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Blaulicht Steine gegen Celler CDU und Bundeswehr
Celle Blaulicht Steine gegen Celler CDU und Bundeswehr
09:45 14.03.2018
Von Michael Ende
Quelle: Michael Ende
Celle Stadt

Die Gewalt der Täter richtete sich gegen jene, die aus kurdischer Sicht das Erdogan-Regime in Ankara in seinem Kampf gegen die Kurden unterstützen: Die Regierungspartei CDU und die Bundeswehr, die sowohl Nato-Partner der Türken ist als auch Kurden-Milizen ausgebildet und bewaffnet hat. Die deutschen Leopard-Panzer, die die türkische Armee jetzt gegen Kurden einsetzt, wurden übrigens unter der Kanzlerschaft Gerhard Schröders (SPD) an den Bosporus geliefert.

Vermutlich gegen 2.15 Uhr hatten unbekannte Täter insgesamt fünf Steine durch Fenster der CDU-Kreisgeschäftsstelle am Südwall geworfen. Zur Tatzeit war niemand im Gebäude. Mitarbeiter der CDU bemerkten die Spuren der Zerstörung, als sie die Parteizentrale am Morgen aufgeschlossen haben. Die Fassade des Gebäudes war mir einer Parole besprüht, die ins Deutsche übersetzt "Kämpft für Afrin" heißt.

"Auf das Karriereberatungscenter der Bundeswehr an der Sankt-Georg-Straße wurde um 2.30 Uhr ein ähnlicher Anschlag unternommen", sagte ein Polizeisprecher. Die Polizei gehe davon aus, dass beide Taten zusammenhingen. Auch der Staatsschutz ermittelt. Hinweise auf die Täter nimmt die Polizei unter Telefon (05141) 277215 entgegen.

„Dieser hinterhältige und feige Anschlag fügt sich nahtlos in die Reihe zahlreicher Attacken gegen ehren- und hauptamtliche Politiker ein, wie wir sie immer häufiger beobachten", so der Celler CDU-Landtagsabgeordnete und Vorsitzende des Landtags-Innenausschusses, Thomas Adasch. In einer Demokratie gehöre es dazu, sich zu streiten und andere Meinungen zu akzeptieren: "Nicht akzeptieren werden wir Gewalt und Sachbeschädigungen jeder Art. Auch wenn sich der Anschlag glücklicherweise nicht gegen Menschen gerichtet hat, sind unsere Mitarbeiter wie ihre Familien zutiefst verunsichert. Wir hoffen, dass die Sicherheitsbehörden den oder die Täter ausfindig machen und zur Rechenschaft ziehen können.“

"Wir lassen uns durch diesen Vorfall nicht aus der Fassung bringen", so der Celler CDU-Landtagsabgeordnete Jörn Schepelmann: "Die Geschehnisse rund um Afrin besorgen uns alle, eine Auseinandersetzung diesbezüglich hat aber weder in Celle noch auf diese Art und Weise zu erfolgen."

Der Celler CDU-Kreisvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Henning Otte war als verteidigungspolitischer Sprecher seiner Bundestagsfraktion prominentestes Ziel des Anschlags auf das Parteibüro. Er verurteilte die Tat: "Dies ist keine politische Meinungsäußerung, sondern eine Straftat. Auf Celles Straßen darf es keine Gewalt geben."

Im Namen der Celler Kurden distanzierte sich Emin Berse am Nachmittag bei einem Besuch im CDU-Büro von den Anschlägen: "Wir Eziden lehnen jegliche Form von Gewalt ab."

Unbekannte Täter haben in der Nacht zu gestern einen Anschlag auf die Celler CDU-Zentrale verübt. Sie warfen Fenster ein und beschmierten das Haus mit einer Parole, die sich auf die von türkischem Militär bedrohte syrische Kurden-Stadt Afrin bezieht. Auch das Celler Bundeswehr-Rekrutierungsbüro wurde beschädigt.

Michael Ende 13.03.2018

Unbekannte Täter haben in der Nacht von Montag auf Dienstag einen Anschlag auf die Geschäftsstelle der Celler CDU am Südwall verübt. Von den Tätern fehlt bislang jede Spur.

Michael Ende 13.03.2018