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Blaulicht 34-Jähriger muss nach versuchtem Mord in Hermannsburg ins Gefängnis
Celle Blaulicht 34-Jähriger muss nach versuchtem Mord in Hermannsburg ins Gefängnis
10:40 08.06.2018
Quelle: Philipp Schulze
Hermannsburg

„Es ist selten, dass uns so viel Respektlosigkeit begegnet, wie in dieser Sache geschehen. Das Gericht wurde regelrecht vorgeführt“, sagte Richter Kompisch. Die Öffentlichkeit erfuhr, dass der Beschuldigte am 30. Mai seinen Haftraum unter Wasser gesetzt hatte, vier Tage später das gesamte Mobiliar der Zelle binnen weniger Sekunden zerschlug und weibliche Bedienstete sexuell bedrängte. „Das ist deutlich mehr als nur Eifersüchteleien“, teilte die Kammer mit.

Am 3. Dezember vorigen Jahres suchte der Familienvater seine von ihm getrennt lebende Ehefrau, die zu diesem Zeitpunkt bei Freunden in Hermannsburg zu Besuch war, auf. Er wollte sie zu einer Rückkehr zu ihm bewegen. Als die 26-jährige Gattin ablehnte, löschte er das Licht in der Wohnung und schlug die Mutter seiner Kinder nieder. Anschließend würgte er sie kräftig. Die Kammer erkannte darin zwei Mordmerkmale – die der Heimtücke und der niedrigen Beweggründe.

Die Geschädigte versuchte allerdings bis zur Urteilsverkündung verzweifelt den langjährigen Partner in gutem Licht erstrahlen zu lassen. Als sie die Aussichtslosigkeit des Plans erkannte, schlossen sich Wein- und Schreikrämpfe einander an. Ihr Ex-Partner war im Dezember aus dem über 200 Kilometer entfernten Bramsche (Kreis Osnabrück) angereist, um in der Südheide ein paar vergessene Kleidungsstücke abzuholen. Im Verlaufe eines Gespräch näherte er sich an. Die Frau drehte die Musik auf, bewegte sich tanzend durch die Wohnung, um ihren Ex-Mann auf Abstand zu halten. Irgendwann rangelten sich beide zu Boden.

„Ich stand von selbst auf, ja war etwas taumelig und kämpfte mit meinen Gefühlen. Nein, er wollte mich nicht umbringen, da bin ich mir ganz sicher. Ich möchte nicht, dass er eine Strafe bekommt“, sagte sie vor Gericht. – Ein krasser Widerspruch zu der Aussage vor einer Celler Richterin wenige Tage nach der Attacke. „Er hat mich gezogen, bin auf die Knie gegangen, danach drückte er gegen meinen Kehlkopf. Er wollte mich töten und hatte den Tod schon vor Augen,“ hielt die Juristin in ihrem Bericht fest. Für die 26-Jährige blieb der Auftritt in Lüneburg nicht ohne Folgen. Der Staatsanwalt kündigte an, ein Ermittlungsverfahren wegen uneidlicher Falschaussage einzuleiten.

Eine pensionierte Lehrerin, die die Familie seit fünf Jahren betreute, schilderte einen Angeklagten, der sich stets bemühte, die Partnerin unter Kontrolle zu bringen. Er verbot ihr den Deutschkurs und Gespräche mit anderen Männern. Monate vor dem Angriff drohte der Mann offen mit Mord und Entführung der Kinder aus der Schule. Die Pädagogin wirkte fahrig, schlug die mitgebrachten Notizen vor ihr abwechselnd auf und zu. All das blieb dem Vorsitzenden nicht verborgen. „Sind Sie bedroht worden?“, fragte er laut in den Raum hinein. In der 74-Jährigen arbeitete etwas. Sie nippte auffallend lange an einen Glas Wasser: „Nein. Ich habe aber Angst vor der Familie.“ Die Furcht schien nicht abwegig. In der Hauptverhandlung tauchte eine brisante Information auf. Der Vater des Beschuldigten ertränkte in Griechenland zwei Verwandte in einer Zisterne.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Staatsanwalt beantragte im Plädoyer eine dreijährige Haftstrafe wegen gefährlicher Körperverletzung. Der Verteidiger forderte Bewährung von unter einem Jahr für seinen Mandanten.

Von Benjamin Reimers

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