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Wietzenbruch Justizministerin Havliza besucht Lobetalarbeit
Celle Aus der Stadt Wietzenbruch Justizministerin Havliza besucht Lobetalarbeit
17:30 03.04.2019
Von Dagny Siebke
Gut gemacht: Petra Schälicke zeigt Justizministerin Barbara Havliza, wie sie richtig Schrauben und Unterlegscheiben für eine Achsmanschette sortiert. Der Landtagsabgeordnete Thomas Adasch (mit Schlips) schaut fasziniert zu. Die Kreistagsabgeordnete Silke Kollster (Zweite von links) freut sich auch. Quelle: David Borghoff
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"Das ist ja wie bei Ikea?!", sagt Justizministerin Barbara Havliza, als sie Petra Schälicke in der Allertal-Werkstatt über die Schulter schaut. Die Beschäftigte im Arbeitsgebiet der Industriemontage sortiert gerade Schrauben und Unterlegscheiben für eine Achsmanschette an alten VW. Sie antwortet: "Ja, das ist wie bei Ikea. Hier darf nichts fehlen, sonst müssen wir nochmal nachzählen." Die CDU-Politikerin freut sich und fragt: "Sollen wir Ihnen mal helfen?" Damit meint sie den Landtagsabgeordneten Thomas Adasch (CDU) und die Kreistagsabgeordnete Silke Kollster (CDU), die das Geschehen aus nächster Nähe beobachten und kräftig fürs Foto mitlächeln.

Schließlich sind es noch 51 Tage bis zur Europawahl. Besuche in Behinderteneinrichtungen scheinen sich bei den Wählern besonders gut zu machen. Nachdem Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) das „Zentrum für inklusive Bildung“ der Lebenshilfe eröffnete, hat Justizministerin Barbara Havliza gestern nachgezogen und die Beschäftigten der Lobetalarbeit besucht.

Behinderte in Vollbetreuung dürfen auch bald wählen

Erst vor einer Woche beschloss der Landtag, dass Betreute künftig an Landtags- und Kommunalwahlen teilnehmen können. In Lobetal trifft das auf einen Großteil der Bewohner zu. Doch bei der Europawahl, die für den 26. Mai angesetzt ist, dürfen Behinderte in Vollbetreuung ihre Stimme noch nicht abgeben.

Allerdings war das beim Besuch der niedersächsischen Justizministerin kein Thema. Barbara Havliza verschaffte sich lieber einen Überblick über die Lobetaler Küche, in der 1200 Essen zubereitet werden. Martin Wendt arbeitet seit fast 15 Jahren in der Bäckerei. Er erzählt: "Das ist hier viel körperliche Arbeit. Wenn Jahres- oder Mitarbeiterfest ist, backen wir 1000 oder 2000 Kuchen. Das ist mächtig viel Arbeit." Zwei Graubrote kommen gerade frisch aus dem Ofen, eins ist für die Ministerin und eins für Thomas Adasch.

Politiker-Besuch beflügelt über Tage

In der Aula der Hermann-Reske-Schule können die CDU-Politiker leckeren Butterkuchen probieren und mit Schülern der Tagesbildungsstätte ins Gespräch kommen. Lobetal-Vorstand Ulrike Drömann erzählt: "Unseren Beschäftigten ist die Erfahrung wichtig, wenn ein Minister an ihren Arbeitsplatz kommt. Das beflügelt sie über Tage, wenn sie und ihre Probleme im Alltag wahrgenommen werden." Vorstandskollegin Christine Petersen ergänzt: "Man darf das Interesse der Bewohner an Politik nicht unterschätzen. Viele machen sich selbst im Internet kundig."

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