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Neuenhäusen Schneerieseln im Reggae-Sound
Celle Aus der Stadt Neuenhäusen Schneerieseln im Reggae-Sound
15:39 14.12.2018
Die musikalische Reise des Projektchores „Work in Progress“ führte durch Länder und Jahrhunderte – von der Renaissance bis hin zu modernen Hits. Quelle: Doris Hennies
Celle

Was mit dem „Loch Lomond“-Folksong aus den schottischen Highlands begann und mit einem irischen Segen endete, konnte sich wirklich hören lassen. Der Projektchor der Kreuzkirche unter der Leitung von Dietmar Sanders hatte zu einem „nicht nur weihnachtlichen“ Adventskonzert mit dem Titel „Drei schöne Dinge fein“ eingeladen. So zahlreich waren die Zuhörer der Einladung gefolgt, dass das Kirchenschiff bis zur letzten Bank besetzt wurde.

Reise durch Länder und Jahrhunderte

Was es mit den drei schönen Dingen auf sich hatte, erklärte der Chorleiter mit Augenzwinkern noch vor dem gleichnamigen Lied von Daniel Friderici (1584–1638): „Ich habe diesen Titel gewählt, weil die drei Dinge praktisch auf uns zugemünzt sind: Es geht um Musik, die Freundlichkeit und die Erquickung – hier vor allem durch einen guten Wein. Und nach getaner Arbeit gönnen wir uns zusammen auch gerne mal ein Gläschen.“ Die musikalische Reise durch das Programm führte durch Länder und Jahrhunderte – von Liedern wie „Mit Lieb bin ich umfangen“ aus der Renaissance bis zu modernen Hits – etwa Billy Joels „For the Longest Time“ oder Joe Zawinols „Mercy, Mercy, Mercy“.

Neuen Herausforderungen stellen

Kraftvoll, selbstbewusst und mutig – damit wäre die Leistung des Projektchors, der im Kern eigentlich schon längst keiner mehr ist – treffend beschrieben. Kraftvoll, weil man hier unüberhörbar keine Angst vor lauten Tönen hat. Selbstbewusst, weil man sich ohne Scheu mit dem, was man erarbeitet hat, stolz präsentiert. Mutig, weil Chorleiter und Chor sich immer wieder neuen Herausforderungen stellen und sie tatsächlich gut meistern. Da kann man nur zustimmen, wenn Sanders kokettiert: „Wir werden immer besser, trotz wechselnder Mitglieder.“ Denn auch wenn der harte Kern sich gefunden hat, ist der Chor noch immer ein Projektchor, der stets offen für Neuzugänge und tolerant zu Teilnehmern, die nur für eine „Projektphase“ mitmachen, bleibt.

„Hier ist jeder willkommen"

Die große Klammer, die das Ganze zusammenhält und gleichzeitig für so eine repräsentable Leistung sorgt, ist der Spaß. „Hier ist jeder willkommen, der einfach gerne singt. Das ist die Hauptsache.“ Natürlich entwickle man, so Dietmar Sanders, auch einen gewissen gemeinsamen Ehrgeiz. Aber alles müsse sich dem guten Bauchgefühl dabei noch unterordnen. Dort sitzen ja bekanntlich auch die Lachmuskeln – und gelacht wurde in dem Konzert von allen Seiten viel. Sanders bewies sein Unterhaltungstalent als Moderator ebenso sehr wie als Chorleiter: Jede Menge Amüsement – ob beim „Österreicheln“ in „Fein sein, beinander bleib'n“, bei der französischen Gaillarde (einem Springtanz), den schunkelnden „Nordseewellen“ oder dem rieselnden Schnee im Reggae-Sound. Mit dem Weihnachts­titelmedley auf „Oh Tannenbaum“ setzte der Chor nur noch eine Spitze oben auf. Nach Zugabe verlangender Beifall war ihnen am Ende gewiss.

Wer Dietmar Sanders solo als Sänger und charmanten Moderator mit dem Pianisten Johannes Nies
erleben möchte, der hat
am heutigen Samstag ab 18 Uhr in Wieckenberg Gelegenheit dazu. Dort im Büchtmannshof gibt das erfolgreiche Duo – auf Wunsch von vielen – ein Sonder-Weihnachtskonzert. Karten vorab unter
Telefon (05146) 919388 oder (05143) 665070,
info@buechtmannshof.de .

Von Doris Hennies