Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Anmelden
Vorwerk Vorwerks letzte Apotheke schließt
Celle Aus der Stadt Vorwerk Vorwerks letzte Apotheke schließt
18:19 28.12.2018
Von Dagny Siebke
Marianne Möller schließt Ende des Jahres die Sonnen-Apotheke in Vorwerk. Quelle: Heike Alpers
Vorwerk

Alle 38 Stunden schließt in Deutschland eine Apotheke, sagt die Apothekengenossenschaft Noweda. Und am 31. Dezember trifft es die Sonnen-Apotheke am Vorwerker Platz. Aus Altersgründen gibt Inhaberin Marianne Möller auf, auch wenn es noch alle paar Sekunden klingelt, weil gerade jemand das Geschäft betreten hat. „Die Sonnen-Apotheke hat sich sehr gut entwickelt. Wir sind ein eingespieltes Team, haben moderne Technik und einen gewachsenen Kundenstamm“, sagt Marianne Möller. „Die Zahlen liegen absolut im grünen Bereich.“ Für junge Kollegen gebe es hier genug Potenzial, doch niemand wollte die Apotheke übernehmen.

Marianne Möller erzählt von ihrer vergeblichen Suche: „Ich habe zwei oder drei Jahre lang versucht, einen Nachfolger zu finden. Es hat aber keiner der Interessenten den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt.“ Es falle der Apothekerin nicht leicht, zu gehen, doch sie werde bald 69 Jahre alt und müsse an ihre eigene Gesundheit denken. Ihrer Erfahrung nach wollen junge Berufskollegen heutzutage lieber angestellt sein und geregelte Arbeitszeiten haben. Dazu komme die politische Unsicherheit, ob ausländische Versandapotheken künftig Rabatte auf rezeptpflichtige Medikamente gewähren dürfen. Dabei beteiligen sich diese nicht an den Notdiensten der Apotheken vor Ort.

„Für unsere vielen Stammkunden haben wir Unmögliches möglich gemacht“, sagt Marianne Möller. Vor allem Senioren schätzten den persönlichen Kontakt und die wohnortnahe Versorgung. „Wenn man jung ist, denkt man vielleicht noch nicht daran“, so die Apothekerin. Doch nun müssen die Kunden ins Einkaufszentrum, in die Innenstadt oder nach Garßen fahren, um Medikamente zu kaufen. „Das zu arrangieren, ist für ältere Menschen nicht ganz einfach.“

Aufgrund der vielen Bürokratie sei an den vergangenen Wochenenden wenig Zeit für Privates geblieben, erzählt Marianne Möller. Daher möchte sie im Ruhestand alte Interessen wieder aufleben lassen: Musik, Reisen, Literatur und Bewegung. Die Inhaberin ist zuversichtlich, dass sich für ihre sechs Mitarbeiter neue Wege auftun. „Wir haben im Laufe der Jahre bei den vielen Neuerungen alle Probleme gelöst.“ Und auch den Menschen in Vorwerk macht sie Mut: „Vorwerk ist ein Ort mit wunderbaren Bürgern und einem regen Vereinsleben. Man hat hier alles, was man zum Leben braucht. Nur leider keine Apotheke mehr.“

Jeder Dienstag in geraden Wochen ist ein ganz besonderer im Mehrgenerationenhaus in der Fritzenwiese 46.

14.12.2018

Im Celler Rat ist der beschlossene Verkauf des Silbersees umstritten. Immerhin scheint so eine Schließung des Areals verhindert worden zu sein.

Michael Ende 04.12.2018

Die Johanniter bauen in Vorwerk eine neue Kita mit 40 Plätzen. Jetzt wurde Richtfest gefeiert.

Gunther Meinrenken 30.11.2018