." Und dass das Bildungszentrum auch in diesem Jahr wieder bei der CZ-Aktion "Celle blüht auf" mitmache, das sei doch klar.