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Aus dem Landkreis Wie wird die Natur geschützt?
Celler Land Aus dem Landkreis Wie wird die Natur geschützt?
15:55 06.05.2019
Von Simon Ziegler
Celle

Lange wurde über das Thema diskutiert, jetzt naht die Entscheidung: Soll das Allerufer im Kreis Celle ein Naturschutzgebiet (NSG) werden oder reicht auch ein Landschaftsschutzgebiet (LSG)? Über diese Frage debattiert am Mittwoch, 8. Mai, der Umweltausschuss des Kreistages. Klar ist, dass es in dieser Woche noch keine endgültige Entscheidung geben wird. Es wird aber ein deutlicher Fingerzeig erwartet, in welche Richtung es geht.

Endgültige Entscheidung trifft der Kreistag

"Der Ausschuss wird das Thema vorberaten und eine Empfehlung abgeben, ob das Verfahren zur Ausweisung des FFH-Gebiets Aller (Fauna, Flora, Habitat) als Naturschutzgebiet in Gang gesetzt werden soll. Die endgültige Entscheidung trifft der Kreistag", sagt Landkreis-Sprecher Tore Harmening.

Landkreis-Verwaltung will Naturschutzgebiet

Die Landkreis-Verwaltung favorisiert nach wie vor ein Naturschutzgebiet, obwohl es Kritik von Gemeinden und aus der Landwirtschaft gegeben hatte. "Zunächst einmal ist wichtig festzuhalten, dass die Bedingungen für die Landwirtschaft in dem neu festgelegten Gebiet die gleichen wären, egal ob es ein Landschafts- oder ein Naturschutzgebiet ist", sagt Harmening. Allerdings würde die Verordnung nach seinen Worten für ein LSG deutlich umfangreicher ausfallen, denn es müsste genau aufgelistet werden, was alles nicht erlaubt ist. "Die Sicherung als Naturschutzgebiet wird zudem in einer Stellungnahme des Landes ausdrücklich unterstützt, ein Landschaftsschutzgebiet als nicht geeignet bezeichnet", so der Sprecher. Die LSG-Verordnung sehe auch keine Ausgleichzahlungen für Landwirte vor. Im NSG hingegen gebe es diese Zahlungen.

Die Aller bei Winsen. Quelle: Oliver Knoblich

Winser Bürgermeister bekräftigt Kritik

Das sieht man bei den betroffenen Gemeinden zum Teil anders. So macht sich unter anderem Winsens Bürgermeister Dirk Oelmann dafür stark, entlang der Aller kein Naturschutz-, sondern ein Landschaftsschutzgebiet auszuweisen. Er erwartet für diesen Fall deutlich weniger Auflagen. Die Gemeinde Wietze steht auf dem gleichen Standpunkt. Und die Landwirte-Lobby vom Celler Landvolk hat sich ebenfalls gegen ein Naturschutzgebiet ausgesprochen. Auch im Umweltausschuss des Kreistages gab es im vergangenen Oktober etliche kritische Stimmen.

Kritiker fürchten Auflagen

Die Kritiker argumentieren, dass die Natur bei einem Landschaftsschutzgebiet ausreichend geschützt werde. Sie befürchten hohe Auflagen für Landwirte und Bürger. Auch die Organisation von Veranstaltungen könnte schwieriger werden, sagen sie. Oelmann bekräftigte gestern seinen Standpunkt. "Die vom Landkreis vorgenommenen Änderungen sind zum Großteil Makulatur", sagte er der CZ.

Es gibt immer mehr Naturschutzgebiete

Hintergrund der Diskussion ist eine Forderung der EU, die seit vielen Jahren mehr Anstrengungen beim Naturschutz fordert. In vielen anderen Bundesländern sind die Verfahren längst abgeschlossen, Niedersachsen hinkt hinterher. Der Celler Kreistag hatte Ende Oktober 2018 den Weg für die Naturschutzgebiete Kiehnmoor bei Faßberg, Bohlenbruch in der Samtgemeinde Flotwedel und Hellern bei Wietze frei gemacht. Insgesamt gibt es im Kreis Celle immer mehr Naturschutzgebiete. Derzeit stehen 24 Flächen unter Naturschutz.

Die öffentliche Sitzung des Umweltausschusses beginnt am Mittwoch um 14.30 Uhr im Kreistagssaal, Trift 26 in Celle.

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