Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Westercelle "Das Schlimmste, was einem passieren kann"
Celle Aus der Stadt Westercelle "Das Schlimmste, was einem passieren kann"
06:04 17.04.2019
Von Benjamin Behrens
Necla und Kenan Akbas wohnen schräg gegenüber des vom Feuer beschädigten Hauses. Das Schicksal ihrer Nachbarn geht ihnen nahe. Quelle: Benjamin Behrens
Celle - Westercelle

Die gesplitterte Glasscheibe der Haustür ist notdürftig mit rotem Papier verklebt. Im Garten liegen die angekohlten Matratzen und Kleidungstücke, die die Feuerwehr am Montagnachmittag hinausbefördert hatte, um sie zu löschen. Das Einfamilienhaus an der Mittelstraße ist nach dem Brand in Dachgeschoss unbewohnbar.

Schwangere ins Krankenhaus gebracht

Eine fünfköpfige Familie konnte sich ins Freie retten. In dem Haus hatten ein 48-jähriger Mann, seine Frau und ihre drei Kinder gelebt – zwei acht und drei Jahre alte Mädchen und ein einjähriger Junge. „Die Familie ist bei Freunden untergekommen“, sagt Polizeisprecherin Birgit Insinger. Die schwangere 41-Jährige war von den Rettungskräften vor Ort versorgt worden und wurde mit einem Krankenwagen ins AKH gebracht, so Insinger weiter. Das hat auch eine Nachbarin beobachtet, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen will. „Sie hat wohl ihre Wehen bekommen“, sagt die Anwohnerin. „Natürlich geht das einem nahe.“

Nachbarn machen sich Sorgen

Während der Löscharbeiten verfolgten etliche Nachbarn das Geschehen. Kenan Akbas von schräg gegenüber hatte den Brand zunächst nicht bemerkt, seiner Frau war jedoch der Rauch aufgefallen. „Ich dachte die haben den Kamin an“, sagt Necla Akbas. Schnell wurde klar, dass es sich um ein Feuer handelt. Nachbarn hatten die Feuerwehr gerufen, so der 48-Jährige. Laut Polizei wählte ein Autofahrer den Notruf sogar noch früher.

„Ich bin zurück auf mein Grundstück gegangen. Man sieht ja immer in den Medien, dass die Feuerwehr durch Gaffer behindert wird“, sagt Akbas. „So ein Feuer ist das Schlimmste, was einem passieren kann. Ich wünsche ihnen alles Gute.“ Die betroffene Familie kennt der Kurde vom Sehen. „Das sind auch Kurden, wir kommen aus der Türkei, die aus dem Irak oder Syrien.“

Feuer richtet großen Schaden an

Roswitha Akkermann betreibt ein Friseurgeschäft, kaum ein paar Meter vom Unglücksort entfernt in der Schmiedestraße. „Ich bin froh, dass hier nichts passiert ist. Meine Vermieterin hat mich angerufen“, sagt Akkermann. Der Anruf erreichte sie in ihrem Wohnort Hambühren. Auch wenn die Feuerwehr die umliegenden Gebäude vor den Flammen schützte, der Schreck sitzt tief. „Man hat natürlich Angst“, sagt die 62-Jährige.

Annika Domke war im Ungewissen um ihr Wohnhaus in der Mittelstraße. „Ich hab die Sperrung live erlebt.“ Der Brand hat die 26-Jährige beunruhigt. „Jetzt guckt man dreimal, ob der Herd aus ist“, betont Domke. Auch Nachbarin Elvira Pöpping ist jetzt achtsamer. „Die Familie tut mir sehr leid. Ich hoffe, dass sie ein neues Zuhause findet“, sagt Pöpping. Der Vorfall erinnert sie an Freunde, deren Haus vor Jahren abbrannte. „Man verliert alles Hab und Gut, auch Anziehsachen oder Fotos.“

Der materielle Schaden liegt laut Insinger bei rund 50.000 Euro. Brandermittler der Polizeiinspektion Celle haben ihre Arbeit aufgenommen. „Die Brandausbruchsstelle liegt im Bereich einer Küchenzeile im Obergeschoss“, sagt Insinger.

Von einem Zimmer im Dachgeschoss hat sich am Montagnachmittag ein Feuer in einem Haus in Westercelle ausgebreitet.

16.04.2019
Westercelle Nachnutzung gesucht - Aus für Schubotz-Mühle

Für das Grundstück, auf dem noch die geschlossene Westerceller Schubotz-Mühle steht, wird eine Nachnutzung gesucht.

Michael Ende 15.03.2019

Die Stadtwerke Celle haben einen Scheck über 41.900,34 Euro an den Förderverein Freibad Westercelle übergeben, der das Freibad betreibt.

Michael Ende 12.03.2019