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Gericht Sechs Monate auf Bewährung nach Beziehungsstreit
Celle Gericht Sechs Monate auf Bewährung nach Beziehungsstreit
18:30 24.06.2019
Quelle: Christian Link
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Celle

Dabei war die Stimmung zum Tatzeitpunkt am Heiligabend des vergangenen Jahres gut gewesen. Der Angeklagte und seine Lebenspartnerin kannten sich schon ziemlich lange, hatten aber beide getrennte Wohnungen in dem Mehrfamilienhaus. Nachdem die beiden erst zu Hause zusammen gesessen hatten, gingen sie in eine Kneipe. Dort trafen sie ein paar Freunde. Zusammen spielte man Skat und der Alkohol floss in Strömen. Irgendwann wollte die Lebenspartnerin des Angeklagten, die vor Gericht als Zeugin geladen war, nach Hause. Ihr Partner jedoch wollte noch ein, zwei Spiele machen und später nachkommen.

„Ich bin dann mit meinen Skatfreunden nach Hause gegangen. In meiner Wohnung haben wir dann zusammen noch etwas getrunken und uns unterhalten. Meine Partnerin war schon mit ihrer Freundin in ihrer Wohnung. Plötzlich klopfte es an meiner Wohnungstür und meine Partnerin schimpfte laut. Ich ließ sie dann zu mir rein, der Streit eskalierte. Wir hatten beide reichlich Alkohol getrunken – so kam es, dass ich in meiner Wut mit einem Holzstock meine Partnerin schlug. Ich habe im Affekt gehandelt, weil ich einfach meine Ruhe habe wollte“, so die Schilderung des Verteidigers, die er im Namen seines Mandaten dem Gericht erläuterte.

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„Ich habe mich gleich danach entschuldigt, wir haben dann auch schon wieder zusammen Silvester gefeiert“, erklärte der Angeklagte. Die verletzte Partnerin sagte dann auch vor Gericht aus und bestätigte der Hergang. „Ich habe durch die Schläge mit der Holzlatte Verletzungen am Bein und am Rücken und hatte mindestens anderthalb Wochen Schmerzen. Aber jetzt ist alles wieder gut – wir haben uns vertragen und ich habe seine Entschuldigung angenommen. Ich hatte an dem Heiligen Abend Angst um mich, deshalb habe ich die Polizei gerufen.“

Der Richter fragte, wie der Angeklagte denn sein Verhalten ändern wolle. Daraufhin erklärte dieser, dass er eine Therapie machen werde. Außerdem habe ich ein Gewerbe angemeldet für Dienstleistungen. „Das läuft gang gut an. Ich hoffe, dass ich dadurch eine neue Existenz aufbauen kann“, so der Beschuldigte.

Nach Abschluss der Beweisaufnahme wurden die Plädoyers vorgetragen. Der Staatsanwalt forderte aufgrund der Schwere der Tat und der acht Vorstrafen eine „empfindliche“ Freiheitsstrafe von sechs Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt werden sollte. Der Verteidiger machte geltend, dass der Angeklagte unter einem „emotionalen Affekt“ gehandelt habe und geständig sei. Der Vollzug der sechsmonatigen Haftstrafe wird für eine Bewährungszeit von drei Jahren ausgesetzt. Der Angeklagte verzichtete auf Revision.

Von Günther Borchers