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Aus dem Landkreis Noch drei Jahre Zeit für Haltestellen-Umbau
Celler Land Aus dem Landkreis Noch drei Jahre Zeit für Haltestellen-Umbau
18:23 27.12.2018
Von Carsten Richter
Ohne Umstände in den Bus einsteigen: Das muss in drei Jahren überall möglich sein. Quelle: Oliver Knoblich
Eschede

In Sachen Barrierefreiheit im Öffentlichen Personennahverkehr stehen in den kommenden Jahren große Aufgaben an. Bis zum 1. Januar 2022 muss die "Vollständige Barrierefreiheit" umgesetzt sein. Das sieht die 2013 in Kraft getretene Novelle des Personenbeförderungsgesetzes vor. Es bleibt also nicht mehr viel Zeit, wenn das Ziel nach der UN-Behindertenrechtskonvention fristgerecht umgesetzt werden soll. Im Landkreis Celle macht sich der ehrenamtlich tätige Fahrgastbeirat für entsprechende Lösungen stark. Am barrierefreien Umbau der Haltestellen und der CeBus-Flotte hat der Beirat bereits mitgewirkt. Zusammen mit Stadt und Landkreis Celle hat die Gruppe außerdem einen Plan entwickelt, wie eine "idealtypische Haltestelle" aussehen muss. Erste Ergebnisse sind nun sichtbar, zum Beispiel an der Blumläger Kirche in Celle.

"Zukunftssicher und nachhaltig"

Kennzeichen dieser Haltestellen sind unter anderem Leiteinrichtungen für sehbehinderte Menschen sowie genug Bewegungsfreiräume. "Dadurch können sie problemlos um Wartehäuschen herumlaufen und den Einstieg in den Bus ohne Hindernisse finden", erklärt Bernd Skoda, Vorsitzender des Fahrgastbeirates. Diese Haltestellen seien "zukunftssicher und nachhaltig".

Fahrgastbeirat ist zufrieden

Rund 30 Prozent der Bevölkerung leide mindestens zeitweise unter mobilen Einschränkungen, sagt Skoda. Dazu gehörten nicht nur Schwerbehinderte, sondern auch Senioren, Kinder, schwangere Frauen oder Menschen mit Kinderwagen oder Gepäck. Erfreulicherweise nehme die Zahl der umgebauten Haltestellen im Landkreis zu, sagt Skoda. "Ich bin zufrieden, es geht voran." Als Beauftragter für barrierefreies Bauen und Gestalten im Landesverband des SoVD empfiehlt er den neuesten Haltestellentyp auch in anderen Teilen Niedersachsens. "Wir sehen mit Freude, dass unsere Vorlage auch über die Grenzen des Landkreises hinaus Anwendung findet", sagt Skoda.

164 von 983 Haltestellen mit "Hochbord"

Keine höheren Mittel im Haushalt: Auch wenn der Umbau vorangeht, sieht die Grünen-Fraktion im Celler Kreistag noch erheblichen Handlungsbedarf. Von den 983 Bushaltestellen in Stadt und Landkreis Celle seien nur 15 Prozent mit einem Hochbord versehen, sagt die Fraktionsvorsitzende Annegret Pfützner. CeBus-Geschäftsführer Stefan Koschick bestätigt, dass 164 Haltestellen mit einem Hochbord von 18 Zentimetern versehen sind.

Die Grünen hatten im Zuge der Haushaltsberatungen für das kommende Jahr eine "Haltestellenoffensive für Ein- und Ausstieg ohne Barriere" beantragt, sprich: höhere Fördermittel. "Wenn der Landkreis Celle stärker den Umbau der Haltestellen fördert, leistet er einen wichtigen Beitrag zur barrierefreien Nutzung und zum Einstieg in die Mobilitätswende", so Pfützner.

Landkreis sieht Kommunen am Zug

Höhere Mittel wird es aber 2019 nicht geben. Die anderen Kreistagsfraktionen wie auch die Verwaltung sind dem Antrag nicht gefolgt. Sprecher Tore Harmening verweist auf die Summe von 50.000 Euro, die der Landkreis jährlich für den Umbau von Haltestellen bereithalte. Der Landkreis sei in den meisten Fällen nicht der zuständige Straßenbaulastträger, da seien die Kommunen am Zuge, so Harmening.

Unterdessen ist der Großteil der Linienbusse bereits behindertengerecht. "Bereits 95 Prozent unserer Flotte sind niederflurig ausgestattet", sagt Koschick. "Das heißt, es müssen keine Stufen mehr gestiegen werden und unseren mobilitätseingeschränkten Fahrgästen wird die barrierefreie Nutzung erleichtert."

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