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Blaulicht Schlappe für Ex-Chef des Inkasso-Team Moskau
Celle Blaulicht Schlappe für Ex-Chef des Inkasso-Team Moskau
15:05 13.06.2010
Werner Hoyer START - START - Schlappe für Ex-Chef des Inkasso-Team Moskau - Werner Hoyer darf kein Gewerbe betreiben - Verwaltungsgericht Lüneburg weist Klage des mehrfach vorbestraften Cellers ab - Werner Hoyer darf in Celle kein Gewerbe mehr betreiben. Das Verwaltungsgericht Lüneburg hat gestern eine entsprechende Klage des früheren Chefs des in Verruf geratenen Inkasso-Team Moskau abgewiesen. Der vorbestrafte Celler sein „unzuverlässig im Sinne der Gewerbeordnung“. - Von Angelika Jansen - CELLE. Werner Hoyer bekommt keine gewerberechtliche Genehmigung. Das hat das Verwaltungsgericht Lüneburg gestern Mittag entschieden und die Klage des Inkasso-Team-Chefs abgewiesen. Die Stadt Celle hatte dem mehrfach vorbestraften Celler untersagt, ein Gewerbe zu betreiben. Weder die Inkasso-Team Moskau noch die weiteren Firmen der „Hoyer-Gruppe“, wie Werner Hoyer die unter diesem Namen zusammengefassten von ihm gegründeten Firmen bezeichnete, sollten eine gewerberechtliche Genehmigung erhalten, erklärte Frank Reimchen, Justitiar der Stadt Celle. Hoyer gelte als unzuverlässig im Sinne der Gewerbeordnung. Die unzulässigen Praktiken seines Inkasso-Unternehmens hatten ihm eine strafrechtliche Verurteilung wegen versuchter Nötigung in 120 Fällen eingebracht. Darüber hinaus verurteilte ihn das Amtsgericht wegen uneidlicher Falschaussage zu 100 Tagessätzen. Zur Verlängerung der Liste seiner Missetaten in noch weiter zurückliegender Zeit dokumentiert der Bundeszentralregisterauszug Strafbefehle wegen Verstrickungsbruch im Jahr 2000 und in 2002 wegen Nichtabführens von Sozialversicherungsbeiträgen. „Ein erneutes Ermittlungsverfahren wegen gewerbsmäßigen Betruges“, führt Hennig von Alten, Präsident des Verwaltungsgericht Lüneburg als weiteren Grund für die Klageabweisung ins Feld, „sei so weit gediehen“, dass auch hier schon Tatsachen bekannt sind, die an der Unzuverlässigkeit Hoyers keinen Zweifel lassen. - So besagt der Paragraf 35 der Gew Quelle: Archiv CZ
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Lüneburg

Werner Hoyer bekommt keine gewerberechtliche Genehmigung. Das hat das Verwaltungsgericht Lüneburg gestern Mittag entschieden und die Klage des Inkasso-Team-Chefs abgewiesen. Die Stadt Celle hatte dem mehrfach vorbestraften Celler untersagt, ein Gewerbe zu betreiben. Weder die Inkasso-Team Moskau noch die weiteren Firmen der „Hoyer-Gruppe“, wie Werner Hoyer die unter diesem Namen zusammengefassten von ihm gegründeten Firmen bezeichnete, sollten eine gewerberechtliche Genehmigung erhalten, erklärte Frank Reimchen, Justitiar der Stadt Celle. Hoyer gelte als unzuverlässig im Sinne der Gewerbeordnung. Die unzulässigen Praktiken seines Inkasso-Unternehmens hatten ihm eine strafrechtliche Verurteilung wegen versuchter Nötigung in 120 Fällen eingebracht. Darüber hinaus verurteilte ihn das Amtsgericht wegen uneidlicher Falschaussage zu 100 Tagessätzen. Zur Verlängerung der Liste seiner Missetaten in noch weiter zurückliegender Zeit dokumentiert der Bundeszentralregisterauszug Strafbefehle wegen Verstrickungsbruch im Jahr 2000 und in 2002 wegen Nichtabführens von Sozialversicherungsbeiträgen. „Ein erneutes Ermittlungsverfahren wegen gewerbsmäßigen Betruges“, führt Hennig von Alten, Präsident des Verwaltungsgericht Lüneburg als weiteren Grund für die Klageabweisung ins Feld, „sei so weit gediehen“, dass auch hier schon Tatsachen bekannt sind, die an der Unzuverlässigkeit Hoyers keinen Zweifel lassen.

So besagt der Paragraf 35 der Gewerbeordnung, dass die Ausübung eines Gewerbes von der zuständigen Behörde ganz oder teilweise untersagt werden kann, „wenn Tatsachen vorliegen, welche die Unzuverlässigkeit des Gewerbetreibenden oder einer mit der Leitung des Gewerbebetriebes beauftragten Person in Bezug auf dieses Gewerbe dartun, sofern die Untersagung zum Schutze der Allgemeinheit oder der im Betrieb Beschäftigten erforderlich ist.“ Für Hoyers Rechtsanwalt mangelt es hier an einer aussagefähigen Prognose, zumal Hoyers Inkasso-Firmen ohnehin die Arbeit eingestellt hätten. „Es geht nur noch um ihn“, erklärt Hoyers Anwalt Peter Koch. Nach langwierigen Strafprozessen und zivilrechtlichen Auseinandersetzungen bemühte Hoyer nun das Verwaltungsgericht, um selbst wieder ein neues Gewerbe anmelden zu können. Der gelernte Elektriker, der nach eigenen Angaben einige Jahre als Werbekaufmann tätig war, hatte die Klagen gegen die Gewerbeuntersagung seiner Inkassofirmen schon zurückgezogen und lässt seinen Anwalt vortragen, dass er nur aus Werbezwecken als Chef der bundesweit in Verruf geratenen Firma „Inkassoteam Moskau“ fungiert habe. Auf die Frage was Hoyer denn derzeit mache, zuckte Koch nur mit den Schultern. Doch weder die Tatsache, dass er sich monatlich fünfstellige Beträge und damit das höchste Gehalt aller Mitarbeiter aus der Firmengruppe abzwackte noch der Umstand, dass er Personalentscheidungen traf, machten ihn zum Leiter der Firma. Das sah die 5. Kammer am Verwaltungsgericht anders und lässt auch eine Berufung am Oberverwaltungsgericht nicht zu. Gegen letztere Entscheidung bleibt dem Celler nur noch eine Beschwerde.

Von Angelika Jansen