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Westercelle Aus für Schubotz-Mühle
Celle Aus der Stadt Westercelle Aus für Schubotz-Mühle
13:54 15.03.2019
Von Michael Ende
Die Schubotz-Mühle soll abgerissen werden. Die Nachnutzung des Eckgrundstücks steht noch nicht fest. Quelle: Michael Ende
Westercelle

"Besuchen Sie das Düngerzelt – hier gibt es viel für wenig Geld" – Agro-Lyrik wie diese wird man in Celle so schnell nicht wieder rezipieren können, denn das derartig beschriftete Verkaufszelt im Schatten der Westerceller Schubotz-Mühle, in der neben Getreideprodukten auch Tierfutter aller Art und Gartenartikel verkauft wurden, ist abgebrochen. Die Mühle soll verkauft und abgerissen werden. Angedacht ist hier ein Wohnungsbau-Projekt.

Aus für Celles letzte Handwerksmühle

Düster ragt die Mühle mit ihren Silos und verschlungenen Rohrleitungen in den grauen, nassen Märzhimmel. Die verschachtelte Architektur der im Jahr 1951 erbauten Mühle an der Ecke Hannoversche Heerstraße/Westerceller Straße wirkt wie ein aus der Zeit gefallenes Industriedenkmal. In ihren besten Tagen wurden in der einzigen noch verbliebenen Handwerksmühle im Landkreis Celle täglich auf drei Stockwerken rund 20 Tonnen Getreide gemahlen. Die Schubotz-Mühle war die letzte im Landkreis, die noch Mehl und Schrot für Bäckereien herstellte. Das ist nun vorbei.

Mühlensterben überall

Zu den Umständen der Schließung möchte sich die Familie Schubotz nicht äußern. Auf Facebook heißt es, dass sich kein Nachfolger für den alten Müller habe finden lassen. Das Mühlensterben ist ein deutschlandweites Problem. Gab es 1950 noch rund 19.000 Mühlen, so hat ihre Zahl seither kontinuierlich abgenommen. Mit 196 Mühlen hat die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) kürzlich erstmals weniger als 200 Mühlen registriert.

Grundstück soll verkauft werden

Westercelles Ortsbürgermeister Reinhold Wilhelms (SPD) bedauert das Aus für die Mühle: "Das ist sehr schade." Er macht sich Sorgen um die bröckelnde Infrastruktur seines Stadtteils. Doch auf den Ruinen der Mühle könnte neues urbanes Leben entstehen. So heißt es seitens der Immobilienfirma Engel & Völkers, die sich um die Vermarktung des Objekts bemüht, dass sich das Grundstück aufgrund der hervorragenden Ecklage und dem vorhandenen Baurecht nach Paragraf 34 Baugesetzbuch für einen "drei- bis viergeschossigen Staffelbau" eigne, in dem Wohnungen, Pflegeeinrichtungen, Arztpraxen oder Ähnliches realisiert werden könnten.

Supermarkt passt nicht

"Der Paragraf 34 lässt vieles zu", sagt Immobilienberater Nils Borgerding. Man müsse sich dabei auch daran orientieren, was in die Nachbarschaft passe: "Das könnte zum Beispiel in Richtung Pflege oder Tagespflege oder moderne Wohnformen gehen." Was nicht ginge, sei ein Supermarkt auf dem 3223 Quadratmeter großen Grundstück. Dafür hätten sich bereits mehrere Ketten interessiert, so Borgerding: "Alle sind zu dem Ergebnis gekommen, dass dafür der Platz nicht reicht. Dafür müsste man Nachbargrundstücke dazu kaufen."

Stadt bietet Hilfe an

Im Celler Rathaus hofft man, dass es auf dem Mühlen-Grundstück voran geht. "Aufgrund der attraktiven Verkehrslage erwartet die Verwaltung, dass dort perspektiv eine andere Nutzung realisiert wird", so die städtische Pressesprecherin Myriam Meißner: "Unsere Wirtschaftsförderung unterstützt Interessierte gerne bei der Vermittlung von Kontakten und bei Prüfung beabsichtigter neuer Verwendungen auf Realisierbarkeit."

Die Stadtwerke Celle haben einen Scheck über 41.900,34 Euro an den Förderverein Freibad Westercelle übergeben, der das Freibad betreibt.

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