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Blaulicht Mehr Polizei beim Celler Weinmarkt
Celle Blaulicht Mehr Polizei beim Celler Weinmarkt
17:40 26.07.2016
Von Gunther Meinrenken
Celle Stadt

Als Celles Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD) die schlimmen Nachrichten aus Ansbach erreichten, sei ihm sofort klar gewesen, darauf reagieren zu müssen. Für Montagnachmittag lud er zu einer Gesprächsrunde ins Neue Rathaus ein, um mit Vertretern der CTM, der Polizei und der Stadt über die Sicherheitsvorkehrungen beim Weinmarkt zu sprechen. Konkretes Ergebnis: "Wir bitten die Besucher der Veranstaltung, keine Rucksäcke oder großen Taschen mitzubringen. Sollte dies dennoch der Fall sein, so behalten sich unsere Sicherheitskräfte vor, diese näher in Augenschein zu nehmen", erklärt Mende.

Gleichfalls bittet Mende darum, keine Taschen, Rucksäcke oder andere größere Gegenstände unbeaufsichtigt abzustellen. "In diesem Fall müssen die Besucher des Weinmarktes damit rechnen, dass wir die Veranstaltung auflösen und den Platz räumen müssen", sagt der Oberbürgermeister.

Mit den Vorkehrungen wolle man, so betont der Oberbürgermeister, auf das durch die jüngsten Anschläge veränderte Sicherheitsempfinden in der Bevölkerung reagieren. "Dazu gehört auch, dass wir unser Sicherheitspersonal verstärken werden, um während des gesamten Zeitraums der Veranstaltung Präsenz zu zeigen", so Mende, der betont, dass es keine veränderte Sicherheitssituation in Celle geben würde.

Das bestätigt auch die Celler Polizei. "Für den Weinmarkt gibt es keinen großen Gefährdungsansatz", so Polizeisprecher Thorsten Wallheinke. Die Beamten in der Residenzstadt stünden in regelmäßigem Kontakt zu den Sicherheitsbehörden, für Celle lägen allerdings keine Warnungen vor. Dennoch wird auch die Polizei sich für den Weinmarkt "stärker aufstellen und eine höhere Präsenz zeigen. Um den und auf dem Markt werden uniformierte Beamte vor Ort sein", betont Wallheinke.

Generell würde die Polizei bei Veranstaltungen, bei denen mehrere hundert Menschen zusammenkommen, im Vorfeld das Gefährdungspotenzial abschätzen. "100-prozentige Sicherheit gibt es allerdings nicht. Das liegt in der Natur der Anschläge, die sehr heimtückisch geplant und ausgeführt werden. Jeder Polizeibeamte ist allerdings mittlerweile für die Problematik sensibilisiert", sagt Celles Polizeisprecher.

"Ich glaube nicht, dass wir uns hinsichtlich der Sicherheit Sorgen machen müssen. Der Weinmarkt ist eine friedliche und schöne Veranstaltung. Wir laden die Bürger ausdrücklich ein, dahin zu gehen", will sich Mende ebenso wie viele Celler (siehe Umfrage) das öffentliche Leben nicht durch die Terroristen einschränken lassen. Bei den Veranstaltern von der CTM sieht man das genauso. "Wir dürfen uns die Freude auf ein tolles Fest nicht nehmen lassen. Der Celler Weinmarkt war in den letzten Jahren immer ein Highlight im hiesigen Veranstaltungskalender und das soll so bleiben", sagt CTM-Geschäftsführerin Marianne Krohn.

"Wir haben natürlich Verständnis für eine Verunsicherung, aber hundertprozentige Sicherheit hat es auch nicht vor den Anschlägen gegeben“, so Krohn. Ebenfalls auf ein friedliches Fest freut sich Bernd Zobel, Aufsichtsratsvorsitzender der CTM. „Wir dürfen uns das Feiern nicht nehmen oder beeinträchtigen lassen. Schließlich ist das Teil unserer Kultur. Ein bisschen Aufmerksamkeit schadet aber nie. Ich freue mich jedenfalls auf einige schöne Stunden.“

Die soll es auch am Samstag, 6. August, geben, wenn der NDR im Rahmen seiner Sommertour seine große Abschlussveranstaltung auf dem Großen Plan feiert. Wie auch bei dem am 16. und 17. September stattfindenden Stadtfest in der Celler Innenstadt werden mehrere tausend Gäste erwartet. Im Neuen Rathaus hat man auch diese kommenden Events bereits im Blick. "Wir werden zeitnah zu den Veranstaltungen in Gesprächen mit der Polizei unsere Sicherheitskonzepte auf den Prüfstand stellen und gegebenenfalls verändern", erklärt Mende.