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Aus dem Landkreis Altbauten sollen klimafreundlicher werden
Celler Land Aus dem Landkreis Altbauten sollen klimafreundlicher werden
17:28 13.03.2019
Von Carsten Richter
Viel Luft nach oben sieht die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt bei der Gebäudesanierung. Im Kreis Celle gebe es zu viele Altbauten, die das Klima belasten. Quelle: Bauherren-Schutzbund e.V.
Celle

Viele Gebäude im Landkreis Celle sind energetisch nicht auf dem neuesten Stand und deshalb schlecht fürs Klima. Zu diesem Ergebnis kommt die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU).

Zwei Drittel der Häuser stammen aus der Zeit vor 1979

Fehlende Wanddämmung, nicht isolierte Dächer und alte Fenster sind die Punkte, die die Gewerkschaft in erster Linie kritisiert. „Unsanierte Gebäude lassen nicht nur die Heizkosten steigen, sie belasten auch das Klima“, heißt es vom Bezirksverband Nord-Ost-Niedersachsen der IG BAU. Und weiter: „Altbauten drücken auf die CO2-Bilanz im Kreis Celle.“ Einer Mitteilung zufolge stammen rund 37.100 Wohngebäude aus der Zeit vor 1979. Damit seien 67 Prozent aller Wohnhäuser im Landkreis mindestens 40 Jahre alt, so die Gewerkschaft mit Sitz in Celle, die sich dabei auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes beruft.

Menschen mit geringem Einkommen nicht belasten

Um effektiv etwas fürs Klima zu tun, müsse es deutlich mehr energetische Altbausanierungen geben. „Wichtig ist dabei, dass Mieter und Eigenheimbesitzer nicht auf den Kosten sitzen bleiben“, sagt der Bezirksvorsitzende Dieter Großmann. Zwar dürften Vermieter ab diesem Jahr nur noch acht statt bisher elf Prozent der Sanierungskosten auf die Miete umlegen. „Aber für viele Menschen mit niedrigen Einkommen ist auch das zu viel“, betont Großmann. Der Staat müsse die Gebäudesanierungen deshalb stärker als bisher fördern. Davon sollten dann auch Besitzer von Eigenheimen profitieren, die für ihre eigenen vier Wände hart gespart hätten.

Bisherige Sanierungen reichen nicht aus

Die Gewerkschaft bemängelt, dass derzeit der Verkehr im Mittelpunkt der Debatte um Klimaschutz stehe. „Dabei machen Gebäude ein Drittel aller Treibhausemissionen aus“, so Großmann. Die bisherigen Sanierungsmaßnahmen reichten bei weitem nicht aus, wie neueste Zahlen der staatlichen Förderbank KfW zeigten. Danach wurden im Kreis Celle im vergangenen Jahr 518 Wohneinheiten energetisch saniert. Dafür flossen von der KfW Fördermittel in Höhe von 3,3 Millionen Euro.

Energieverbrauch bei Nachkriegsbauten dreimal so hoch

Mit Blick auf den großen Altbaubestand sieht Gewerkschafter Großmann „viel Luft nach oben“. Nachkriegsbauten, von denen es im Kreis besonders viele gebe, lägen beim Energieverbrauch etwa drei Mal so hoch wie heutige Neubauten. Doch bundesweit werde aktuell nur ein Prozent der Gebäude pro Jahr saniert. Die Bundesregierung hält eine Quote von zwei Prozent für nötig, um die selbstgesteckten Klimaziele einzuhalten.

Das Einsparpotenzial sei groß, heißt es in der Mitteilung. Nach Angaben der
KfW-Bank wurden allein im Jahr 2017 deutschlandweit 480.000 Tonnen CO2 durch Gebäudesanierungen eingespart.

Die Kommunen im Landkreis Celle stehen vor einem Problem: Vielerorts fehlt es an Personal. Die Verwaltungen müssen sich etwas einfallen lassen.

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