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Blaulicht Heute wird im Wald bei Nienhagen Bombe geräumt
Celle Blaulicht Heute wird im Wald bei Nienhagen Bombe geräumt
13:29 13.06.2010
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NIENHAGEN. Die Kreisstraße 59 zwischen Nienhagen und Ehlershausen, die viele Pendler aus dem Celler Raum Richtung Hannover nutzen, wird heute Nachmittag ab 16 Uhr voll gesperrt. In einem Radius von einem Kilometer rund um die Fundstelle werden alle Wege gesperrt, hierbei werden Feuerwehrleute aus der Samtgemeinde Wathlingen die Polizei unterstützen. Stefan Hausknecht vom Ordnungsamt der Samtgemeinde Wathlingen geht davon aus, dass bis zu 30 Feuerwehrleute eingesetzt werden.

Nach seinen Angaben wird die Polizei den Wald unweit der Produktionstätte der Exxon Mobile nach eventuellen Spaziergängern absuchen, zudem soll ein Polizeihubschrauber den Bereich aus der Luft überwachen. Die Exxon-Mitarbeiter sowie Beschäftigte einer weiteren Firma machen bereits um 15.30 Uhr Feierabend machen, weitere Anwohner gibt es nicht, so dass Evakuierungen nicht notwendig sind. Hausknecht geht davon aus, dass die Bombe gegen 17 Uhr entschärft sein wird, die Vollsperrung ist aber für drei Stunden angesetzt.

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Bereits seit vergangener Woche ist der Techniktrupp der Kampfmittelbeseitigung der zentralen Polizeidirektion in Hannover im Naturschutzgebiet Brand mit den Vorbereitungen zur Beseitigung der beiden Bomben beschäftigt. „Hier holen wir uns die Erfahrungen für die Städte“, erläutert Torsten Erhardt vom Techniktrupp. Rings um die Bombe wird auf einer Fläche von sechs mal sechs Metern ein Raster von insgesamt 33 Löchern fünf Meter in die Tiefe gebohrt, dann wird Loch für Loch ein Metalldetektor zum Aufspüren der Bombe abgesenkt. Ziel ist es, das Loch zum Freilegen der Bombe so klein wie möglich zu halten.

Über die Luftbildauswertung stieß die Kampfmittelbeseitigung auf die beiden Blindgänger. Erhardt vermutet, dass es sich um 250-Kilogramm-Bomben handelt, die in etwa vier Metern Tiefe liegen. Deshalb ist an den Fundstellen eine Grundwasserabsenkung notwendig. „Ob es tatsächlich Bomben sind, wissen wir erst, wenn sie freigelegt sind“, sagt Erhardt. Wahrscheinlich ist das aber schon: Neben den Einschlagtrichtern der Blindgänger gibt es im Wald jede Menge Bombentrichter. Die Sprengkörper verfehlten beim Luftangriff auf die Raffinerie im April 1945 ihr Ziel.

Von Joachim Gries