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Klein Hehlen "Artgerechte Haltung verlangt Auslaufflächen"
Celle Aus der Stadt Klein Hehlen "Artgerechte Haltung verlangt Auslaufflächen"
19:33 01.04.2019
Von Svenja Gajek
Kirsten Makenthun ist mit dem Leinenzwang in der Unteren Allerniederung nicht einverstanden. Quelle: Svenja Gajek
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Celle Klein Hehlen

Hundebesitzer in Städten hadern oft mit den Auslaufmöglichkeiten für ihre Lieblinge. In Celle ist dies nicht anders. Hier gibt es zwar viele Grünflächen, die Nutzung unterliegt jedoch größtenteils Beschränkungen. So ist die Untere Allerniederung südwestlich von Klein Hehlen bereits seit 2015 als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Hunde müssen dort an der Leine geführt werden. Einigen Anwohnern – vor allem jenen, die hier regelmäßig mit ihrem Vierbeiner Gassi gehen – ist dieser Umstand ein Dorn im Auge.

Auf dem Weg an der Allerniederung in Klein Hehlen sind viele Fußgänger und Radfahrer unterwegs.  Quelle: Alex Sorokin

"Besitzer von Katzen haben mehr Freiheiten"

Kerstin Lodemann ist mit ihrem 18 Monate alten Husky immer wieder auf der kleinen Insel zwischen Aller und Flutbecken unterwegs. Sie weiß um die Vorschrift, nimmt ihren Hund aber nur widerwillig an die Leine. „Als Hundebesitzer wird man immer weiter eingeschränkt“, empört sie sich, „Katzen können völlig frei herumlaufen und tun, was sie wollen. Die Besitzer zahlen keine Steuern und haben trotzdem mehr Freiheiten als wir. Es gibt nun einmal Hunderassen, die brauchen intensive Bewegung, wie weit sollen wir denn noch fahren?“

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An der Allerniderung in Klein Hehlen sind viele Menschen mit ihren Hunden unterwegs.  Quelle: Alex Sorokin

"Abwägen meist zu Gunsten der Natur"

Ein Ehepaar, das namentlich nicht genannt werden möchte, führt ihren kleinen Terrier meistens ohne Leine in dieser Gegend aus. Die beiden sind der Meinung, dass ein Abwägen zwischen Naturschutz und Nutzung durch die Öffentlichkeit meistens zu Gunsten der Natur entschieden werde: „Es ist doch auch wichtig, dass Plätze für die Menschen gestaltet werden. Hier müsste es mehr Bänke geben und der herumliegende Müll sollte beseitigt werden. Wer weiß schon, wo hier überhaupt noch Wasservögel brüten. Die Uferbereiche sind doch gut einsehbar, da richten unsere Hunde schon keinen Schaden an.“

Verbot einigen Haltern nicht bekannt

Einigen Hundehaltern ist das Verbot anscheinend gar nicht bekannt. Helena Luhman lässt ihren Labrador immer frei herumlaufen. Sie verweist auf den Ort als perfekten Treff für Hundefreunde, es gibt sogar eine eigene WhatsApp-Gruppe. „Sie sollten wirklich ein Schild aufstellen“, meint sie.

Allerniederung zwischen dem Wilhem-Heinichen-Ring und der Biermannstraße. Quelle: Oliver Knoblich

Stadt: Wünsche der Menschen nachvollziehbar

Lothar Sander, Fachdienstleiter Umweltschutz bei der Stadt Celle, kann die Wünsche der Menschen zwar nachvollziehen, doch der Schutz der Natur gehe in diesem Gebiet vor. Diesen auch ständig zu überprüfen, sei jedoch schwierig. „Eine regelmäßige Kontrolle ist momentan nicht leistbar. Wir haben einen einzigen Kollegen, der für diesen Bereich zuständig ist. Eine vernünftige Überwachung wäre nur in Zusammenarbeit mit der Polizei möglich.“ Ein Schild, welches auf das Naturschutzgebiet hinweist, soll vorhanden gewesen sein, ist offensichtlich aber entwendet worden.

Halterin schlägt Bürgerbegehren vor

Kirsten Makenthun möchte, dass die Allerniederung für ihren Rumänischen Mischling als Auslaufgebiet zugelassen wird. Sie würde sogar ein Bürgerbegehren dafür organisieren: „Die Stadt muss zeigen, dass sie an uns Hundehaltern interessiert ist. Eine artgerechte Haltung verlangt eben auch die entsprechenden Auslaufflächen.“

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