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Aus dem Landkreis Liebe Störche, wir haben freie Nester in Celle
Celler Land Aus dem Landkreis Liebe Störche, wir haben freie Nester in Celle
15:28 08.03.2019
Von Christopher Menge
Im Jahr 2018 wurde in 19 Nestern im Landkreis Celle gebrütet. Quelle: Mohssen Assanimoghaddam
Celle

Sie gelten als Frühlingsboten und bringen die Kinder: Der Adebar löst seit Jahrhunderten Freude auf, wenn er durch die Lüfte fliegt. Die Nester in Ahnsbeck, Altencelle, Großmoor, Hambühren, Wienhausen und Wolthausen wurden bereits von Männchen und Weibchen bezogen. Im vergangenen Jahr wurden in 19 besetzten Nestern 29 Junge flügge.

Quelle: Daniel Pracht

Eine neue Dame in Großmoor

Seit dem 4. Februar hält sich ein unberingter Storch auf der Kirche in Großmoor auf. Weißstorchbetreuer Hans Jürgen Behrmann geht davon aus, dass es sich um das Männchen handelt, das seit Jahren nach Großmoor kommt. Dieser Adebar trägt keinen Ring. Inzwischen ist auch ein zweiter Storch in dem Nest eingetroffen, der ebenfalls unberingt ist. "Somit ist zumindest das Weibchen neu gegenüber dem Vorjahr", sagt Behrmann.

Großmoorer Storchenpaar auf dem Dach der Kirche. Quelle: David Borghoff
Großmoorer Storchenpaar auf dem Dach der Kirche. Quelle: Susanne Mentz

Ein Seitensprung in Hohne

Hans Jürgen Behrmann ist immer bestens informiert, was seine Störche in den Landkreisen Celle und Gifhorn so treiben. So ist ihm auch nicht entgangen, dass die Ahnsbecker Störchin in dieser Woche einen halben Tag bei dem Männchen im Nest auf der Kirche Hohne verbrachte. Doch dann kehrte sie zu ihrem Partner in Ahnsbeck zurück. "Im Vorjahr verweilten vier Weibchen kurz oder auch mal über Nacht in Hohne und flogen dann weiter. Erst das fünfte blieb", erzählt Behrmann.

Das Ahnsbecker Weibchen zu Besuch in Hohne. Quelle: Hans-Jürgen Behrmann

Wintergast in Baven

Vom 31. Januar bis zum 3. Februar hat sich Weißstorch DEH HH 413 in Baven aufgehalten. Er übernachtete auf dem alten Feuerwehrturm, ein Nest gibt es hier nicht. "Dieser Storch wurde nestjung 2011 in Werben an der Elbe beringt", sagt Hans Jürgen Behrmann. "Am 17.Februar ist er dann wieder auf seinem Brutnest in Pollitz ganz im Norden Sachsen-Anhalts eingetroffen." Im Winter 2017/18 sei der Storch erstmals in der Region geblieben. "Sein viertägiger Aufenthalt nun im Kreis Celle lässt darauf schließen, dass er erneut bei uns überwintert hat – nur diesmal offensichtlich weiter westlich."

Storch zu Gast in Baven. Quelle: Manfred Busch

Storch beobachtet Celler Bauer beim Pflügen

Über die Arbeit des Bauern mit Traktor und Pflug auf einem Feld am Apfelweg zwischen Celle und Altencelle hat sich im März des vergangenen Jahres ein findiger Storch gefreut. In den 1950er und 1960er Jahren konnte man noch zahlreiche Störche auf naturbelassenen Wiesen sehen, die dort nach Fröschen, Mäusen und Heuschrecken Ausschau hielten. Heute ist dieser Anblick seltener geworden. Doch die Vögel sind pfiffig: Wo ein Landwirt den Boden umbricht und so den Zugriff auf Würmer und Kerbtiere ermöglicht, sind Storch und Co. zur Stelle. In den vergangenen beiden Jahren hielten sich 19 Horstpaare im Landkreis Celle auf, das sind deutlich mehr als Anfang der 2000er (8), aber viel weniger als beispielsweise 1960 (31).

Über die Arbeit des Bauern mit Traktor und Pflug auf einem Feld am Apfelweg zwischen Celle und Altencelle freuten sich am 21.03.2018 eine Schaar Krähen sowie zwei Störche. Quelle: Oliver Knoblich

Von Brut in Bleckmar überrascht

Im Archiv von Hans Jürgen Behrmann befindet sich ein Zeitungsbericht über den Brand des Wohnhauses von Heinrich Hohls (Bergstraße 13 in Bergen) am 26. April 1912. "Durch diesen Brand hatte das einzige Storchenpaar unserer Gegend ihr seit Jahren regelmäßig bezogenes Nest verloren", heißt es darin. Es dauerte lange, bis die Stadt Bergen wieder einen Storch begrüßen durfte. Behrmann hatte nicht damit gerechnet, dass sich tatsächlich ein Storch im errichteten Nest in Bleckmar nieder lässt. Doch im Juni 2016 bezog ein Storchenpaar das Nest. Und nicht nur das: Im vergangenen Jahr brütete ein anderes Paar in dem Nest. Ein Junges wurde flügge.

Junge Störche in einem Nest. Quelle: David Borghoff

Neuer Mast in Becklingen

Der Netzbetreiber Celle-Uelzen Netz GmbH (CUN) hat Ende Februar auf dem Grundstück von Walter Kruse (links, daneben Ortsbürgermeister Dirk Ebel) in Becklingen eine weitere Nisthilfe für Störche errichtet. Die CUN übernahm den Transport und die Montage für den Mast, der vom Unternehmen gestiftet wurde. Das rund 1,40 Meter breite Nest aus Lärchenholz und Birkenreisig wurde von Walter Kruse in Eigenleistung erstellt. Insgesamt hat die CUN jetzt 29 Nistplätze in der Region Celle-Uelzen in Kooperation mit Umweltverbänden und Privatpersonen unterstützt. Bisher war der Nordkreis bei den Störchen allerdings nicht sonderlich beliebt, da es hier nicht so viel feuchtes Grünland gibt.

Storchennest wird in Becklingen aufgestellt. Quelle: SVO

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