Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Anmelden
Aus dem Landkreis Landkreis bereitet sich auf Schweinepest vor
Celler Land Aus dem Landkreis Landkreis bereitet sich auf Schweinepest vor
17:18 09.01.2020
Von Christopher Menge
Zuletzt wurde die Afrikanische Schweinepest bei einem Wildschwein in West-Polen festgestellt. Quelle: Lino Mirgeler
Anzeige
Celle

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist noch näher an Deutschland herangerückt. Aktuell wurde das Virus bei einem verendeten Wildschwein in West-Polen unweit der deutschen Grenze nachgewiesen. Beim Landkreis Celle bereitet man sich unterdessen auf einen möglichen Ausbruch der Seuche vor.

ASP-Früherkennungs- und Monitoring-Programme entwickelt

„Es gibt inzwischen Früherkennungs- und Monitoring-Programme, um die Krankheit im Ausbruchsfall früh zu entdecken“, sagt Landkreis-Sprecher Tore Harmening. „Im Rahmen einer niedersachsenweiten Tierseuchenübung wurde durch die Amtstierärzte des Landkreises Celle die Planung eines Betriebsbesuchs im Seuchenverdachtsfall sowie insbesondere das Betreten und Verlassen eines Bestandes mit entsprechender Einrichtung einer Hygieneschleuse geübt.“ Alle Hausschweinehalter im Landkreises würden in diesen Tagen schriftlich zur strikten Einhaltung der Biosicherheitsmaßnahmen aufgefordert. „Zudem werden die erforderlichen Maßnahmen zur Umsetzung der Hygieneanforderungen bezüglich der Einfriedung von Betrieben vorgenommen“, so Harmening.

Anzeige

Landwirte wegen Schweinegrippe in Sorge

Der Celler Kreislandwirt Jürgen Mente hatte kürzlich im CZ-Interview gesagt, dass die Situation für die Schweinehalter beängstigend sei, alle Landwirte seien in großer Sorge.

Die ASP ist eine anzeigepflichtige Tierseuche, von der Haus- und Wildschweine betroffen sind. In den afrikanischen Ursprungsländern übertragen Lederzecken das Virus der ASP. Diese spielen in Mitteleuropa keine Rolle. Hier erfolgt eine Übertragung durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren (Sekrete, Blut, Sperma), die Aufnahme von Speiseabfällen oder Schweinefleischerzeugnissen sowie andere indirekte Übertragungswege (Fahrzeuge, kontaminierte Ausrüstungsgegenstände einschließlich Jagdausrüstung, Jagdtrophäen, landwirtschaftlich genutzte Geräte und Maschinen, Kleidung). Nach einer Infektion entwickeln die Tiere sehr schwere, aber unspezifische Allgemeinsymptome. Die ASP ist nicht auf Menschen übertragbar und daher für den Menschen ungefährlich.

Vielfach Hausschweine mit ASP infiziert

Die Krankheit hat sich in den vergangenen Jahren in vielen Wildschweinbeständen vor allem in Osteuropa immer weiter ausgebreitet. Vielfach wurden auch Hausschweinebestände mit der ASP infiziert. In Westeuropa ist Belgien betroffen. Ein Ausbruch der ASP in Deutschland würde zu erheblichen Leiden bei den betroffenen Tieren führen und hätte massive wirtschaftliche Folgen für die Landwirtschaft und nachgelagerte Verarbeitungsindustrie. Um den Viruseintrag in die Hausschweinebestände zu verhindern und somit die Bestände zu schützen müssen Biosicherheitsmaßnahmen und Hygieneanforderungen strikt eingehalten werden.

Gute Zusammenarbeit zwischen Landkreis Celle und Jägern

„Die massive Aufklärungsarbeit unter anderem mit Vorträgen bei den Hegeringen hat dazu geführt, dass die Jägerschaft das Monitoring hervorragend unterstützt und deutlich mehr Proben als das gesetzlich geforderte Soll im Veterinäramt abgibt“, sagt Harmening, der sich dafür ausdrücklich bei den Jägern bedankt.

Lkw-Fahrer auf Gefahr der Schweinepest aufmerksam gemacht

Auch an Fern- und Bundesstraßen wurde aufgeklärt. Dort wurden Hinweise des Bundeslandwirtschaftsministeriums in vielen Muttersprachen verteilt, um so auch die Aufklärung bei Lkw-Fahrern zu verbessern und die Ost-West- und Nord-Süd Transitstrecke sicherer zu gestalten, vor allem vor dem Hintergrund unachtsam weggeworfener Lebensmittel, die womöglich mit dem ASP-Virus infiziert und damit eine Infektionsquelle für Wildschweine entlang der Bundesstraßen sein könnten.

Bei ASP-Fall wird Pufferzone eingerichtet

Sollte ein ASP-Fall wirklich festgestellt werden, werde ein gefährdetes Gebiet um den Fundort von rund 15 Kilometern festgelegt, sagt Harmening. Um das Gebiet werde eine Pufferzone gelegt. „Darin kann die Ausübung der Jagd zunächst untersagt werden, um Strategien für die Bejagung zu erarbeiten und zu vermitteln“, sagt der Landkreis-Sprecher. Die in diesen Zonen nach Ablauf der Jagdruhe erlegten Wildschweine dürfen nur an einem Ort aufgebrochen werden, den das Veterinäramt zuvor festgelegt hat. Anschließend werde das Wild an ebenfalls festgelegten zentralen Sammelstellen entsorgt. „Verendete Wildschweine innerhalb des gefährdeten Bezirks müssen geborgen und zur Untersuchung eingesandt werden. Anschließend werden sie fachgerecht entsorgt“, erklärt Harmening.

Haltestelle in Ovelgönne - Busfahrer lässt Schüler im Regen stehen
Jürgen Poestges 09.01.2020
Christopher Menge 08.01.2020
Simon Ziegler 07.01.2020
Anzeige