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Aus dem Landkreis Sie will „Europa besser machen“
Celler Land Aus dem Landkreis Sie will „Europa besser machen“
06:01 06.05.2019
Lena Düpont steht auf der Landesliste der CDU Niedersachsen auf Platz 3. Quelle: cz
Celle

Die Europawahl rückt näher. Am 26. Mai bewerben sich in Deutschland insgesamt 1380 Kandidaten um die 96 Parlamentssitze. Welche Meinungen vertreten die regionalen Bewerber zu den Themen Insektenschwund, Erhalt der Artenvielfalt, Einfluss der Agrarpolitik, Glyphosat, Ausweitung von Naturschutzgebieten? Wie sehen sie die Rolle des europäischen Parlamentes bei der Bewahrung des ökologischen Gleichgewichts? Die CZ hat im Rahmen ihrer Aktion „Celle blüht auf“ nachgefragt bei den sechs großen Parteien CDU, SPD, FDP, Bündnis 90/Die Grünen, AfD und Die Linke.

„Europa besser machen“

CDU und CSU treten, anders als die meisten anderen Parteien, nicht mit einer bundesweiten Liste an, sondern mit einer separaten Landesliste für jedes Bundesland. Lena Düpont steht auf der Landesliste der CDU Niedersachsen auf Platz drei, sie ist 32 Jahre alt, lebt in Gifhorn und hat zuletzt als Redakteurin gearbeitet. Sie macht den Anfang bei unserem ökologischen „Nachgefragt“.

„Politik hat auf Insektensterben reagiert"

„Gerade bei der Umweltgesetzgebung ist das Europäische Parlament einflussreich“, sagt Lena Düpont. Es sei Co-Gesetzgeber und beschließe Richtlinien und Verordnungen, welche mit dem Rat gleichermaßen erarbeitet werden. Die Kontrolle dieser Verordnungen obliege jedoch den Mitgliedsstaaten, weshalb der Einfluss der nationalen Umsetzungsstellen genauso hoch zu bewerten sei. Sie ist der Ansicht, die europäische Politik habe bereits auf das Insektensterben reagiert und ihre Ziele in den Bereichen Umwelt- und Klimaschutz sowie Erhalt der Artenvielfalt entsprechend ausgerichtet. „Diesen Weg müssen wir weitergehen.“

Motive für die Kandidatur

Düpont bewirbt sich aus zwei Gründen für die Arbeit auf europäischer Ebene: Sie möchte, dass die Errungenschaften der Europäischen Union (EU) für alle, aber insbesondere für die kommenden Generationen erhalten bleiben. „Dazu müssen wir Europa besser machen.“ Die verantwortungsvolle Gestaltung der Digitalisierung sowie ein sinnvoller Ausgleich zwischen Landwirtschafts-, Wirtschafts- und Umweltpolitik seien hier wichtige Bereiche.

"Ländlicher Raum profitiert von Strukturförderpolitik"

Als weiteren Grund führt sie die Strukturförderpolitik, von der insbesondere „unser ländlicher Raum profitiert“, an. Die Frage, ob in diesem mehr Naturschutzgebiete ausgewiesen werden sollten zum Wohle der Artenvielfalt, knüpft sie an die damit eventuell verbundenen Interessen der Eigentümer, Nutzer und Bewirtschafter der Flächen, insbesondere dort, wo es um landwirtschaftliche Areale gehe. Bei der Ausweisung der Gebiete müsse ein sensibler und sinnvoller Ausgleich zwischen den unterschiedlichen Gütern gewählt werden.

Insektenschwund, Agrarpolitik, Glyphosat

Die Beantwortung der Frage, ob ein Zusammenhang zwischen dem Insektenschwund und der aktuellen Agrarpolitik bestehe, lässt Düpont offen. Sie hält Europa im weltweiten Vergleich für die Region, in der die nachhaltigste Landwirtschaft betrieben werde, die jedoch durch die Neuausrichtung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ab 2020 noch verbessert werden müsse. Hier sei es erforderlich, wirtschaftliche und marktwirtschaftliche Aspekte zu berücksichtigen, ein höherer verpflichtender Mindestprozentsatz der vorhandenen Mittel sei für Agrarumweltmaßnahmen zu verwenden. Speziell auf den Einsatz und ein mögliches Verbot des Pflanzenschutzmittels Glyphosat geht Düpont nicht ein. Sie sagt: „Um die Wettbewerbsfähigkeit des Agrarsektors in der EU zu sichern, muss allen Landwirten und Erzeugern unabhängig von dem Mitgliedsstaat, in dem sie tätig sind, Zugang zu einem großen Spektrum von Wirkstoffen und Pflanzenschutzmitteln geboten sowie ausreichend Information, Beratung und Training zu integriertem Pflanzenschutz beziehungsweise für einen nachhaltigen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zur Verfügung gestellt werden.“ Die Transparenz der Zulassungsverfahren für Wirkstoffe und Pflanzenschutzmittel auf europäischer und nationaler Ebene müsse nachweislich verbessert und die Forschung vorangetrieben werden.

Bessere Vernetzung der digitalen Systeme

Bei der Frage nach den drei wichtigsten Maßnahmen, um die Biodiversität wieder ins Gleichgewicht zu bringen, bewegt sich Düpont ausschließlich im Bereich der Agrarwirtschaft. Innerhalb der gemeinsamen Agrarpolitik müsse der ländliche Raum noch stärker gefördert werden, ein breiterer Einsatz von Präzisionslandwirtschaft sowie eine bessere Vernetzung der digitalen Systeme schaffe höhere Umwelt-, Klima- und Biodiversitätsleistungen. Die Landwirtschaft müsse mehr Akzeptanz erfahren.

Zukunftsvision setzt auf schon gewonnene Maßnahmen

Ihre Zukunftsvision von Europa im Bereich Natur und Umwelt verweist auf den Ausbau der bereits begonnenen Maßnahmen bei den Themen Klimaschutz, erneuerbare Energien und Energieeffizienz. Die EU solle sich konsequent für die globale Bepreisung von Treibhausgasemissionen einsetzen. Klimaschutz müsse gestärkt werden, ohne die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft, die in globaler Konkurrenz stehe, zu schwächen.

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