Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Anmelden
Kultur Celler Kammermusikring begeistert bei Konzert
Celle Aus der Stadt Kultur Celler Kammermusikring begeistert bei Konzert
13:46 13.09.2019
Die Jungen Deutschen Philharmonie tritt unter der Leitung ihres Chefdirigenten Jonathan Nott  im Celler Schlosstheater auf. Als Solisten sind zu erleben die Musiker des Jack Quartet (Foto). Quelle: Beowulf Sheehan
Celle - Altencelle

Das erste Konzert in der Reihe des Celler Kammermusikrings ist ein Highlight im Celler Kulturleben, denn es kommt nicht häufig vor, dass außerhalb der Abonnementsreihe des Braunschweiger Staatsorchesters ein hochkarätiges Orchester mit einem Programm abseits des Üblichen nach Celle kommt. Am Montag, 16. September, ist das um 20 Uhr der Fall. Die Junge Deutsche Philharmonie spielt unter dem renommierten Dirigenten Jonathan Nott. Neben der großen Sinfonischen Dichtung „Ein Heldenleben“ von Spätromantiker und Instrumentationsgenie Richard Strauss steht ein Stück des Altmeisters der Avantgarde, Helmut Lachenmann, auf dem Programm, dessen „Tanzsuite mit Deutschlandlied“ für Streichquartett und Sinfonieorchester. Das junge, aber angesehene Jack Quartet spielt die Soloparts.

Klangfarbenreiches Stück

Dieses Konzert ist nicht nur wegen der Kombination der beiden so unterschiedlichen Tonsprachen etwas Besonderes, sondern auch, weil die Werke in einem ganz besonderen Verhältnis zueinander stehen. Während Richard Strauss in seiner Tondichtung „Ein Heldenleben“ autobiografische Selbstbeweihräucherung und deutsche Heldentypik des ausgehenden 19. Jahrhunderts zu einem höchst klangfarbenreichen und artifiziellen Stück zusammenführt, hat Lachenmann in seiner Tanzsuite ein Stück geschrieben, das die Distanz zu allem Heldischen sucht. Und: Der Umgang der beiden Komponisten mit den Orchesterinstrumenten könnte unterschiedlicher nicht sein.

Lachenmann hat ein anderes Vorgehen

Während Strauss es wohl wie kein Zweiter geschafft hat, seine Orchestermusik so zu schreiben, dass die unterschiedlichen Möglichkeiten jedes einzelnen Instruments und jeder Kombination der Instrumente untereinander ausgeschöpft werden, so ist das Vorgehen des gleichfalls großartigen Instrumentators Lachenmann eine ganz andere. Er ist der vielleicht größte Erforscher von Möglichkeiten der Klangerzeugung auf herkömmlichem Instrumentarium mit nicht herkömmlichen Mitteln. Da wird eben nicht der seidigste Streicherglanz gesucht, sondern Lachenmann lässt seine Musiker all diejenigen Klänge auf ihren Instrumenten suchen, die sie sonst nie produzieren. Diese Klangsprache hat immer wieder selbst avantgardefreundliche Zuhörer provoziert. Dirigent Lukas Foss, vor vielen Jahren einmal zu Gast bei der Randlage Eschede, musste das 1969 in Darmstadt erfahren, zehn Jahre später musste in Warschau ein Lachenmann-Stück wegen der Unruhe im Publikum zweimal begonnen werden.

Vor dem Klangbad in Richard Strauss' Musik wird die Celler also ein Stück erwarten, das ihren Hörhorizont erweitern dürfte. Eine Stunde vor Beginn der Veranstaltung wird es eine ausführliche Einführung geben. (rh)

Von Reinald Hanke

Karten gibt es noch an der Theaterkasse und an der Abendkasse.

Gesine Marwedel hat ihre Bilderausstellung im Celler Kanzlei-Café eröffnet. Sie widmet sich dem Gegensatz von Illusion und Wirklichkeit.

10.09.2019

Michael Voigt präsentierte Triosonate von Johann Sebastian Bach an Orgel in der Celler Stadtkirche.

09.09.2019
Kultur Theaterpremiere - Solo für Johann Schibli

Der Schauspieler Johann Schibli präsentiert sein Können im Ein-Personen-Stück "Unser Dorf soll schöner werden" im Malersaal des Schlosstheaters.

08.09.2019