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Coronavirus: Celler nähen Mundschutze für Risikogruppen

16:22 24.03.2020
Von Marie Nehrenberg-Leppin
Nina Bause aus Hambühren näht für ihr Leben gern. Für einen Mundschutz braucht sie circa zehn Minuten. Quelle: Oliver Knoblich
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Celle

Sie sind längst nicht mehr ausschließlich in Arztpraxen und Krankenhäusern zu sehen. Mundschutze sind dieser Tage gefragter denn je. Ob beim Einkaufen oder in der Apotheke, die Menschen wollen auf Nummer sicher gehen und sich so gut wie möglich gegen das Coronavirus wehren.

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Hebammen, Pflegeheime und Physiotherapeuten brauchen Schutzmasken

"Als ich vor zwei Wochen beim Hausarzt war, hörte ich schon raus, dass es langsam eng wird mit Mundschutzen", berichtet Nina Bause aus Hambühren. "Das hat mich auf die Idee gebracht, im Internet nach Schnittmustern zu suchen und einfach selber welche zu nähen. Für ein Stück brauche ich ungefähr zehn Minuten, für mich ist das Entspannung pur." Alleine war sie mit dem Gedanken nicht, inzwischen hat sich in Hambühren eine Näh-Gruppe zusammengetan und hat inzwischen einige Aufträge. "Gerade die Menschen, die raus zum Patienten müssen, haben sich sehr gefreut", berichtet Alexandra Lahmann, die die Geschicke der Näherinnen leitet und koordiniert. "Dazu gehören zum Beispiel mobile Pflegekräfte, Hebammen und Physiotherapeuten. Die sind sehr dankbar über unsere Hilfe."

Infektionsrisiko durch Tröpfchen-Übertragung wird gemindert

Gegen das Coronavirus an sich schützen zwar nur die sogenannten FFP-2- und FFP-3-Atemschutzmasken, die selbst genähten Exemplare helfen jedoch dabei, die Infektionsgefahr zu mindern. „Unsere Mundschutze dienen dazu, die Umgebung nicht zu stark mit Keimen zu belasten“, erklärt Lahmann. „Speicheltröpfchen, die beim Niesen oder Sprechen versprüht werden, können so abgefangen werden. Ein weiterer positiver Nebeneffekt ist, dass man sich so deutlich seltener mit den Händen ins Gesicht fasst.“ Letztendlich könne also auch solch eine Maske helfen, Leben zu retten.

Insgesamt sind in den vergangenen Tagen alleine in Hambühren schon über 100 bunte Stoff-Schutzmasken entstanden. Die ortsansässigen Pflegeheime und ein mobiler Pflegedienst haben bereits welche bestellt, auch eine Physiotherapie-Praxis und Hebammen freuen sich über die Hilfe. "Die Leute sind tatsächlich sehr dankbar für unseren Einsatz", sagt Lahmann, die selbst gelernte Krankenschwester ist.

"Besser als gar kein Schutz"

Doch nicht nur in Hambühren wird dieser Tage fleißig mit Nadel und Faden hantiert. Gesa Hetzl aus Ahnsbeck hat ebenfalls eine Näh-Anleitung entworfen und in ihrem Umfeld verteilt. Einige ihrer Freundinnen haben bereits mit dem Nähen begonnen. "Der Stoff, den man benutzt, sollte atmungsaktiv sein, und er wird doppelt verarbeitet", erklärt sie. "Es ist natürlich kein medizinischer Mundschutz, für den Moment sollte er aber trotzdem einen gewissen Schutz bieten."

Und auch in Nienhagen laufen die Nähmaschinen seit dem Wochenende heiß. Maya Tsantilis und Kerstin Kozlowski haben am Sonntag vier Stunden lang intensiv genäht. „Wir konnten für die Mundschutze nur die uns zur Verfügung stehenden Baumwollstoffe nehmen, aber die haben wir doppelt gelegt. Eine Hebamme sagte uns, dieser Schutz sei besser als gar kein Schutz", so Tsantilis.

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