Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Gericht Gericht verzichtet auf Zeugenaussagen
Celle Gericht Gericht verzichtet auf Zeugenaussagen
17:12 10.02.2019
Die Angeklagten haben die vorgeworfenen taten alle gestanden. Quelle: Christian Link
Celle

Ein 20-jähriger Mann aus Celle hatte sich wegen vier unterschiedlicher Straftaten zu verantworten. Sein 19-jähriger Freund, der ihn dabei unterstützte, saß ebenfalls auf der Anklagebank. Diebstahl, Hehlerei, Unterschlagung und Körperverletzung wirft die Staatsanwaltschaft den beiden vor.

Schwere Kindheit als Auslöser

Die Angeklagten kamen ohne Verteidiger, beide erklärten sich vor dem Gericht selber und schilderten die Taten. Ohne Umschweife und Ausreden gaben sie die Vorwürfe zu. Die Richterin wollte im Anschluss die Beweggründe der beiden jungen Männer wissen. Der zwanzigjährige Hauptangeklagte schilderte diese. Schon weit vor dem achtzehnten Lebensjahr verließ er die elterliche Wohnung. Seine Mutter hat die Beziehung zu ihm abgebrochen, sein Vater kümmerte sich kaum um ihn. So kam eins zum anderen und Straftaten wie Diebstahl, Hehlerei und Körperverletzung gehörten fortan zu seinem Lebensstil. Trotzdem schaffte er den Hauptschulabschluss, begann eine Lehre als Dachdecker. Diese musste er allerdings aus gesundheitlichen Gründen aufgeben und lebt seitdem von Sozialhilfe. "Ich wollte mir auch mal etwas gönnen, das konnte ich von den geringen Einkünften jedoch nicht. So 'verdiente' ich mir Geld hinzu. Aus gestohlenen und weiterverkauften Sachen", heißt es in seiner Erklärung.

Ausbildung als Schritt in richtige Richtung

Dieser "Werdegang" spiegelt sich auch in den sechs Eintragungen im Strafregister wider. "Es war ein schwerer Weg, aus diesem Kreislauf auszubrechen", erklärte später der anwesende Jugendhelfer des Jugendamts Celle. Aber dennoch hat der Angeklagte dies nun geschafft: Ein Ausbildungsvertrag als Elektriker, ein regelmäßiges Einkommen aus der Ausbildungsvergütung und gute Leistungen in der Berufsschule sind gute Voraussetzungen für sein künftiges Leben ohne Straftaten. Seinen Freund hat dies motiviert, ebenfalls selbst an seiner Zukunftsgestaltung zu arbeiten. Inzwischen hat auch er einen Ausbildungsplatz bekommen.

Strafe zu Bewährung

Die Staatsanwältin machte in ihrem Plädoyer deutlich, dass sie den neu eingeschlagenen Lebensweg der Angeklagten nicht gefährden wolle. Für den Hauptangeklagten schlug sie dementsprechend eine Strafe vor, die für zwei Jahre ausgesetzt und bei Bewährung nicht vollstreckt wird. Diese Forderung unterstützte auch der Jugendhelfer. Nach einer kurzen Beratung des Gerichts verkündete die Richterin das Urteil: Beide Angeklagten wurden schuldig gesprochen. Für den Hauptangeklagten wird der Strafvollzug ausgesetzt, mit einer zweijährigen Bewährungszeit. Außerdem wird ein Bewährungshelfer bestellt und er muss für zwei Wochenenden eine Arreststrafe verbüßen. Sein Freund wird zu einer Arbeitsleistung für gemeinnützige Zwecke von dreißig Stunden und einer Geldstrafe von 200 Euro verurteilt.

Von Günther Borchers

Zirkus-Schimpanse Robby soll seinen Lebensabend nicht mit Artgenossen sondern unter Menschen im Zirkus verbringen. Das hat das niedersächsische Oberverwaltungsgericht am Donnerstag entschieden.

08.11.2018

Die Generalstaatsanwaltschaft Celle hat Anklage gegen vier mutmaßliche PKK-Anhänger erhoben. Die Männer werden beschuldigt, ein türkisches Geschäft in Garbsen mit Molotow-Cocktails beworfen zu haben.

Christian Link 02.11.2018
Gericht Verfahren eingestellt - Nötigung im Straßenverkehr?

Das Amtsgericht Celle hat das Verfahren gegen einen Autofahrer eingestellt, dem ein riskantes Überholmanöver sowie Nötigung im Straßenverkehr vorgeworfen wurde.

27.09.2018