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Neuenhäusen Leon Windscheid tritt in CD-Kaserne auf
Celle Aus der Stadt Neuenhäusen Leon Windscheid tritt in CD-Kaserne auf
06:00 16.04.2019
Von Svenja Gajek
Leon Windscheid tritt am 16. Mai mit seinem ersten Bühnenprogramm "Altes Hirn, Neue Welt" in der CD-Kaserne auf.  Quelle: Daniel Witte - Fotografie Watten
Celle

Leon Windscheid hat in seinem jungen Alter schon viel erreicht. Eigentlich ist der 30-Jährige promovierter Psychologe, wurde aber 2015 dadurch bekannt, dass er bei Günther Jauch die Millionenfrage richtig beantwortete. Mit dem Gewinn kaufte er sich ein Schiff, das er als Veranstaltungsort vermietete. Er schreibt Bücher und hält Vorträge in Unternehmen, Universitäten und Schulen. Mit seinem ersten Bühnenprogramm „Altes Hirn, Neue Welt“ tritt er am 16. Mai in der CD-Kaserne auf. Windscheid sprach mit CZ-Mitarbeiterin Svenja Gajek über Technik, Stress und Humor.

Herr Windscheid, Sie setzen sich schon seit langem mit der menschlichen Psyche auseinander. Wie kommt das Hirn mit den Bedingungen der modernen Welt zurecht?

Man muss sich immer klar machen, dass unser Gehirn bereits 300.000 Jahre alt ist und sich seit dem nicht mehr verändert hat. Wir haben im Prinzip immer noch grüne Fliesen in unserem Badezimmer. Jedoch wurde die Welt um uns herum nicht nur renoviert, sondern eigentlich komplett auf den Kopf gestellt. Wir treten jetzt in ein Zeitalter ein, in dem Maschinen anfangen, zu lernen. Computer machen uns unsere Intelligenz streitig. Die Menschen rennen der Technologie hinterher und versuchen gleichzeitig, einen Gang rauszunehmen. Das funktioniert natürlich nicht.

Sind Menschen in kleinen Städten wie Celle immer noch entspannter als in Metropolen?

Da wäre ich eher vorsichtig. Natürlich könnte man denken, in einer Kleinstadt oder auf dem Dorf ist weniger los, aber natürlich haben die Leute auch dort ebenfalls Smartphones, die mittlerweile ihr Leben bestimmen. Es kommt gar nicht so sehr darauf an, wie das Umfeld gestaltet ist, sondern was die Menschen daraus machen.

Sprechen Sie auch auf der Bühne von der Überforderung des Menschen durch die Technik?

Einerseits schon, andererseits bin ich kein Fan davon, alles schwarz zu malen. Wenn man das Problem erkannt hat, muss man etwas tun. Ich glaube, dass die Zukunft der Menschheit in ihrer Vergangenheit liegt: Unsere Prägung hat in der Zeit der Jäger und Sammler stattgefunden. Es gilt, die alten Tugenden aus dieser Zeit wieder zu aktivieren: Wir dürfen uns nicht mehr ablenken lassen, müssen uns in Geduld üben und wieder lernen, Langeweile zu ertragen.

Warum ist Langeweile so wichtig?

Langeweile erfüllt zwei wichtige Aufgaben: Erstens fördert sie unsere Kreativität und zweitens trainiert sie unser Hirn im Schmerzen aushalten, denn Langeweile fühlt sich unangenehm an.

Sie haben schon viele Projekte durchgeführt. Haben Sie keine Angst vor Stress?

Anstrengende Situationen können immer in zwei Richtungen laufen: Entweder in die Überforderung, die einen fertig macht oder in den Ansporn für unser gesamtes System. Man darf nicht vergessen, dass Stress einen auch unglaublich anschiebt. Dabei wirken die Dinge natürlich ganz unterschiedlich auf uns. Für die einen ist es belastend, sich auf eine Bühne zu stellen, für mich ist es eine große Bereicherung.

Welches Feedback erhalten Sie von Managern?

Ich versuche, meine Vorträge immer so anzulegen, dass sie sowohl Führungskräfte als auch Kinder verstehen können. Ich freue mich immer, wenn ein Chef zu mir kommt und erklärt, er begreife jetzt die Gemütsverfassung der Leute um ihn herum. Hier können die Manager beweisen, dass sie sich von den Maschinen durch Einfühlungsvermögen, Fantasie und Humor unterscheiden.

Was für eine Rolle spielt Humor bei Ihnen?

Eine sehr wichtige. Wenn ich 90 Minuten von der Wissenschaft erzähle, kann ich mich nicht wie der Professor im Elfenbeinturm verhalten, der nur für ein ausgewähltes Publikum spricht. Humor vereinfacht oft einen komplizierten Gedanken. Aber ich mache keine Comedy-Show. Das überlasse ich lieber anderen, die das besser können.

Worin liegt der Schlüssel für eine positive Existenz?

Wir sollten uns immer die Fehler in unserem Kopf bewusst machen und lernen, mit ihnen umzugehen. Ich hoffe, ich kann dazu beitragen, dass die Menschen sich selbst besser verstehen. Außerdem bringen uns bloße Datensätze nicht weiter. Wir müssen auch die Philosophie hinter den Ereignissen begreifen.

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