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Kultur „Viele Informationen und ziemlich lustig“
Celle Aus der Stadt Kultur „Viele Informationen und ziemlich lustig“
18:03 01.12.2019
Von Jürgen Poestges
René Sydow Quelle: Steffen Suuck
Bennebostel

René Sydow ist einer der Kabarettisten in Deutschland, die viel zu sagen haben. Mit seinem aktuellen Programm „Die Bürde des weisen Mannes“ tritt er am Donnerstag, 5. Dezember, im Rahmen von „Kultur querbeet“ auf dem Hof Wietfeld in Bennebostel auf. Dabei geht es um das große Thema Bildung. „Mit vielen Informationen, aber es wird auch lustig“, verspricht er im Vorfeld. CZ-Redakteur Jürgen Poestges erwischte Sydow daheim in Witten.

Ist es derzeit Lust oder Frust, politisches Kabarett zu machen?

(lacht) Auf jeden Fall ist es sehr dankbar im Moment. Es passiert derart viel, dass man Probleme hat, auf dem Laufenden zu bleiben. Ich hatte schon einmal das Problem, dass
ein Minister zurückgetreten ist, als
ich noch dabei war, den Text zu schreiben. Da musste ich zehn Minuten aus dem Programm wieder rausnehmen.

Inwieweit reagieren Sie auf tagesaktuelle Themen?

Es geht in dem Programm insgesamt um das große Thema Bildung. Da ändert sich ja so spontan nichts. Aber sicherlich tauchen immer wieder Aspekte auf, die ich im Programm dann gerne aufgreife. Ganz wichtig ist mir aber auch die spontane Reaktion des Publikums. Darauf reagiere ich gerne spontan.

In Sachen Bildung: Macht man es sich nicht zu einfach, wenn man sagt, das Wissen ist vom Kopf in das Handy gewandert?

Ich denke, das ist zu einfach. Ich sehe das Problem eher darin, dass von der Politik verkauft wird, dass mit der Digitalisierung auch das Bildungsproblem gelöst wird. Aber es reicht ja nicht, wenn man Millionen für digitale Tafeln zur Verfügung stellt. Zunächst einmal muss es auch jemanden geben, der sich um Wartung und Updates kümmert. Und das kann, bei allem Respekt, nicht der Hausmeister sein, wie es häufig der Fall ist. Und außerdem muss man auch einmal schauen, ob in der Schule nicht neue Tische und Bänke oder eine renovierte Toilette wichtiger wäre.

Wie erklären Sie sich den Aufwind der rechten Parteien nicht nur in Deutschland, sondern eigentlich europaweit?

Ich denke, das liegt daran, dass sich die Angehörigen dieser Parteien sprachlich so auf Schlagworte reduzieren, dass bestimmte Menschen glauben, es werde endlich einmal gesagt, was sie sich selbst nicht trauen. Allerdings bin auch auch schockiert, wenn ein Mensch wie Björn Höcke, der offiziell Faschist genannt werden darf, in Thüringen auf 24 Prozent kommt. Und dass die meisten Stimmen von Wählern unter 25 Jahren kommen. Diese Geschichtsvergessenheit erschreckt mich.

Gibt es Dinge, über die Sie sich so ärgern, dass Sie es nicht in ein Programm nehmen würden?

Nein, eindeutig nicht. Ich bin der Meinung, man muss über alles reden können. Ich schreibe zum Beispiel gerade an einem neuen Programm. Ich wollte etwas ganz Lustiges machen und habe mir Pflege und Alter ausgesucht. Allerdings vergeht einem das Lachen, wenn man tiefer in die Recherche einsteigt. Ich habe aber darin auch einen Text über den Tod. Der gehört nun mal dazu zum Leben. Und er ist ja auch irgendwie demokratisch ...

Was erwartet Ihr Publikum in Celle?

Es wird auf jeden Fall ein unterhaltsamer Abend, einer mit vielen Informationen, aber lustig. Ich habe mit dem Publikum in Celle noch nicht viele Erfahrungen. Ich habe aber gehört, dass es auf dem Hof Wietfeldt sehr schön sein soll. Und ich weiß, wenn sich Künstler und Publikum wohlfühlen, dann wird es ein schöner Abend.

René Sydow: „Die Bürde des weisen Mannes“, am Donnerstag, 5. Dezember, im Rahmen von „Kultur querbeet“ auf Hof Wietfeldt. Karten für 25 Euro gibt es im Ticketcenter der Celleschen Zeitung, Bahnhofstraße 1, oder unter www.kultur-querbeet.de.

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