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Aus dem Landkreis Blindgänger auf Trassen in Celle vermutet
Celler Land Aus dem Landkreis Blindgänger auf Trassen in Celle vermutet
07:00 22.11.2019
Von Christopher Menge
Bevor die Glasfaserkabel verlegt werden können, muss in vielen Bereichen erst einmal die Kampfmittelbeseitigung tätig werden. Quelle: Julian Stähle
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Celle

Bombentrichter, Splittergräben, Flakstellungen, Schützenlöcher sowie Blindgängerverdachtspunkte und einige Rüstungsaltlastenstandorte – die seit September laufende Überprüfung der Trassen für die Breitbandkabel durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst Niedersachsen (KBD) hat so einige Verdachtsfälle geliefert. Der KBD hat eine Luftbildauswertung vorgenommen und vergleicht Bilder vor und nach dem Zweiten Weltkrieg. „Das Ergebnis hat gezeigt, dass es über den ganzen Landkreis Celle verteilt eine Vielzahl an Verdachtspunkten mit einer Sondierungsempfehlung gibt", sagt Landkreis-Sprecher Tore Harmening. Diese Überprüfung auf Kampfmittel sei dem Landkreis gesetzlich vorgeschrieben. „Wir wissen, dass viele Hausbesitzer auf ihre Breitband-Anschlüsse warten, aber diese Überprüfung ist sehr wichtig zum Schutz von Leib und Leben der Bauarbeiter auf den Baustellen."

Räumungskonzept für Kampfmittelbeseitigung wird erstellt

Die Spezialisten des KBD hätten ungefähr 320 Arbeitsstunden für die Auswertung benötigt. Die Kosten von rund 20.000 Euro trägt der Eigenbetrieb Breitbandausbau. Im nächsten Schritt wird ein Räumungskonzept erstellt, auf dessen Basis dann gegebenenfalls eine Sondierung der Flächen stattfindet. „Die Sondierung kann auch parallel zum Ausbau stattfinden, weil es ausreichend Flächen im Landkreis gibt, in denen kein konkreter Kampfmittelverdacht vorliegt. Insofern sind hierdurch keine weiteren Verzögerungen zu erwarten", sagt Harmening. Konkrete Angaben zu den Verdachtsstellen wollte der Landkreis-Sprecher auf CZ-Nachfrage nicht machen. Er sagte auch nicht, in welchen Bereichen es keinen Verdacht auf Kampfmittel gibt.

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Glasfasernetz soll ab April 2020 gebaut werden

Aber: Der Landkreis geht weiterhin davon aus, dass die Arbeiten für den Ausbau des schnellen Internets im April 2020 beginnen können. Die Ausschreibungen, für die Gebiete in einzelne Lose unterteilt wurden, stehen kurz bevor.

130.000 Kriegsluftbilder zur Auswertung

Der Kampfmittelbeseitigungsdienst Niedersachsen ist für das gesamte Gebiet Niedersachsen und für die Nordsee bis zur Zwölf-Seemeilenzone zuständig. Seine Aufgabe ist es, die Gefahren in Bezug auf Kampfmittel einzuschätzen und gegebenenfalls für die Bergung, Entschärfung und Beseitigung zu sorgen. Für die Gefahreneinschätzung stehen ihm rund 130.000 Kriegsluftbilder bis 1945 zur Auswertung zur Verfügung. Wenn eine Luftbildauswertung beantragt wird, müssen alle Luftbilder für das betreffende Areal gesichtet und bewertet werden. Danach werden die auswertbaren Luftbilder auf Kriegseinwirkungen untersucht und im Anschluss eine Gefahreneinschätzung abgegeben.

"Der KBD ist sehr wichtig und stark ausgelastet, da einige Gefahrenabwehrbehörden bei Baumaßnahmen eine vorherige Untersuchung vorschreiben und die Bautätigkeit im Moment recht hoch ist", so Harmening. "Dazu gibt es viele Großprojekte wie Breitbandausbau, Stromtrassen und Rückbaumaßnahmen der Ölindustrie." Daher komme es zu verlängerten Bearbeitungszeiten.

Landkreis baut Glasfasernetz

Der Landkreis Celle errichtet in den unterversorgten Gebieten im Landkreis Celle ein eigenes Glasfasernetz für etwa 13.000 Haushalte. Gefördert durch Mittel des Bundes und des Landes Niedersachsen werden hier 46 Millionen Euro investiert. Das Netz wird insbesondere dort errichtet, wo ein Markterkundungsverfahren im Jahr 2015 ergeben hat, dass Haushalte nur über eine Internetanbindung von unter 30 Mbit/s verfügen. Außerdem wird der überwiegende Teil der Schulen im Landkreis Celle angeschlossen. Das Netz, das ab April 2020 gebaut wird, wird durch die Firma Vodafone betrieben. 

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