Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Anmelden
Kultur Schlagabtausch zwischen Kunst, Leben und Tod
Celle Aus der Stadt Kultur Schlagabtausch zwischen Kunst, Leben und Tod
20:54 11.10.2019
Diese Fotomontage spiegelt die Arbeitsbeziehung der beiden so unterschiedlichen Künstler wider. Quelle: Uwe Dreysel
Celle

Als Zweimannstück konzipiert, verbindet es biographische Fakten mit fiktiven Elementen. Logan bringt den berühmten „abstrakten Expressionisten“ Mark Rothko als Protagonist auf die Bühne und stellt ihm einen (wohl angedachten) Assistenten Ken zur Seite. „Eine Verbindung zweier Assoziations-Stränge“, wie Dramaturg Matthias Schubert ausführt: die Kunst als Talent, Inspiration, Handwerk, Auftrag … und die Persönlichkeit des Menschen, der sie ausführt.

Das Spannungsfeld von „Rot“ besteht aus dem Aufeinandertreffen zweier kreativer Menschen mit sehr unterschiedlichen Startvorgaben: Der gefeierte Maler Mark Rothko ist auf dem Höhepunkt seines Schaffens, als ihm ein Auftrag für eine Serie von Wandbildern angeboten wird, zu dem höchsten Honorar, das je einem Maler gezahlt wurde. Rothko ist klar, dass er das in der vorgegebenen Zeit nicht alleine schaffen kann. Er, der alles stets ganz im Griff haben will und eigentlich nur alleine arbeitet, braucht einen Assistenten. Und so kommt Ken ins Spiel – als Künstler noch am Anfang.

Zermürbender Kleinkrieg beginnt

Zwei Charaktere treffen aufeinander – der eine in seiner Kunst höchst egozentrisch und voller Starallüren – der andere jung, neugierig, interessiert. Ein zermürbender Kleinkrieg beginnt. Rothko, gewöhnt an totale Kontrolle, erwartet von seinem Assistenten die totale Unterwerfung. Für den Meister wäscht er nicht nur die Pinsel aus, sondern muss sich vor allem von seinen Auslassungen über Kunst, Gesellschaft, Gott und die Welt tyrannisieren lassen. Rothko bestimmt die Lichtintensität, die Musikauswahl und die Gesprächsthemen. Aber Ken setzt zunehmend dagegen, wächst trotz des starken Schattens seines Arbeitgebers, hin- und hergerissen vom selbsterhaltenden Gedanken zur Flucht und dem Wissen, eingebunden zu sein in die Erschaffung von etwas ganz Besonderem.

„'Rot' war ein Stück, das wir schon lange im Fokus hatten, jetzt hat es in Spielplan und Konzept gepasst. Für den Malersaal wählen wir gerne Stücke, die spannende Konfrontationen aufgreifen. Dafür ist ,Rot‘ wie geschaffen. Denn neben dem Schlachtfeld um unterschiedliches Kunstverständnis eröffnet sich auch der Blick auf eine Beziehung – die gar nicht ausbleiben kann, wenn zwei ambitionierte Menschen an einem Projekt arbeiten und so gezwungen sind, sich auszutauschen, und irgend einen Weg finden müssen, miteinander klarzukommen“, so Schubert.

„Es ist eine Positionsbestimmung, die sich entwickelt und damit bewegt und ändert. Das Stück spiegelt in fünf Sequenzen diese Entwicklung etwa über drei Jahre hinweg“, ergänzt Uwe Dreysel, Gastregisseur für dieses Stück. Dem Celler Publikum ist er schon durch seine Inszenierungen von „Jihad Baby“ und „Tom Sawyer“ bekannt. „Der Zuschauer kann durch das, was die Abschnitte zeigen, die Entwicklung dazwischen nachvollziehen. Ein spannendes, auch psychologisches Duell, in dem sich auch vieles offenbart, was eigentlich gar nicht geteilt werden wollte.“

Von Doris Hennies

Aufführungstermine: 25. Oktober (Premiere), 27. und 29. Oktober, 1., 2., 7., 8., 15., 16., 20., 23. und 26. November sowie am 14., 21. und 27. Dezember, jeweils um 20 Uhr.

Einnehmende Rhythmen: Der Kinderchor Tumaini Voices aus Uganda riss das Celler Publikum mit Gesang und Tanz mit.

11.10.2019
Kultur Tukur stellt Roman vor - Spannende Reise durch die Zeiten

Eine Premiere der besonderen Art: Ulrich Tukur las im Celler Schlosstheater aus seinem ersten Roman „Der Ursprung der Welt“.

10.10.2019

Das Rotenbek-Trio gastierte mit spanischen und lateinamerikanischen Kompositionen von Albeniz, Granados, Piazzolla und Rizzo in der Stadtkirche.

09.10.2019