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Blaulicht 55.000 Euro Schaden: 81-jährige Cellerin von falschen Polizisten abgezockt
Celle Blaulicht 55.000 Euro Schaden: 81-jährige Cellerin von falschen Polizisten abgezockt
17:06 15.06.2018
Von Christopher Menge
Quelle: dpa (Symbolfoto)
Celle-Landkreis

Als sie hörte, dass ein krimineller Bank-Azubi dank ihrer Hilfe verhaftet worden sei, war Ingeborg Borchers mächtig stolz. Doch die 81-jährige Cellerin telefonierte in diesem Moment gar nicht mit der Polizei, sondern mit einem Betrüger, der sie zu diesem Zeitpunkt schon um 55.000 Euro erleichtert hatte. Erst ein Anruf aus dem Landeskriminalamt Kiel verhinderte, dass Borchers weitere 20.000 Euro, die sie noch auf dem Konto hatte, an die Betrüger überwies. Sie war zu diesem Zeitpunkt schon in einer Celler Bankfiliale.

Immer mehr Opferim Landkreis Celle

„Wie konnte mir das passieren?“, fragt sich die 81-Jährige seitdem immer wieder. Ihr Fall zeigt, wie perfide die Täter vorgehen. Immer mehr Senioren aus dem Landkreis Celle werden Opfer des sogenannten Enkeltricks, bei dem heutzutage falsche Polizisten agieren.

Ingeborg Borchers ist eines der Opfer. Sie bekam an einem Dienstagnachmittag im Mai einen Anruf. Es meldete sich der vermeintliche Kriminalpolizist Jürgen Bär, der ihr von mehreren Einbrüchen in der Nachbarschaft berichtete. „Herr Bär sagte, dass bei der Verhaftung von zwei Mitgliedern einer rumänischen Bande eine Liste gefunden wurde, auf der mein Name steht“, berichtet Borchers, die zunächst skeptisch war. Daher schlug sie im Telefonbuch die Nummer nach, die im Display angezeigt wurde. „Als ich gesehen habe, dass die Nummer der Polizei Celle tatsächlich mit 277 beginnt, war die Barriere des Misstrauens weggewischt“, erzählt die Seniorin. Eine Manipulation konnte sie sich nicht vorstellen. Die Polizei geht davon aus, dass die Anrufe aus einem Callcenter in der Türkei getätigt werden.

An staatsbürgerlichePflicht appelliert

Jürgen Bär verband die zweifache Großmutter schließlich mit seinem Vorgesetzten – einem Herrn Bach. Dieser fragte sie zunächst, ob sie Schmuck und Bargeld zu Hause hätte. Als sie sagte, dass sie da nichts Wertvolles habe, kam Herr Bach auf einen Bank-Azubi zu sprechen. Dieser stehe im Verdacht, zwischen der Bestellung und der Abholung von größeren Geldbeträgen Falschgeld unterzumischen. „Herr Bach appellierte dann an meine staatsbürgerliche Pflicht und bat mich bei der verdeckten Ermittlung behilflich zu sein“, erzählt Ingeborg Borchers. „Ich bin dann noch am gleichen Nachmittag zur Bank gefahren, um 55.000 Euro in bar zu holen.“

Währenddessen rief Herr Bach immer wieder auf dem Mobiltelefon der Seniorin an und erkundigte sich nach dem aktuellen Stand. „Er hat mir genau gesagt, was ich sagen soll“, berichtet die 81-Jährige. Das Geld sollte für ein Geburtstagsgeschenk für ihre Tochter sein.

Die Cellerin war überzeugt, das Richtige zu tun, und ließ sich auch in einem Gespräch mit dem Filialleiter der Bank nicht überzeugen, dass eine Überweisung der sicherere Weg sei. Dennoch erhielt sie das Geld erst am nächsten Vormittag. Bis dahin kümmerte sich Herr Bach rührend um sie. Er rief abends nochmal an und sagte, dass er jetzt Feierabend mache und hoffe, seine Kinder in Hannover noch vor dem Einschlafen zu sehen.

„Man fühlte sichwie im Schoß geborgen“

„Am nächsten Morgen hat er wieder angerufen und gesagt, dass Zivilfahnder mich die ganze Zeit überwachen würden“, sagt Ingeborg Borchers. „Man fühlte sich wie im Schoß geborgen.“ Durch geschickte Fragen hatte Herr Bach Autotyp und Kennzeichen bereits erfahren. Als die Seniorin das Geld schließlich abgeholt hatte – „ich hatte vorher noch nie 500-Euro-Scheine in der Hand“ – gab sie an Herrn Bach die Nummern der Scheine durch, als sie wieder zu Hause in ihrer Wohnung war. „Er hat dann wieder angerufen und gesagt, dass die Scheine mit den x-Nummern nicht registriert sind und er jemanden von Interpol schickt, um das Geld abzuholen“, berichtet sie. Als Herr Bach noch am Telefon war, klingelte Herr Sanchez, ein auffällig gepflegter und gut gekleideter Mann. Momente später war er schon mit dem Geld in einer Tüte um die Ecke verschwunden.

Die Betrüger hatten aber noch nicht genug: „Ein Herr Jansen hat am nächsten Tag wieder angerufen und mir gesagt, dass sie dank meiner Hilfe den Azubi verhaftet haben“, erzählt Borchers. Der Kopf der Bande würde aber noch in der Türkei sitzen, daher solle sie 20.000 Euro auf ein türkisches Konto überweisen.

Borchers fuhr in eine andere Bankfiliale, um die verdeckten Ermittlungen nicht zu gefährden. Doch hier verzögerte sich die Überweisung, weil die Mitarbeiterin erst noch ein anderes Formular heraussuchen musste. Da klingelte wieder das Handy der Seniorin: „Hier spricht die richtige Polizei. Wir haben das Gespräch mit Herrn Jansen abgehört. Überweisen sie auf keinen Fall etwas und fahren sie so schnell wie möglich zur Polizeidienststelle.“

(Name der Person und Angaben, die auf diePerson schließen lassen, wurden durch dieRedaktion geändert)

Jeder macht mal einen Fehler, keine Frage, nur- stehen die - Menschen auch dafür gerade? Übernimmt jeder die Verantwortung für - sein Tun und die Folgen? - Dass dem leider nicht so ist, davon könnte die Polizei in Celle - ein Klagelied singen. - Viel zu oft kommt es vor, dass Jung oder Alt einfach Reißaus - nehmen und sich vor der Verantwortung drücken.

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