Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Aus dem Landkreis Das Geld wird knapp
Celler Land Aus dem Landkreis Das Geld wird knapp
15:56 04.02.2019
Von Simon Ziegler
Celle

Die erhoffte Dürre-Hilfe für Celler Landwirte dürfte geringer ausfallen als bisher angenommen. "Der Topf ist leider stark überzeichnet", sagte Sonja Kornblum von der Außenstelle Soltau-Fallingbostel der niedersächsischen Landwirtschaftskammer. Ursprünglich war geplant, dass 50 Prozent der Schäden ausgeglichen werden – die sogenannte Billigkeitsleistung. Doch es wird wohl deutlich weniger.

Nach Kornblums Angaben sollten von der Billigkeitsleistung eigentlich 70 Prozent als Abschlagszahlung gewährt werden. Doch der Satz wurde auf 40 Prozent nach unten korrigiert, weil das Budget nicht ausreicht. Ob der Rest noch bezahlt wird, sei derzeit völlig offen.

Beispiel: Ein Grünland-Betrieb hat durch die extreme Hitze einen Schaden von 40.000 Euro erlitten und ist in eine existenzgefährdende Lage geraten. Der Antrag wird positiv beschieden, ihm stehen theoretisch 20.000 Euro Hilfe zu. Von diesem Betrag werden aber nur 8000 Euro überwiesen.

4600 Anträge in Niedersachsen

Die Landwirtschaftskammer in Soltau-Fallingbostel ist zuständig für Anträge aus dem Kreis Celle und dem Heidekreis. Dabei waren die Bauern aus dem Celler Nachbarkreis deutlich stärker betroffen. 112 Landwirte aus dem Heidekreis hatten Dürre-Hilfen beantragt. Aus dem Celler Land waren es 50. Das liegt vor allem an der fast flächendeckenden Beregnungstechnik zwischen Faßberg und Wathlingen. Im Kreis Celle gibt es 42.000 Hektar Ackerland, davon können 38.000 Hektar beregnet werden.

35,6 Millionen Euro stehen zur Verfügung

In Niedersachsen und Bremen sind bislang etwa 240 Anträge auf staatliche Dürre-Hilfen bewilligt worden. Insgesamt wurden rund 4600 Anträge – fast alle kommen von niedersächsischen Bauern – eingereicht. Für ganz Niedersachsen stehen 35,6 Millionen Euro an Hilfsmitteln zur Verfügung. Die Dürre-Hilfe ist auf 500.000 Euro pro Betrieb begrenzt. Der durchschnittliche Schaden liegt bei etwa 20.000 Euro.

Die Auflagen für die Dürre-Hilfe gelten als hoch. Die Betroffenen müssen 30 Prozent Einnahmeausfälle nachweisen, hatte der Celler Kreislandwirt Jürgen Mente bereits Ende des vergangenen Jahres erläutert. Dazu kommt: Die Existenz des landwirtschaftlichen Betriebes muss gefährdet sein, sonst gibt es keine staatliche Unterstützung.

Schlechte Stimmung unter Landwirten

Jörn Hellberg, Geschäftsführer vom Beratungsring Celle, berät Landwirte in Sachen Dürre-Hilfen. Dass wohl nur 20 Prozent des eingetretenen Schadens – und auch nur bei einigen wenigen – ersetzt werden, kommt bei den Betroffenen nicht sonderlich gut an, berichtet er. Viele Bauern hatten deutlich mehr erwartet. "Die Landwirte hatten sich mehr erhofft, die Stimmung ist nicht gut", so Hellberg.

Denn die Auswirkungen der Hitze-Periode auf die Landwirtschaft waren immens. Zwischen April und Oktober 2018 hatte es in Norddeutschland außergewöhnlich wenig geregnet. Vom zweitheißesten Sommer seit 1881 war die Rede.

Ackerland- und Grünlandbetriebe betroffen

Sowohl Ackerland- als auch Grünlandbetriebe waren im Celler Land stark betroffen. Roggen, Braugerste und Weizen mussten intensiv beregnet werden, was Zeit und Geld kostete. Hauptleidtragende des trockenen Sommers waren aber die Landwirte, die Futter für ihre Tiere benötigten. Normalerweise wird vier Mal im Jahr gemäht, 2018 nur zwei Mal. Das Gras wuchs einfach nicht mehr. Ergebnis: In ganz Norddeutschland wurde das Futter knapp, manche Betriebe mussten ihre Tiere daher früher verkaufen als sie wollten. Berater Hellberg spricht von "Liquiditätsengpässen und fehlenden Umsätzen", unter denen etliche Celler Bauern litten.

Bürgerinitiativen fordern die Abschaffung der Straßenausbaubeiträge. Nun sind zwei Celler Initiativen dem landesweiten Bündnis beigetreten.

Carsten Richter 01.02.2019

Wie lange dauert es, bis der nächste Bus abfährt? Dazu soll es landkreisweit an zentralen Haltestellen digitale Informationstafeln geben.

Carsten Richter 01.02.2019

Im Dezember sind bei Rixförde und Fuhrberg zwei Wölfe gestorben, weil sie mit Autos kollidierten. Die Grünen fordern: Wölfe besser schützen.

Simon Ziegler 30.01.2019