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Gericht Schwarzfahrer muss ins Gefängnis
Celle Gericht Schwarzfahrer muss ins Gefängnis
17:57 03.09.2018
Dutzende Male ist ein Celler beim Schwarzfahren erwischt worden. Das wurde dem Wohnungslosen jetzt zum Verhängnis. Quelle: Björn Schlüter
Celle

Es war ein besonderer Fall, der vor dem Amtsgericht Celle verhandelt wurde. „Ich wollte mir zusätzliches Taschengeld verdienen, fuhr mit der Bahn nach Hamburg, Hannover und Bremen, um dort auf den Hauptbahnhöfen Geld zu schnorren“, sagte der Mann zu seinen Motiven. Selbst eine Bewährungsstrafe half ihm am Ende nicht, sein Verhalten zu ändern.

In der Anklageschrift zählte die Staatsanwaltschaft alle Straftaten (Erschleichen von Leistungen) minutiös auf. Der notorische Schwarzfahrer bestätigte die Angaben. „Alle Vorwürfe sind richtig“, sagte er mit Blick auf die lange Liste der Vergehen. „Ich habe das getan, um in Hotels oder Pensionen übernachten zu können“, erklärte der Wohnungslose. Deshalb habe er vor allem in den großen Hauptbahnhöfen in Norddeutschland die Menschen um Geld angebettelt.

Bei der Staatsanwaltschaft stieß diese Erklärung auf Unverständnis. Schließlich hätte der 61 Jahre alte Mann, der Sozialhilfeleistungen erhielt, auch in einer sozialen Einrichtung übernachten können. In ihrem Plädoyer forderte die Staatsanwaltschaft für den mehrfachen Wiederholungstäter auch wegen seiner Uneinsichtigkeit eine Freiheitsstrafe von insgesamt einem Jahr und sechs Monaten. Dies sei „unumgänglich und eine weitere Bewährung nicht angemessen“, hieß es.

Mittlerweile wohnt der Mann in einer gemeinnützigen Unterkunft in Celle. Trotzdem fuhr er weiter schwarz. „Jetzt ist Schluss damit“, beteuerte der Mann vor Gericht. „Im Juni bin ich das letzte Mal schwarz gefahren.“ Sein Verteidiger hob in seinem Plädoyer auch diesen Willen hervor. Außerdem sei die Schadenshöhe als gering einzustufen. Aufgrund der Tatsache, dass der Mann jetzt in einer Unterkunft lebt, sei eine weitere Bewährungszeit angemessen.

Der Vorsitzende Richter konnte dem Vorschlag des Verteidigers nicht folgen. „Ein fester Wille des Angeklagten, sein Verhalten zu verändern, ist nicht erkennbar“, sagte er in seiner Urteilsbegründung. Das Urteil ist nach einer Woche rechtskräftig. Ob die Verteidigung in Berufung gehen wird, stand zunächst nicht fest.

Von Günther Borchers

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