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Aus dem Landkreis Grüne wollen "Kuhhandel" mit Jägern
Celler Land Aus dem Landkreis Grüne wollen "Kuhhandel" mit Jägern
17:04 19.12.2018
Von Christopher Menge
Nach Auffassung der Grünen sollen Jäger nur noch mit bleifreier Munition schießen. Quelle: Philipp Schulze
Celle

Schon bevor die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen ihren Antrag überhaupt in den Kreistag eingebracht hat, hagelt es heftige Kritik von Seiten der Jägerschaft. „Der Antrag der Grünen ist das Papier nicht wert, auf dem er geschrieben wurde“, sagt Günter Ilper, der Ehrenvorsitzende der Jägerschaft des Landkreises Celle. Konkret geht es in dem Antrag um die Jagdsteuer. Die Grünen fordern aber nicht etwa eine Erhöhung, sondern eine Senkung um zwei Prozentpunkte – wenn die Kreisjägerschaft eine Selbstverpflichtung zum Verzicht auf bleihaltige Munition abgibt.

Jagdsteuer bringt 122.000 Euro pro Jahr

Derzeit erhebt der Landkreis Celle eine Jagdsteuer von 10 Prozent des Jagdwerts und nimmt so etwa 122.000 Euro pro Jahr ein. Die Jagdsteuer ist dabei die einzige Steuer, die dem Landkreis Celle überhaupt zugutekommt. Sie stellt neben der Kreisumlage eine weitere Ertragsquelle dar. Seitens der Verwaltung ist für das nächste Jahr weder eine Erhöhung noch eine Senkung geplant.

Jäger sollen auf bleihaltige Munition verzichten

„Nach eigenen Aussagen liegt der Landkreis Celle im Landesvergleich am untereren Ende der Steuersatzhöhe“, sagt das Grüne-Kreistagsmitglied Christian Ehlers. „Stichproben ergaben, dass in anderen Landkreisen teilweise eine Jagdsteuer von bis zu 20 Prozent erhoben wird, sodass eine Erhöhung im Landesschnitt überlegt werden könnte.“ Den Grünen liege ein ökologischer und gesundheitlicher Aspekt der Jagd aber deutlich näher. Nämlich: Der Verzicht auf bleihaltige Munition und damit die Reduktion des Bleieintrags in Natur (Wälder und Gewässer) sowie in Nahrung.

In niedersächsischen Landesforsten wird nur bleifrei geschossen

„Im niedersächsischen Landeswald wird bereits auf bleihaltige Munition verzichtet“, sagt Ehlers. „Bei einer Selbstverpflichtung der Kreisjägerschaft, zukünftig auf bleihaltige Munition zu verzichten, würde die Grünen-Fraktion – anstelle einer Erhöhung der Jagdsteuer – ein Entgegenkommen an die Jäger in Form einer Absenkung der Jagdsteuer befürworten.“

Klingt nach einem "Kuhhandel". Ilper hält davon überhaupt nichts. „Das Niedersächsische Jagdgesetz enthält an keiner Stelle ein Gebot oder eine Empfehlung für die Verwendung bleifreier Munition zur Erlegung von Wild“, sagt der Jäger. Schließlich sei es weder erwiesen, dass Lebensmittel, die aus einem mit bleihaltiger Munition erlegten Schalenwild hergestellt werden, gefährlich seien noch, dass die Natur durch das Blei in besorgniserregender Weise beeinträchtigt werde. „Dass in niedersächsischen Landesforsten auf bleihaltige Munition verzichtet wird, ist ein noch nicht widersprochener Gehorsam zum Erlass des früheren Grünen-Landwirtschaftsministers Christian Meyer“, sagt Ilper. „Das kann heute nicht für allgemein gültige Verfahrensweisen herangezogen werden.“

Kreisjägermeister fordert Beratung

Auch Kreisjägermeister Hans Knoop „geht mit dem Antrag der Grünen so nicht mit“. Er meint aber, dass man das vielfältige Thema rund um die Jagdsteuer und die Aufgaben der Jäger in Ruhe beraten und diskutieren sollte. Dabei sollte man die Ergebnisse der Untersuchungen zu bleihaltiger und bleifreier Munition in den Blick nehmen.

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