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Aus dem Landkreis Celler Land von oben: Wasser wird allmählich vom Sand verdrängt
Celler Land Aus dem Landkreis Celler Land von oben: Wasser wird allmählich vom Sand verdrängt
16:51 03.08.2018
Von Andreas Babel
Quelle: Thomas Brandt
Celle-Landkreis

Menschen und Tiere leiden darunter, Nutztiere wie Pferde und Kühe noch viel mehr als wir Zweibeiner, die wir uns in unsere so gut es geht gekühlten Behausungen zurückziehen können.

Wie es derzeit im Celler Land aussieht und wie dramatisch die Veränderungen in der Natur sind, kann man am besten aus der Vogelflugperspektive sehen. Unser Mitarbeiter Thomas Brandt hat sich deshalb in die Lüfte begeben und ist für uns auf Fotopirsch gegangen. Die Ergebnisse seiner nachmittäglichen Tour von Mittwoch und Donnerstag präsentieren wir in der Printausgabe der CZ und im epaper.

Immer weniger Wasser: Eindrucksvoll sieht man hier zum Beispiel, wie stark der Wasserstand im Celler Entenfang, einer historischen Anlage zwischen Groß Hehlen und Boye, zurückgegangen ist. Das Ufer liegt an manchen Stellen eigentlich einige Dutzend Meter weiter im Landesinneren sozusagen. Die Wasserfläche ist fast halbiert. Anderorts beobachtet man wegen der hohen Temperaturen sogar, dass derzeit Fische sterben. Wie staubig die Wiesen und abgeernteten Felder in diesen Augusttagen sind, zeigt die Aufnahme unseres Fotografen aus luftiger Höhe. Der Traktor zieht eine lange Staubfahne hinter sich her.

Tiere leiden: Überall im Celler Land finden Kühe und Pferde, Ziegen und Heidschnucken nicht mehr genügend frisches Gras. Überall müssen die Halter ihrem Vieh Ersatzfutter zur Verfügung stellen. Überall müssen sie täglich für neues Wasser sorgen, damit die Tiere nicht verdursten. Und: Die Tiere versuchen der Sonneneinstrahlung zu entfliehen. Doch nicht jede Weide verfügt über genügend Schatten spendende Bäume. Da ist eben nicht Platz für jedes Rind. Manche Bauern stellen ihren Vierbeinern aber auch Pavillons zur Verfügung, unter denen sie Zuflucht finden können.

Nur an Wehren, wie dem Bannetzer, zeigen die Allerfluten, dass sie noch mächtig Kraft haben. Im Celler Hafen und dort, wo die Aller recht schmal ist, fällt es nicht weiter auf, dass der Pegel Celle derzeit einen Wasserstand von knapp über einem Meter verzeichnet. Mehr als die Hälfte der Passagiere des Fahrgastschiffes „Wappen von Celle“, die auf dem Oberdeck die Aussicht genießen, schützen sich durch Kopfbedeckungen.

Das Nass zieht Menschen an: Die Menschen suchen die Nähe des Wassers. Der tiefe Wasserstand von Flüssen, Teichen und Seen hat für Badelustige den Vorteil, dass so kleine Strände entstehen, die es sonst nicht gibt. So hat eine Familie einen lauschigen Platz an der Spitze einer Halbinsel „erobert“. Von hier aus lässt es sich herrlich in dem niedrigen Gewässer plantschen. Freibäder und Badeseen sind zurzeit reichlich bevölkert. Für Wettkämpfe lässt sich dort nur in den frühen Morgenstunden oder in den späten Abendstunden trainieren, denn ansonsten ist das Gewusel einfach zu groß. Und noch ist kein Ende der Dürre in Sicht.

Der Celler Wolfsberater Volkhard Pohlmann ist dafür bekannt, dass er kein Blatt vor den Mund nimmt. Seinen Mund verbieten lassen, will er sich schon gar nicht.

Christopher Menge 03.08.2018

Im Sonnenschein gleitet Beate Sawitza am Sonntagmittag über das Wasser. Auf dem Kalker zwischen Winsen und Hornbostel probiert sie ihr neues Paddle Board aus. „Die sind der Renner, aber man muss suchen, wo man sie nutzen kann“, erzählt die 57-Jährige. „Als Laie kann man ja nicht auf die Aller gehen und auf den Meißendorfer Teichen darf man es nicht.“ Dabei hat die Frau aus Ovelgönne extra einen Kursus belegt, um paddeln zu lernen. Über eine Schnur ist ihr Fuß dabei immer mit dem Board verbunden. „Das ist dann meine Rettungsinsel, wenn ich ins Wasser falle“, sagt sie. Bei den heißen Temperaturen ist das eine angenehme Abkühlung. Der Kalker und auch die Kiesteiche in Oldendorf sind an diesem Tag daher beliebte Ausflugsziele.

Christopher Menge 31.07.2018

Wochenlange Trockenheit ließ die Flüsse Fuhse und Aller im Celler Land zu Rinnsalen werden. Die Dekadenextremwerte sind bei beiden Flüssen unterschritten worden. Erst nach dem regen vom Samstag sind die Wasserstände wieder etwas gestiegen, sie bleiben aber immer noch extrem niedrig und werden in den kommenden tagen wieder sinken, denn es ist wieder Sonne satt angesagt.

Andreas Babel 29.07.2018