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Blaulicht Weniger Baumunfälle im Kreis Celle
Celle Blaulicht Weniger Baumunfälle im Kreis Celle
11:15 21.03.2018
Von Simon Ziegler
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Celle Stadt

Verglichen dazu sind die neun Verkehrstoten aus dem vergangenen Jahr "ein sehr niedriger Wert", sagte gestern der Celler Polizeichef Eckart Pfeiffer, als er die Verkehrsunfallstatistik für 2017 vorstellte. "Aber jeder Tote ist einer zu viel."

Insgesamt sei die Entwicklung "ausgesprochen erfreulich". Denn im Landkreis Celle ereigneten sich drei Prozent weniger Unfälle als im Jahr zuvor. Die Zahl der Unfälle mit Schwerverletzten ist auf ein Allzeittief (96) gefallen. Erfasst wurden auch deutlich weniger Baumunfälle. 73 mal sind Autos gegen Bäume gekracht, deutlich weniger als in den Jahren zuvor. 2015 waren es 93 Baumunfälle, 2016 noch 82.

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Die Verkehrsexperten sind überzeugt, dass die Arbeit der vergangenen Jahre jetzt Früchte trägt. Insgesamt wurden im Landkreis 2,5 Millionen Euro investiert, um Schutzplanken an Bundes-, Landes- und Kreisstraßen anzubringen, führte Thorsten Wallheinke, Sachbearbeiter Verkehr, aus. "Wir haben nicht gekleckert, sondern geklotzt", erklärte sein Vorgänger Kroll. Eine Unfallkommission hatte zuvor jeden einzelnen Baumunfall untersucht. Die Ergebnisse waren ganz unterschiedlich: Mal wurde ein Verkehrsschild aufgestellt, mal sollte der Straßenbelag saniert werden. An besonders neuralgischen Punkten sprach sich die Kommission für Schutzplanken aus. Diese wurden im gesamten Kreisgebiet installiert. In Kurvenbereichen wurde teilweise auch der untere Bereich mit Extraplanken versehen, um Motorradfahrer zu schützen.

Positiv ist zudem die Entwicklung bei den Wildunfällen, mit Abstand die Unfallursache Nummer eins. Die Statistiker zählten 880 Wildunfälle im Jahr 2017. Das sind zwar 16 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Allerdings: 2016 war mit 1044 Wildunfällen – möglicherweise als Konsequenz hoher Wildbestände infolge eines milden Winters – ein Ausreißer nach oben. 2014 und 2015 gab es jedenfalls weniger Wildunfälle als 2017. Trotzdem glaubt Polizeichef Pfeiffer, dass die blauen Reflektoren an den Straßenrändern einen Effekt haben: "Es gibt eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass sie wirken. Wir müssen weiter beobachten, wie sich das entwickelt."

Sorgen bereiten die Fahrradunfälle. Es haben sich zwar nicht mehr als in den Vorjahren ereignet, allerdings starben drei Fahrradfahrer bei schweren Zusammenstößen. 21 Radfahrer wurden schwer verletzt.

Problematisch ist auch die Zahl der Unfallfluchten. In 998 Fällen verließ ein Autofahrer den Unfallort, ohne sich um den Schaden zu kümmern. Auch wenn es in den allermeisten Fällen um kleinere Schrammen oder "Spiegelklatscher" gehen dürfte, handele es sich keineswegs um ein Kavaliersdelikt, betonte Wallheinke. Die Aufklärungsquote lag bei gut 40 Prozent – drei Prozentpunkte niedriger als 2016.

Nach wie vor ein enormes Problem ist die Zahl der Unfälle, die darauf zurückzuführen sind, dass am Steuer auf dem Smartphone getippt wird. Fachleute schätzen, dass 10 bis 30 Prozent aller Unfälle mit der Handynutzung am Steuer in Zusammenhang stehen könnten.