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Aus dem Landkreis Celler Landrat wirbt für Breitbandausbau
Celler Land Aus dem Landkreis Celler Landrat wirbt für Breitbandausbau
16:59 26.01.2018
Von Christopher Menge
Seit 1999 steht Klaus Wiswe an der Spitze des Landkreises Celle. In diesem Jahr will er die Weichen für die Zukunft stellen. Entscheidend ist für ihn dabei schnelles Internet, deshalb baut der Landkreis selbst das Netz aus. Sein Verhältnis zum neuen Celler Oberbürgermeister Jörg Nigge bezeichnet er als hervorragend. Quelle: Oliver Knoblich
Celle-Landkreis

Zu Beginn der beiden vergangenen Jahren war der Umgang mit der Flüchtlingskrise das entscheidende Thema. Inwiefern beschäftigt Sie das heute noch?

In jeder Gemeinde gibt es Mitarbeiter, die sich vor Ort intensiv um die Flüchtlinge kümmern. Bei der Kreisverwaltung gibt es dafür zusätzlich eine spezielle Abteilung mit vier Leuten. Inzwischen geht es aber häufig weniger um die Unterbringung als vielmehr um die Organisation der Sprachkurse, Schule, Kinderbetreuung, Arbeitsvermittlung, Hilfe bei Behördengängen - also mehr um die individuellen Probleme. Viele der anerkannten Asylbewerber verlassen den Landkreis. Die Menschen zieht es in die Ballungszentren, wo andere Familienmitglieder leben. Probleme gibt es mit nicht anerkannten Asylbewerbern. Aktuell leben im Landkreis – ohne die Stadt Celle – 264 ausreisepflichtige Personen.

Inzwischen ist der geplante Breitbandausbau das Thema Nummer eins. Warum ist das so wichtig?

Ohne Glasfaser wird der ländliche Raum ausbluten, wir brauchen Breitband auch bei uns in allen Lebensbereichen. Schnelles Internet ist für die Wirtschaft immer wichtiger, dem Personalmangel kann durch Heimarbeitsplätze entgegen gewirkt werden und so weiter. Wichtig ist aber, dass mindestens 40 Prozent der in den unterversorgten Kreisgebieten betroffenen Haushalte und Betriebe einen Vertrag abschließen, sonst wird der Glasfaserausbau zu teuer.

In einigen Orten werden die betroffenen Anwohner schon ungeduldig. Wann geht es denn endlich los?

Wir sind der erste Landkreis, mit dem Vodafone auf diese Weise zusammenarbeitet. Das Unternehmen pachtet das Netz, das wir selbst bauen. Derzeit werden noch Details geklärt. Das Unternehmen will dazu bis Mitte Februar eine Internetseite freischalten, um über die wichtigsten Fragen zu unterrichten, besonders auch die der Angebote für zukünftige Kunden. Ab April soll dann die Vorvermarktung beginnen, die etwa drei Monate dauert. Grundstücksbesitzer, die sich in dieser Zeit für das Angebot entscheiden, bekommen ihren Glasfaser-Hausanschluss kostenlos, sofern die Distanz zwischen Gebäude und Straße nicht mehr als 30 Meter beträgt. Wir werden in dieser Zeit zusammen mit unserem Partner Vodafone intensiv über das Vorhaben informieren.

Sie werben darum, dass sich die betroffenen Haushalte, die Internetverbindungen mit weniger als 30 Mbit/s haben, für ihre Highspeed-Variante mit 1000 Mbit/s entscheiden sollen, weil die heutigen Angebote in fünf bis sieben Jahren nicht mehr ausreichen werden. Was passiert denn mit den Orten, die derzeit nur knapp über 30 Mbit/s liegen?

Ich bin mir sicher, dass wir eine zweite, dritte und vierte Förderwelle haben werden. Das Land hat sich das sehr ehrgeizige Ziel gesetzt, dass bis 2025 überall Glasfaser liegen soll. Dafür müssen zwei bis drei Milliarden Euro investiert werden. Unser Wunsch ist es, dass vom jetzigen Ausbau auch schon die angrenzenden Gebiete profitieren können. Das müssen wir mit Vodafone besprechen.

Die Beitragsfreiheit für Kindergärten ab August ist vom Land zudem so gut wie beschlossen. Was die Eltern freut, macht einigen Gemeinden Sorgen. Wie stehen Sie dazu?

Pro Kind soll ein Pauschalbetrag als Ersatz für die Eltern-Beiträge gezahlt werden, doch es gibt extreme Unterschiede bei den Elternbeiträgen. Bei Gemeinden mit hohen Elternbeiträgen reicht die Pauschale als Ersatz für die Beiträge nicht aus. Wathlingen droht zum Beispiel ein Verlust von 50.000 Euro. Wir brauchen einen fairen Interessenausgleich zwischen Land und Kommunen und mit der Pauschale klappt das nicht..

Das Finanzielle ist das eine. Die Gemeinden gehen aber auch von einer deutlich höheren Nachfrage aus ...

Zu Recht. Die Nachfrage nach Plätzen steigt, manche Eltern wollen – weil es nichts mehr kostet – längere Betreuungszeiten. Es muss gebaut werden und es müssen neue Gruppen eingerichtet werden. Die Schwierigkeit besteht darin, Erzieher zu finden. Mit einer dualen Ausbildung könnte man dem entgegenwirken, aber damit haben die Gewerkschaften ein Problem. Und unsinnige Regelungen, dass es zum Beispiel Landeszuschüsse nur für Erzieher gibt, die mindestens 19,5 Stunden pro Woche arbeiten, müssen abgeschafft werden.

Thema ist im Moment auch die Neuaufstellung im Bereich der Rettungswachen. In den Randbereichen hat man Sorgen, dass die Versorgung sichergestellt ist ...

Die Versorgung ist und wird sicher gestellt. Es geht dabei um wenige Minuten. Wir haben Testfahrten mit Blaulicht gemacht, um die Standorte zu prüfen und gute Standorte vorschlagen zu können. Der Kreistag muss das dann entscheiden. Die Krankenkassen werden auf jeden Fall nur das bezahlen, was nötig ist. Und das sind fünf Rettungsstationen im Landkreis.

Wie ist eigentlich ihr Verhältnis zu Celles Oberbürgermeister Jörg Nigge?

Hervorragend! Herr Nigge hat seine eigenen Ideen, aber wir tauschen uns aus und arbeiten sehr vertrauensvoll zusammen.

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