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Blaulicht Gelder veruntreut: Wathlinger Ex-Kassenwart kommt glimpflich davon
Celle Blaulicht Gelder veruntreut: Wathlinger Ex-Kassenwart kommt glimpflich davon
16:41 17.10.2017
Von Simon Ziegler
Wathlingen

Das letzte Wort ist allerdings noch nicht gesprochen. Es liegt eine Beschwerde gegen die Entscheidung der Staatsanwaltschaft vor. Von wem die Beschwerde kommt, ist nicht bekannt, der Schützenverein ist es laut Janßen nicht. Eine Entscheidung der Generalstaatsanwaltschaft über die Beschwerde liegt noch nicht vor, so der Oberstaatsanwalt.

Auch wenn sich der Verein offiziell nicht beschwert hat, ist er mit der Entscheidung der Staatsanwaltschaft keineswegs einverstanden, wie der Vereinsvorsitzende Erhard Oehns gestern der CZ sagte. Der Verein geht inzwischen nämlich von einem höheren Schaden als ursprünglich angenommen aus.

Nach Angaben von Oberstaatsanwalt Janßen hatte der 54-jährige ehemalige Schatzmeister des Vereins, der bislang unbestraft ist, den Vorwurf zuvor eingeräumt. „Da er ein notarielles Schuldanerkenntnis über gut 6000 Euro abgegeben und bereits einen erheblichen Teil des Schadens wieder gut gemacht hat, der geschädigte Verein zudem kein Interesse an einer Strafverfolgung geäußert hat, ist mit Zustimmung des Amtsgerichts Celle und des Beschuldigten das Verfahren vorläufig eingestellt worden“, sagte Janßen.

Die endgültige Einstellung sei davon abhängig, dass der Beschuldigte den Geldbetrag zahlt. Eine solche Beendigung des Ermittlungsverfahrens könne stattfinden, wenn die Schwere der Schuld dem nicht entgegenstehe und der Beschuldigte das öffentliche Interesse an der Strafverfolgung durch bestimmte Auflagen beseitige, erläuterte der Oberstaatsanwalt das Prozedere. Bislang sei nicht bekannt, ob der ehemalige Kassenwart die Zahlung bereits vollständig geleistet habe.

Über den Finanz-Skandal beim Wathlinger Schützenverein hatte die CZ Anfang des Jahres berichtet. Der 54-Jährige war seit 2011 erster Schatzmeister des Vereins. Ihm wurde vorgeworfen, Geldbeträge vom Vereinskonto abgehoben sowie Barspenden und Einnahmen des Vereins teilweise nicht der Hauptkasse zugeführt und die jeweiligen Gelder für sich verbraucht zu haben. Dem Mann wurde Untreue vorgeworfen. Der Vereinsvorsitzende Erhard Oehns sagte damals, dass in den vergangenen drei Jahren ein Schaden von 7700 Euro festgestellt worden sei.

In der Zwischenzeit habe man mit einem Steuerbüro auch die Zeit davor untersucht, erklärte Oehns gestern. Es seien weitere Unregelmäßigkeiten aufgetaucht, sagte er, ohne konkrete Zahlen zu nennen. Außerdem fordert der Verein auch die Kosten für Rechtsanwalt und Steuerbüro vom ehemaligen Kassenwart zurück. „Wir gehen davon aus, dass der Gesamtschaden im fünfstelligen Bereich liegt“, so Oehns. Mit einer Einstellung des Verfahrens durch die Staatsanwaltschaft sei er daher nicht einverstanden. Die Sache liege beim Rechtsanwalt.